Sozialminister Manne Lucha und Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden informieren sich in Mariaberg

Sozialminister Manne Lucha und Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden informieren sich in Mariaberg
Sozialminister Manne Lucha (2.v.li.) war mit Sigmaringens Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden (li.) zum Austausch im diakonischen Unternehmen Mariaberg e.V. und besuchten dort auch einen Workshop der Mariaberger Sommerkunstwoche. Links im Bild: Sommerkunstwochen-Teilnehmerin Kathrin Nusser. (Bild: Mariaberg e. V,)
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Redaktion

Reger Austausch mit Mariabergs Vorstand und Führungskräften

Gammertingen-Mariaberg (zr) – Zu einem intensiven Austausch über verschiedene Fachthemen aus den Bereichen Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie waren der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha und die GRÜNEN-Abgeordnete des Wahlkreises Sigmaringen, Andrea Bogner-Unden, kürzlich zu Besuch im diakonischen Unternehmen Mariaberg e.V. in Gammertingen.

Gesprächspartner der beiden Politiker waren Mariabergs Vorstand Rüdiger Böhm, der Chefarzt des Mariaberger Fachkrankenhauses für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Martin Menzel sowie die Leiterin der Stabsabteilung Recht, Qualität, Entwicklung Cornelia Wanner.

Zur Begrüßung sprach Sozialminister Luche zunächst ein großes Lob für Mariaberg aus: „In Mariaberg kümmert man sich seit sehr langer Zeit auf das Beste um Menschen mit Behinderung. Die Einrichtung nimmt in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein.

Deutlich merkt man, dass die Arbeit hier darauf ausgerichtet ist, Menschen mit Behinderung, egal wie schwer diese auch sein mag, eine Teilhabe an der Gesellschaft und ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben zu führen. Das ist vorbildlich.“

Den Austausch mit Manne Lucha startete Vorstand Rüdiger Böhm mit einer kurzen Beschreibung der Situation, in der sich Mariaberg seit der Verwaltungsreform im Jahr 2005 befindet. „Die Auflösung der Landeswohlfahrtsverbände und die Übertragung der Zuständigkeiten in der Eingliederungshilfe auf die einzelnen Landkreise hatte Vor- und Nachteile.

Wir müssen seitdem mit jedem einzelnen Landkreis ins Gespräch gehen, aus dem wir einen Klienten betreuen. Das ist sehr aufwändig. Gleichzeitig ist so eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Heimatlandkreis Sigmaringen aufgebaut worden,“ erläuterte Böhm.

Sozialminister Lucha signalisierte Verständnis, für die Kritik an den aufwändigen Abläufen: „Kommunale Verwaltung hat zwar eine Dynamik, oftmals wünsche ich mir aber auch selbst ein Werkzeug, um direkt durchgreifen zu können.“

Erstes Fach-Thema des intensiven und konstruktiven Austausches war die Entwicklung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Region. Mit seinem Fachkrankenhaus hat Mariaberg hier seit Jahrzehnten eine Vorreiterrolle bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung inne, und ist auch für die psychiatrische Regelversorgung im Landkreis Sigmaringen zuständig.

„Das Mariaberger Know-how in diesem Bereich könnte gut mit dem neuen Klinikum in Albstadt zur Regelversorgung von Kindern und Jugendlichen im Zollernalbkreis zusammengebracht werden,“ schlug Dr. Menzel dem Sozialminister vor. Dieser sicherte zu, den Vorschlag sozialplanerisch prüfen zu lassen, um zu schauen, was sinnvoll und möglich sei.

Ein weiteres zentrales Thema des Besuchs waren die Herausforderungen des Bundesteilhabegesetzes an Unternehmen wie Mariaberg. Cornelia Wanner verwies darauf, dass Mariaberg bereits vor den neuen gesetzlichen Regelungen eine personenorientierte Betreuung von Menschen mit Behinderung umgesetzt hatte. Diese bisherigen Konzepte konnten nun in Einklang mit den neuen Vorgaben gebracht werden.

Leider sei nun aber die Finanzierung der Leistungen neu zu verhandeln und der Vorbereitungsprozess für diese Verhandlungen mit den Leistungsträgern höchst zeitaufwändig und umständlich. Sozialminister Lucha nahm dies mit dem Hinweis zur Kenntnis, dass „bei allen Aushandlungen der jeweilige Mensch mit Behinderung im Mittelpunkt stehen muss, nicht die formalen Abläufe.“

Rüdiger Böhm gab Sozialminister Lucha noch den Wunsch mit auf den Weg, dass Freie Träger von Schulen, wie es Mariaberg mit seinen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ist, bei Baumaßnahmen an Gebäuden oder beispielsweise der Schulsozialarbeit mit den öffentlichen Schulen gleichgestellt werden müssten.

„Wir sind eine staatlich anerkannte Ersatzschule, bekommen aber für notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen oder die Unterstützung von Schülern und Eltern durch die Schulsozialarbeit deutlich weniger bis gar keine finanzielle Unterstützung.“ Manne Lucha versprach, das Thema seiner Kollegin im Kultusministerium „durchzustecken“.

Zum Abschluss bemerkte der Sozialminister noch: „ Einrichtungen wie Mariaberg leisten eine enorm wichtige Arbeit. Sie sind Vorbild und Impulsgeber. Ich danke Ihnen allen Dank für Engagement – besonders in Zeiten von Corona. Machen Sie weiter so!“

(Pressemitteilung: Mariaberg e. V.)