Selbst einer echten Sportskanone macht das Virus schwer zu schaffen

Selbst einer echten Sportskanone macht das Virus schwer zu schaffen
Hofft, dass er bald wieder richtig fit wird: Nico Di Leo. (Bild: Privat/Pixabay)

Friedrichshafen (tmy) – Nico Di Leo ist 33 Jahre jung, sportlich und steht mitten im Leben. Der zweifache Familienvater ernährt sich gesund, spielt seit Jahren aktiv Fußball und geht regelmäßig Joggen. Doch in diesen Tagen ist das alles – quasi von heute auf morgen – anders.

„Von ein bisschen Obst schneiden und davon, eine Mandarine zu schälen, bin ich total platt“, erklärt Di Leo. Ja, trotz zweifacher Impfung und zusätzlichem Boostern ist der Spielertrainer der SGM Fischbach / Schnetzenhausen an das Bett gefesselt oder verbringt seine Zeit mit Decke und Tee auf dem Sofa.

Das tägliche Leben ist auf den Kopf gestellt

Denn an sportliche Aktivität, einen geregelten Arbeitsablauf oder das eingespielte Familienleben ist nicht zu denken. „Ich fühle mich total müde und spüre meine Knochen, als hätte mich im übertragenen Sinne ein Bus überrollt“, schildert der Deutsch-Italiener seinen Zustand. Nico Di Leo ist „Corona-positiv“ und somit derzeit in häuslicher Isolation.

„Ich bin froh, dass ich daheim sein und mich selbst versorgen kann“, erzählt der Häfler am Telefon. Derzeit sind die Familie und viele Freunde für ihn da, regeln den Einkauf oder bringen Medikamente. „Ich möchte nicht wissen, wie es mir gehen würde, falls ich nicht geimpft wäre.“

Zustand wechselt quasi täglich

Es sei nicht wirklich eine tolle Vorstellung, auf der Intensivstation in einem Krankenhaus an eine Maschine gefesselt zu sein und sich nicht selbst im Bett umdrehen zu können. „Da ich nun etwas mehr Zeit für die Couch und das Fernsehen habe, bekomme ich ja noch viel mehr mit“, sagt Di Leo, der sich die besinnliche Adventszeit sicherlich anders vorgestellt hätte.

Und: Es gibt Tage, an denen es ihm wesentlich schlechter, aber dann auch wieder den Umständen entsprechend „gut“ geht. „Man sollte sich einfach immer ins Gedächtnis rufen, dass es jeden treffen kann“, warnt Nico Di Leo vor einem zu sorglosem Umgang mit der Krankheit. Gerade, weil es so schnell gehen könne und inzwischen viele Varianten bekannt seien.

Krankheit kommt quasi aus dem Nichts

Wo er sich angesteckt haben könnte, ist ihm nicht bewusst – das sei quasi aus dem Nichts gekommen. Er habe auch schon viele Reaktionen bekommen, dass es doch recht verwunderlich sei, dass es einen wie ihn – der sportlich ist und keine Vorerkrankungen hat – „über Nacht so weghaut“.

Aber: Es sei ihm nun noch wichtiger geworden, dass möglichst viele Menschen dazu bereit sind, sich und andere zu schützen und Maßnahmen zu treffen. „Das beginnt schon damit, sich impfen zu lassen“, betont Di Leo, der bald wieder auf die Füße kommen oder eben zum Joggen gehen will. Doch: Vorerst muss er sich noch bremsen und den Ball links liegen lassen.