Schwenningen verpasst die Playoffs um Haaresbreite

Schwenningen verpasst die Playoffs um Haaresbreite
Enttäuschte Gesichter: die Schwenninger Wild Wings schrammen denkbar knapp an den Playoffs vorbei. (Bild: DEL Photo-Sharing)
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Redaktion

Schwenningen – Trotz eines 5:3-Erfolges gegen die Kölner Haie in der Penny-DEL ist für die Schwenninger Wild Wings die Saison vorzeitig zu Ende gegangen. Denn die Mannschaft von Niklas Sundblad verpasste die Playoffs um sage und schreibe 0,01 Punkte.

Das Hoffen und Bangen spitzte sich – laut Vereinsmitteilung – aus Schwenninger Sicht am 42. Spieltag nochmals zu. Zunächst aber wurden die Wild Wings euphorisch von ihren Fans, die die Anfahrt zur Helios-Arena säumten, empfangen. Nach einem zurückhaltenden ersten Drittel, kamen die Neckarstädter in Schwung und konnten einen letztlich ungefährdeten 5:3-Sieg einfahren, der allerdings nicht genug war, um die „Post-Season“ zu realisieren.

Und: Die Haie stellten sich bereits nach 20 Sekunden eindrucksvoll vor. James Sheppard traf per Handgelenksschuss den Pfosten. Doch im folgenden Powerplay glichen die Gastgeber nach einem Pfostentreffer aus, als Tylor Spink einen Schuss von Colby Robak mit dem Schläger tippte (3. Spielminute).

Ein Turnover in der eigenen Zone beförderte die Scheibe – so die Wild Wings weiter – direkt auf den Schläger von Jason Akeson, der sich aus dem Slot nicht zwei Mal bitten ließ und zum 1:0 für die Haie verwandelte. In der Folge entwickelte sich eine zerfahrene Partie, die wenig Höhepunkte parat hatte.

Erst in der 11. Spielminute konnte Daniel Pfaffengut die Scheibe tief in der gegnerischen Hälfte erobern und traf die Hand eines Verteidigers, die die Scheibe am Tor vorbei lenkte. Noch vor dem Powerbreak war es dann Tylor Spink, der gefährlich abschließen konnte, doch Hannibal Weitzmann bekam seine Arme schnell genug an den Körper.

Köln hatte nach dem Powerbreak die ersten Akzente und einen Körpertreffer von Sheppard, der die Scheibe haarscharf am Tor vorbeitrudeln ließ, zu verzeichnen. Doch Schwenningen fand eine Antwort. Über Colby Robak und Alexander Weiß kam die Scheibe zu Andreas Thuresson, der aus nächster Nähe geschickt vollendete.

Wenig später kam Daniel Weiß an die Scheibe, sein Zuspiel brachte David Cerny in eine gute Position, doch Weitzmann war zur Stelle. Die nächste bittere Pille mussten die Hausherren in Minute 27 schlucken, als Verteidiger Kevin Gagné plötzlich im Slot auftauchte und die Scheibe nur noch über die Linie tippen musste.

Mit Beginn des Mitteldrittels fanden die Wild Wings dann eine schnelle Antwort. Will Webers Flachschuss fand den Schläger von Alexander Weiß, der dem Puck die entscheidende Richtung gab. 22 Minuten waren da gespielt. Und die Schwenninger schlugen direkt nochmals zu.

Aus einem Tumult vor Hannibal Weitzmann war es Andreas Thuresson, der mit seinem zweiten Treffer seine Farben erstmals in Führung brachte. Und: Schwenningen blieb auf dem Gaspedal und legte in Überzahl das dritte Tor nach. Tylor Spink war frei vor dem Kölner Tor und hatte genug Zeit, den Goalie zu verladen – 4:2. Das Spiel war gedreht.

Eine starke Moral, die die Mannschaft von Niklas Sundblad erneut unter Beweis stellte. Und nachlassen war in diesen Minuten nichts das Ding der Schwenninger. Andreas Thuresson zielte aber zu genau, sodass sein Schuss ans Aluminium zischte. Nach dem Powerbreak folgten viele Strafen und immer wieder der Blick nach Wolfsburg, wo die Grizzlys zu diesem Zeitpunkt nach 0:2-Rückstand auf 2:2 gegen Straubing stellten.

In der Helios Arena ging es weiter nur in eine Richtung und so überraschte es auch nicht, dass Schwenningen noch ein weiteres Mal erfolgreich war. David Cerny setzte sich energisch Richtung Weitzmann durch, der Goalie bekam die Fanghand zu spät auf die Scheibe und ermöglichte Cerny so den Abschluss. Die Haie mussten dann immer mehr Zeit im eigenen Drittel fressen, die Wild Wings blieben bärenstark und hatten Chancen im Sekundentakt.

Den ersten Dämpfer gab es aber schon vor Beginn des Schlussdrittels, als Straubing mit zwei Toren in Wolfsburg davonzog. Travis Turnbull und seine Mitstreiter waren davon zunächst unbeeindruckt und killten eine Strafe von Alexander Weiß souverän weg. Dann aber eine schöne Kombination der Gäste aus Köln, die Marcel Müller zum 3:5 nutzte.

In der 52. Spielminute initiierten Moritz Müller und Alexander Weiß dann ein Handgemenge und die Wild Wings waren in Summe für zwei Minuten im Powerplay. Die beste Möglichkeit hatte dann aber Boaz Bassen, als wieder „Fünf gegen Fünf“ gespielt wurde, doch sein Abschluss landete direkt auf dem Körper von Justin Pogge, der mittlerweile zwischen den Pfosten bei den Kölnern stand.

Doch an Spieltag 42 zeichnete sich dann ab, dass die Straubing Tigers in Wolfsburg nicht mehr in die Overtime mussten. Und so waren es die Schwenninger, die nach 38. Spieltagen mit 0,01 Punkten die Playoffs verpassten. „Wir haben irgendwann auch nach Wolfsburg geschaut und es ist sehr schade, dass wir den Weg nicht ganz zu Ende gehen konnten, um diese starke Saison in den Playoffs fortsetzen zu dürfen“, kommentierte Niklas Sundblad.

Tore:

0:1 | 04:24 J. Akeson #19 | J. Matsumoto #10
1:1 | 13:16 A. Thuresson #36 | A. Weiß #43, C. Robak #4
1:2 | 16:52 K. Gagné #92 | J. Matsumoto #10, C. Ugbekile #79
2:2 | 21:05 A. Weiß #43 | W. Weber #78, T. Bourke #70
3:2 | 22:51 A. Thuresson #36 | A. Weiß #43, T. Bourke #70
4:2 | 25:06 T. Spink #90 | T. Bourke #70, T. Spink #96
5:2 | 31:59 D. Cerny #26
5:3 | 42:49 M. Müller #9 | J. Akeson #19, C. Ugbekile #79