Schwenningen bringt sich in der Schlussphase mit Strafen um Punkte

Schwenningen bringt sich in der Schlussphase mit Strafen um Punkte
Haben sich mit Strafen selbst um die Früchte ihrer Arbeit gebracht: die Schwenninger Wild Wings (weiße Trikots). (Bild: City-Press GmbH)
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Redaktion

Wolfsburg – Die Schwenninger Wild Wings sind den Grizzlys Wolfsburg in der Penny-DEL mit 3:5 unterlegen gewesen. Es waren die Schlussminuten und zu viele Strafen in Folge, die die Wild Wings – laut Vereinsmitteilung – um den Lohn viel guter Arbeit brachten.

Zuvor spielten Kapitän Turnbull und Co. vor allem im ersten Drittel – so die Wild Wings – mehr als ansehnlich, konnten aber „nur“ ein 2:2 in die Pause mitnehmen. Dann kam Wolfsburg und ging mit 3:2 in Führung. Im Schlussdrittel war die Partie lange offen und die Gäste agierten mit optischem Übergewicht, mussten aber drei Strafen hinnehmen.

Trotz eines mehr als ordentlichen Beginns gerieten die Gäste in der Autostadt in Rückstand. Wolfsburg war mit seinem einzigen Torschuss in Minute zwei durch Garrett Festerling in Führung gegangen. Sein Handgelenksschuss landete im Winkel. Ansonsten sah man in der Eis-Arena-Wolfsburg ein nahezu optimales Auswärtsspiel der Wild Wings.

Man war läuferisch stark, aggressiv im Forecheck und solide in der Defensive. Der Ausgleich durch Marius Möchel war verdient und egalisierte die Grizzly-Führung. Möchel hatte die Scheibe durch die Beine von Dustin Strahlmeier geschoben (10. Minute). Danach spielte Wolfsburg etwas gefälliger, doch Schwenningen hatte – laut Mitteilung – die besseren Einschuss-Möglichkeiten.

Insbesondere die beiden Spink-Zwillinge und Alexander Weiß waren in dieser Phase sehr stark. Aber: Erneut aus dem Nichts folgte dann das zweite Tor des Teams von Pat Cortina. Anthony Rech mit einer Finte und die Scheibe fand irgendwie sein Ziel durch die Schoner von Patrik Cerveny (16. Spielminute).

Zum Glück brauchte Schwenningen nicht lange für eine Antwort. Machacek nahm sich eine sehr kurze Auszeit auf der Strafbank, denn nach nur drei Sekunden schlug der Schuss von Colby Robak in den Maschen ein – Ausgleich. Die Grizzlys wussten wohl, wie schmeichelhaft der Spielstand nach dem ersten Drittel für sie war und kamen entsprechend aus der Kabine.

Eine deutlich verbesserte Mannschaft wartete in diesem Mitteldrittel auf die Schwenninger. Doch im Grunde hielten die Wild Wings dem Druck weitestgehend gut stand. Beim einzigen Gegentreffer hatte man selber wieder entscheidende Aktien im Spiel. Ein kostspieliger Turnover im eigenen Drittel brachte die Scheibe über Pekka Jormakka zu Sebastian Furchner, der Cerveny im Tor schön ausmanövrierte – 3:2.

In der Folge waren immer wieder Druckphasen der Wolfsburger und gelegentliche Entlastung der Gäste zu sehen, die es in Überzahl versäumten, Kapital zuzuschlagen, um den Ausgleich zu erzielen. Schwenningen fand in diesem Schlussdrittel wieder die Form des ersten Spielabschnitts und so entwickelte sich ein offenes Spiel.

Marius Möchel traf nach langem Videobeweis in der 47. Spielminute zum zweiten Mal an diesem Abend – 3:3. Die Scheibe war vom Pfosten an Strahlmeiers Rücken und von dort über die Linie gesprungen. Anschließend sah man die stärkste Phase der Grizzlys in diesem Schlussdrittel, die die Gäste aber schadlos überstehen konnten. Als das Spiel auf die Zielgerade einbog, nahmen sich die Wild Wings insgesamt drei Strafen.

Eine davon war wohl die eine zu viel und Spencer Machacek gelang 82 Sekunden vor dem Ende der entscheidende Treffer zum 4:3, bevor das „Empty-Net-Goal“ von Festerling für den 5:3-Endstand sorgte. Schon am Mittwochabend geht’s bei den Eisbären Berlin weiter (18.30 Uhr).

„Es ist schwer, so ein Spiel direkt nach dem Abpfiff zu analysieren. Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gemacht und am Ende haben uns zu viele Strafen Punkte gekostet. Ich habe sie jetzt noch nicht gesehen, aber ich bin kein Freund davon, wenn so eine wichtige Partie kurz vor Schluss durch die Specialteams entschieden wird“, bilanzierte Marius Möchel.

Tore:

1:0 | 01:51 G. Festerling #4 | G. Fauser #23
1:1 | 09:15 M. Möchel #91 | J. Huß #52, M. Hadraschek #16
2:1 | 15:50 A. Rech #18 | M. Olimb #46
2:2 | 16:02 C. Robak #4 | A. Thuresson #36, T. Spink #90
3:2 | 24:56 S. Furchner #17 | P. Jormakka #25, G. Festerling #4
3:3 | 46:07 M. Möchel #91 | M. Hadraschek #16, D. Pfaffengut #77
4:3 | 58:37 S. Machacek #93 | M. Järvinen #71, M. Görtz #88
5:3 | 59:01 G. Festerling #4 | S. Machacek #93