Drei Tage Vollgas trotz Starkregen und Schlamm 65.000 Menschen feiern bei «Southside»-Festival

65.000 Menschen feiern bei «Southside»-Festival
Festivalbesucher des Southside Festivals verfolgen auf dem Southside Festival das Konzert der Künstlerin Alice Merton. Das Rockmusik-Festival gehört zu den größten deutschen Open-Air-Festivals. (Bild: picture alliance/dpa | Silas Stein)

Deutsche Presse-Agentur

Drei Tage lang lud das «Southside»-Festival zum Feiern, 65.000 Menschen folgten dem Ruf. Enttäuscht wurden sie nicht – trotz sehr viel Regen und noch mehr Schlamm.

Ayliva verteilt Rosen, Ed Sheeran rappt und The Offspring rocken die Bühne: 65.000 Menschen haben am Wochenende beim «Southside»-Festival in Neuhausen ob Eck gefeiert. Zum Abschluss des Open-Airs am Sonntag haben Veranstalter und Einsatzkräfte eine positive Bilanz gezogen. Polizei und Johanniter sprachen von einem friedlichen Fest.

Drei Tage lang heizten Dutzende Acts den Massen auf dem «Southside»-Festival ein. Mehr als 80 nationale und internationale Bands und Künstler hatte sich auf dem ehemaligen Militärflugplatz nördlich des Bodensees im Landkreis Tuttlingen angekündigt – darunter auch Rapper Sido, die kanadische Sängerin Avril Lavigne und das Produzenten-Duo Glockenbach. Sie spielten auch auf dem gleichzeitig stattfindendem Schwesterfestival «Hurricane» im niedersächsischen Scheeßel.

Ein ganz großes Thema in diesem Jahr: Der Regen. An Gummistiefeln und Regenponcho kamen die Festivalbesucher nicht vorbei. Freitag und Samstag dominierte das Regenwetter. Zeitweise warnte der Veranstalter auch vor Starkregen. Beim Auftakt am Freitag kam es wegen des schlechten Wetters zu leichten Verzögerungen beim Einlass. Vom Feiern ließen sich die Musikfans nicht abhalten.

Während am Freitag die Italo-Schlager-Band Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys – Quanto Costa auf der Bühne spielte, tanzte die Menge daneben Polonaise. Auch auf den Campingplätzen jenseits der Bühnen und des Festival-Geländes herrschte ausgelassene Stimmung. Wer durchhielt, bekam am letzten Festivaltag die Belohnung: viel Sonnenschein. Von Sängerin Ayliva («Wunder») gab es auch Rosen. «Ihr seid echt laut!», rief sie bei ihrem Auftritt am Samstagabend.

Zu größeren Straftaten sei es nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Lediglich drei Körperverletzungsdelikte seien bis zum Nachmittag aufgenommen worden, berichtete ein Polizeisprecher am Sonntag. «Trotz 65 000 Menschen, die hier zusammen feiern.» Es habe keine einzige Gewaltstraftat gegen Einsatzkräfte gegeben.

Auch die Rettungskräfte berichteten von vergleichsweise wenigen Einsätzen. «Wir hatten 1700 Patientenkontakte», sagte ein Sprecher der Johanniter. 70 Patienten seien in umliegende Kliniken transportiert worden. Durch den Matsch seien Menschen umgeknickt, ausgerutscht oder gestolpert. Da seien so die typischen Verletzungen gewesen. Beim Auftritt von Popstar Ed Sheeran sei etwas mehr los gewesen als bei den anderen Konzerten.

Besucher des Southside Festival haben vor ihrem Zelt ein Schild mit der Aufschrift "Wir saufen ab" aufgestellt. Ergiebige Regenfälle während des gesamten Wochenendes haben große Teile des Geländes in eine Schlammwüste verwandelt.
Besucher des Southside Festival haben vor ihrem Zelt ein Schild mit der Aufschrift „Wir saufen ab“ aufgestellt. Ergiebige Regenfälle während des gesamten Wochenendes haben große Teile des Geländes in eine Schlammwüste verwandelt. (Bild: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Der Matsch machte auch den Veranstaltern zu schaffen. Herausfordernd werde die Abreise der Besucher sein, weil viele Fahrzeuge in Schlamm feststeckten und abgeschleppt werden müssten, sagte Festivalsprecher Benjamin Hetzer. Auch die große Abwassermenge, die durch die Niederschläge angefallen sei, sei technisch und logistisch sehr herausfordernd. Zig Lastwagen seien durchgehend und auch weiter damit beschäftigt, das Abwasser wegzufahren. «Das wird nicht ohne.»

Das «Southside» und das «Hurricane» in Niedersachsen gehören zu den größten Rockfestivals in Deutschland. Im kommenden Jahr sollen sie vom 20. bis zum 22. Juni veranstaltet werden.