So leben Jugendliche mit der Corona-Pandemie

So leben Jugendliche mit der Corona-Pandemie
vor Corona entstanden (Geburtstagsfeier mit einigen Jugendlichen) (Bild: Niklas Kaa)

Lindau (nk) – Seit dem ersten bundesweiten Lockdown hat sich für die Jugendlichen in Deutschland vieles grundlegend verändert: Freunde treffen, den Sportverein besuchen oder Partys an den Wochenenden – mit teils unzähligen Bekannten – gehörten für einige zum üblichen Jugendleben dazu.

Seit März gelten in ganz Deutschland nun strenge Maßnahmen, wie zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen, welche in diesem Herbst – aufgrund der steigenden Infektionsfälle – erneut eingeführt und verschärft wurden. Wie ein Großteil der Jugendlichen damit umgehen, haben einzelne Jugendliche aus diversen Bereichen „Wochenblatt News“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln geschildert.

,,Natürlich sind die Maßnahmen, die nun schon seit vielen Monaten gelten, nicht einfach zu verkraften – das merken wir Jugendliche jeden Tag“, sagt der 14-jährige Edi. ,,Doch auch wir sind uns der Lage bewusst und wissen, dass es mitunter auch auf uns ankommt, wann die Maßnahmen gelockert werden können. Wir können Menschen, die zur Risikogruppe gehören, schützen“, fügt Edi glaubhaft hinzu.

Und weiter: „Man müsse einfach mal auf Dinge verzichten und rücksichtsvoll miteinander umgehen“, appelliert er eindringlich an seine Mitmenschen.

Dennoch sehen das nicht alle Jugendlichen genauso wie Edi. Vielen Teenager fehlt es so langsam an Geduld und Nerven, wie es diverse Beispiele zeigen.

Chiara Kaa, die 13 Jahre ist und die Werkrealschule in Kressbronn besucht, sieht die momentane Situation etwas anders: ,,Mir machen die Beschränkungen eher nichts aus, ich hätte nichts gegen eine erneute Schließung der Schulen.“ Sie persönlich verriet schonungslos, dass sie es unverantwortlich gegenüber den Schülern und ihren Angehörigen findet, dass die Klassen teilweise noch in Vollbesetzung unterrichtet werden. Sie könne diverse Beschränkungen nicht wirklich nachvollziehen, wobei sie – für einen Schutz der sogenannten Risikogruppen – ihre Kontakte ebenso drastisch reduziert hat.

Luca Bauer (16 Jahre) hingegen bekommt die Maßnahmen in seinem Hobby besonders zu spüren. Er ist ein Teil des Football-Teams bei den Ravensburger Razorbacks. Unmittelbar nach dem letzten Spiel am 18. Oktober wurde der zweite, also sogenannte „Lockdown light“ beschlossen, sodass er und sein Team eine Zwangspause einlegen müssen. Wann das Football-Team das Training wieder aufnehmen darf, ist noch völlig unklar.

 „Vorerst sollte das Training mit der Mannschaft den ganzen November ausfallen, wobei eine weitere Verlängerung noch am Mittwoch bei der Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Bundeskanzlerin in Berlin beschlossen werden könnte“, sagte Luca mit einer gewissen Unklarheit mit Sicht auf die nächsten Wochen.

Natürlich gibt es auch bei den Jugendlichen wenige Unverantwortliche, die allerdings – laut Umfragen – in der deutlichen Minderheit sind. Die Umfragen zeigen dort, trotz Kritik, erstaunlich ähnliche Ergebnisse wie bei den Erwachsenen. Durch die bereits genannten Beispiele der verschiedenen Jugendlichen merkt man also zweifellos, dass in einigen Bereichen des alltäglichen Lebens, so wie man es noch vor der Pandemie gekannt hatte, inzwischen einige Unsicherheiten bestehen.

In dieser Zeit sind viele Jugendliche also zweifelsohne darum bemüht, sich weiterhin an die geltenden Bestimmungen zu halten und gemeinsam auf eine baldige Rückkehr zur Normalität zu hoffen.