Mehrkosten von über 10 Millionen befürchtet Sanierung der Gymnasien wird deutlich teurer

Sanierung der Gymnasien wird deutlich teurer
Wird teurer: Die Sanierung der Gymnasien voraussichtlich über 10 Millionen Euro mehr als geplant. (Bild: Stadt Tuttlingen)
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Redaktion

Die Kostenexplosion im Baugewerbe macht sich jetzt auch auf Tuttlingens größter Baustelle bemerkbar: Die Gesamtkosten für die Sanierung der Gymnasien steigen möglicherweise um über 10 Millionen Euro. Nach einer aktuellen Kostenschätzung muss von bis 72,7 Millionen Euro ausgegangen werden.

Noch ist es eine Kalkulation aufgrund aktueller Baupreise, und EBM Uwe Keller ist optimistisch, dass es nicht ganz so schlimm kommen wird: „Ich habe die Hoffnung, dass die Preise jetzt den Höchststand erreicht haben und danach wieder fallen werden“, so Keller in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstag, „die aktuellen Trends gehen zumindest in diese Richtung.“ Auch Fachbereichsleiter Stefan Hermann schränkte die Kostenschätzung etwas ein: „Es kann so kommen – muss aber nicht.“ Allerdings: Auf den Stand vor Beginn des Ukraine-Krieges werden die Preise sicher nicht mehr fallen.

Die jetzt vorliegenden Zahlen liegen weit über dem, was trotz der einkalkulierten Preissteigerungen errechnet war. Jährliche Baukostensteigerungen von 5 Prozent hatten die Planenden nämlich in ihre Schätzungen einbezogen. „Diese Werte waren bisher üblich und realistisch“, so Stefan Hermann, „aber als die Kosten kalkuliert wurde, wusste noch kein Mensch, dass Putin die Ukraine überfallen würde.“

Die nun ermittelten Preissteigerungen betreffen die unterschiedlichsten Gewerke: Die Preise für energieintensive Bereiche wie Asphalt- und Betonarbeiten schossen ebenso in die Höhe wie die Preise für Holz und Stahl, und auch bei Elektronik für die Haustechnik und die Schulausstattung war die Preisentwicklung dramatisch.

Im Rahmen des geplanten Budgets wird daher wohl nur der weitgehend fertig gestellte Bauabschnitt eins bleiben – also die Sanierung des IKG-Turms und der Neubau des OHG-Anbaus. Hier wird die Kostenschätzung von 26 Millionen Euro wohl eingehalten werden. Aber schon bei Bauabschnitt zwei geht es spürbar nach oben: Die Sanierung des Klassentrakts des IKG wird statt 6,98 wohl 9,27 Millionen Euro kosten – allein der Holzbau an der Fassade wurde hier dreimal so teuer wie kalkuliert. Ähnlich sieht es beim Bauabschnitt drei aus: Die Sanierung des OHG-Bestandsbaus wird statt der kalkulierten 12,12 Millionen Euro wohl 17,96 Millionen Euro kosten. 

Fast verdoppeln werden sich wohl die Kosten für die Ausstattung und Einrichtung der Schule. Hier waren 1,7 Millionen geplant, jetzt geht man von 3 Millionen Euro aus. Neben Inflation und Preissteigerungen kommt hier noch hinzu, dass sich während der letzten Jahre auch der technische Standard und die technischen Anforderungen an Schulen geändert haben. Gängig sind nun zum Beispiels Touch-Displays in den Klassenzimmern.

Trotz der Kostensteigerungen wird das Projekt wie geplant fortgesetzt. Zwar werden Details bei der Einrichtung nochmals überprüft, spürbar senken wird das Budget freilich nicht. Daher wird die Kostenentwicklung bei den Gymnasien vor allem Folgen für die Finanzplanung der Stadt und andere Projekte haben.

(Pressemitteilung: Stadt Tuttlingen)