Argental entscheidet das mit Spannung erwartete Landesliga-Derby für sich

Ramona Endraß (am Ball) und ihre SG Argental sind phasenweise nicht zu stoppen.
Ramona Endraß (am Ball) und ihre SG Argental sind phasenweise nicht zu stoppen. (Bild: Alex Hoth)

Tettnang (tmy) – Die Landesliga-Handballerinnen der SG Argental haben das Derby gegen die TSG Ailingen deutlich gewonnen. Dabei hatten die Gäste in der Tettnanger Carl-Gührer-Halle in der Anfangsphase noch gut mitgehalten, weil die Gastgeberinnen nervös wirkten. Aber mit zunehmender Spieldauer setzte sich die SGA zum 27:19-Endstand verdient durch.

Vor stimmungsvoller Kulisse und beinahe vollbesetzten Rängen wirkte Ailingen fest entschlossen, die große Überraschung zu schaffen, weil die Favoritenrolle klar beim landesligaerfahrenen Kontrahenten lag. Doch dieser hatte am eigenen Kreis zunächst so seine Schwierigkeiten mit dem Ailinger Rückraum um Clarissa Höhn.

Und: Trotz des frühen verletzungsbedingten Ausscheidens von Svenja Kebach (9.) setzte man weiterhin Nadelstiche, während die Mannschaft von SGA-Trainerin Stefanie Raaf zu ungenau zielte oder ihre Meisterin in Israa Saioud im TSG-Tor fand. Folgerichtig hieß es nach einer Viertelstunde 6:6-Unentschieden.

Nachdem TSG-Coach Lars Rossi den „Grünen Karton“ für eine Auszeit am Kampfgericht ablegte und sein Team taktisch neu einstellen wollte, spielte er damit auch der SG Argental I in die Karten. Diese wusste sich plötzlich zu steigern und setzte sich in den kommenden Minuten dank einer stabiler auftretenden Defensive und sicheren Abschlüssen ab – 10:6 (21.).

Doch damit nicht genug, denn der vielzitierte Knoten beim Favoriten war nun geplatzt. Angeführt von Spielmacherin Katharina Stellmacher und Rückraumshooterin Dalin Kozok vergrößerte man zum 14:8-Zwischenstand in Minute 26 den Vorsprung und nahm ein Fünf-Tore-Polster zum 15:10-Halbzeitstand mit in die Kabine.

Sehr zur Freude des eigenen Anhangs rund um die lautstark anfeuernden Fußballer der SGA Argental, die trommelten, sangen und klatschten als ginge es um eine Meisterschaft – Derbystimmung eben. Den Grundstein für den späteren Heimerfolg legten die Argentalerinnen bereits in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs.

Aus einem stabilen Deckungsverbund heraus und mit dem nötigen Zug zum Ailinger Tor lag man in der 42. Minute mit 22:12 vorne. Zehn Minuten vor der Schlusssirene führten die Gastgeberinnen noch immer klar, obwohl die TSG etwas herankam – 16:22. Doch in den Schlussminuten besannen sich die SGA-Handballerinnen wieder auf ihre Stärken und gewannen mit 27:19.

Logisch, dass Trainerin Raaf nach dieser gelungenen Reaktion auf die knappe Niederlage bei der HSG Langenau / Elchingen (26:28, wir berichteten) nicht um die obligatorische Bierdusche herumkam, nachdem sie sich mit ihrer Mannschaft bei den zufriedenen Fans bedankte und den Siegestanz aufführte. Währenddessen geht der „Lernprozess“ (Lars Rossi) für die TSG Ailingen weiter.

„Insbesondere die zweite Halbzeit hat mir richtig gut gefallen, weil wir eine kompakte Abwehr gestellt haben und im Angriff in die Tiefe gegangen sind. Als der Vorsprung groß genug war, haben wir das Spiel kontrolliert und sind unserer Favoritenrolle gerecht geworden. Ich muss meinen Mädels ein Riesenkompliment machen“, kommentierte Steffi Raaf.

Der komplette Spielfilm mit beiden Aufstellungen und allen Torschützinnen kann unter https://bit.ly/3EtFC1Q eingesehen werden.