Sonderausstellung „Mythos Natur“: Kulturamt lädt zur „Vernissage für alle“ und sammelt Spenden für die Opfer des Krieges

Sonderausstellung „Mythos Natur“: Kulturamt lädt zur „Vernissage für alle“ und sammelt Spenden für die Opfer des Krieges
Das Kulturamt plant für den 29. April eine „Vernissage für alle“, dabei wird der Licht-Künstler Gregor Eisenmann eine Video-Installation zum Thema „Mythos Natur“ zeigen. Bereits 2019 hatte der Eisenmann die Lindauerinnen und Lindauer mit seiner Installation zur Hundertwasser-Ausstellung begeistert. (Bild: Christian Flemming)
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Redaktion

Lindau – Es bleibt alles anders … auch nach zwei Jahren Kulturveranstaltungen im Krisenmodus gibt es kein Zurück zum Normalzustand. Denn auch wenn im Lindauer Kunstmuseum eine großartige Sonderausstellung unter dem Titel „Mythos Natur – von Monet bis Warhol“ gezeigt wird, ist die Eröffnung eine Andere, als die Jahre zuvor.

„Angesichts der schrecklichen Meldungen aus der Ukraine ist niemandem nach einer ausgelassenen Feier zu Mute“ sagt Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn, darum wird es in diesem Jahr eine alternative Eröffnungsveranstaltung geben: Das Lindauer Kulturamt lädt alle Bürgerinnen und Bürger, zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 29. April, von 19 bis 23 Uhr auf den Vorplatz des Kunstmuseums (Maximilianstraße 52) ein.

Der aus Lindau stammende und in Wuppertal lebende Video- und Lichtkünstler Gregor Eisenmann kreiert exklusiv für den Abend eine Video-Installation zum Thema „Mythos Natur“, die dann den ganzen Abend über auf der großen Fassade der Alten Hauptpost zu sehen sein wird. Die Lindauerinnen und Lindauer kennen Gregor Eisenmann bereits aus dem Jahr 2019, damals illuminierte er anlässlich der Vernissage zur Hundewasser-Ausstellung den Lindauer Leuchtturm und hat damit für Staunen und Begeisterung gesorgt.

Und auch wenn der Abend keine ausgelassene Party werden soll, wird es trotzdem Livemusik geben: zu hören sind Bernhard Klas (Klarinette und Saxophon), Drazen Gvozdenovic (Akkordeon) und Bernd Konzett (Kontrabass). Das Trio spielt als Hommage an die Ukraine Klezmer, Jazz und Balkanmusik. Für Essen durch einen Foodtruck und Getränke durch Claudius Haug vom Weingut Haug und Brauer Michael Weiß von Meckatzer Löwenbräu ist gesorgt.

Das Besondere ist natürlich, dass die Vernissage-Gäste an diesem Abend zum ersten Mal ins Museum dürfen, um die von Prof. Dr. Roland Doschka und vom Kulturamt Lindau kuratierte Sonderausstellung zu sehen, es gibt an der Vernissage keinen fixen Eintrittspreis, denn der Reinerlös wird gespendet. Statt der 10 Euro für den Museumsbesuch darf gerne großzügig aufgerundet werden, denn an diesem Abend sind Spenden erbeten. Und das Team des Kulturamtes hofft auf großzügige Gäste, denn der Erlös der Vernissage kommt den Opfern des Ukraine-Krieges zu gute.

Für die Lindauer Kulturschaffenden war schnell klar, dass sie angesichts des Krieges Mitten in Europa nicht zum Normalbetrieb zurückkehren konnten, gleichzeitig wollten sie aber auch ein Zeichen setzen. „Kunst knickt nicht ein – Kultur zeigt Stärke“, sagt Alexander Warmbrunn. „Auch als aktueller Träger des Europäischen Kulturpreises geht es uns darum, die Ukraine als Teil der Europäischen Kultur-Gemeinschaft zu begreifen, dies zu signalisieren und uns solidarisch mit den Opfern des Ukraine Krieges zu zeigen und dadurch auch ein Statement der Kultur gegen Krieg zu setzen“. Auch die Lindauer Oberbürgermeisterin, Dr. Claudia Alfons, steht dafür die Vernissage als Charity-Veranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger zu öffnen.

In der Vergangenheit war die Vernissage, mit der die Ausstellungseröffnung der Sonderausstellungen im Kunstmuseum gefeiert wurde, immer ein gesellschaftliches und kulturelles Highlight, das als geschlossene Veranstaltung im Stadttheater stattfand. Pandemiebedingt musste die Veranstaltung in den beiden vergangenen Jahren allerdings abgesagt werden.

Nun soll in diesem Jahr die Vernissage ein besonderer Abend für alle werden, ein Abend der Begegnung und eine Benefizveranstaltung um Spendengelder zu generieren, mit denen Kriegsopfer unterstützt werden. Hierbei soll nach oder vor dem Ausstellungsbesuch der Dialog vor dem Museum möglich sein – Ort zur Begegnung und zum Austausch für alle Kulturinteressierten.

Die Ausstellung „Mythos Natur – von Monet bis Warhol“ ist dann vom 30. April bis 3. Oktober 2022 im Lindauer Kunstmuseum zu sehen. Nach einer ganzen Reihe mono-grafischer Ausstellungen zur Malerei der klassischen Moderne zeigt das Kunstmuseum Lindau in diesem Jahr erstmals eine thematisch geprägte Sonderausstellung: Präsentiert werden  Werke so populärer Künstler wie Monet, Manet, Renoir, Picasso und Warhol und zeigt, wie Künstler vom Impressionismus bis in die Moderne die Formen und Farbvielfalt der Natur in ihre jeweils ganz eigene Bildsprache übersetzten. Sollte es zu wetterbedingten Änderungen des Programms kommen, wird dies bekannt gegeben.

(Pressemitteilung: Kulturamt Lindau)