Risiko für werdende Mutter und Kind

Risiko für werdende Mutter und Kind
Die AOK weist auf Präeklampsie während der Schwangerschaft hin. (Bild: AOK Ulm-Biberach)
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Redaktion

Deutliche Zunahme von Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie

Ulm/Biberach – Zum Thema Schwangerschaftsbeschwerden fallen einem meist Übelkeit, gesteigerter Harndrang, geschwollene Beine und Müdigkeit ein. Die Beschwerden sind häufig harmlos, manchmal aber auch Zeichen ernster Komplikationen: Rund sieben Prozent aller werdenden Mütter entwickeln im Laufe ihrer Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes und bei etwa fünf Prozent tritt eine Präeklampsie auf, früher sagte man dazu Schwangerschaftsvergiftung. Beide Komplikationen können ein hohes Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind bedeuten.

Im Landkreis Biberach müssen immer mehr Frauen aufgrund einer Präeklampsie oder eines Schwangerschaftsdiabetes behandelt werden. 2020 waren es 307 AOK-Versicherte, während es 2016 noch 188 waren. Die Zunahme der Fallzahlen liegt mit 9,9 Prozent jährlich deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 4,8 Prozent. Die Erkrankungen betreffen vor allem Frauen im Alter von 20 bis 45 Jahren mit einer deutlichen Häufung zwischen 30 und 35 Jahren.

Beim Großteil der Frauen bleiben die Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft normal. Wenn der Blutzucker während der Schwangerschaft jedoch bestimmte Werte übersteigt, liegt ein Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, vor. „Man nimmt an, dass der Stoffwechsel entgleist, weil der Hormonhaushalt umgebaut wird“, sagt Dr. Gudula Kirtschig, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Übergewicht, Bewegungsarmut und ungesunde Ernährung begünstigen die Zuckerkrankheit zusätzlich. „Ein erhöhter Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für zum Beispiel überdurchschnittlich große Kinder, Kaiserschnittgeburt und Totgeburt.

Falls ein bereits existierender Diabetes oder ein Gestationsdiabetes während der Organentwicklung des Kindes schlecht eingestellt ist, können schwere angeborene Fehlbildungen oder Spontanabort die Folge sein“, so die Ärztin. Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bringen ein gesundes Kind zur Welt. Allerdings: Bei erhöhtem Blutzucker steigt das Risiko für eine andere seltene Schwangerschaftserkrankung, die sogenannte Präeklampsie.

„Bei einer Präeklampsie bestehen nach der 20. Schwangerschaftswoche Bluthochdruck und eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin“, sagt Gudula Kirtschig. Sie zeigt aber auch andere Symptome, wie Störungen der Niere, der Leber, des Nervensystems und der Blutgerinnung. Wachstumsverzögerungen und ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt können gefährlich für das ungeborene Kind sein. Die Gründe für den Anstieg von Präeklampsie sind nicht genau erforscht.

„Vermutlich liegt es an einem ungesünderen Lebensstil mit ansteigenden Zahlen an Volkskrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes“, erklärt Dr. Kirtschig. Weitere Risikofaktoren, die eine Präeklampsie begünstigen, sind Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und eine positive Familienanamnese, also das Auftreten bei anderen Familienmitgliedern. „Die Behandlung einer Präeklampsie hängt von den Symptomen ab. Ein hoher Blutdruck wird zum Beispiel medikamentös behandelt“, so die Ärztin. Häufig verlaufe die Präeklampsie jedoch mit milden Symptomen und lasse sich dann meist schon durch viel Ruhe in den Griff bekommen.

(Pressemitteilung: AOK Ulm-Biberach)