Wer am Wochenende gerne mal kurz aus der sich immer schneller drehenden Welt aussteigen möchte und sich zudem noch für Geschichte und alte Kulturen interessiert, sollte weiterlesen. Hier ist für jeden Geschmack das Passende dabei – natürlich auch für Kinder.
Campus Galli – Mittelalter hautnah erleben – noch bis zum 5. November
Auf der Klosterbaustelle „Campus Galli“ bei Meßkirch versuchen Handwerker und Ehrenamtliche Tag für Tag ohne Maschinen oder modernes Werkzeug, ein Stück Mittelalter in die heutige Zeit zurückzuholen. Mit altertümlichen Werkzeugen und zu der damaligen Zeit vorhandenen Hilfsmitteln versuchen die Menschen dort ein Kloster, auf Grundlage eines vor 1200 Jahren gezeichneten Bauplans, zu erschaffen. Dieser zweidimensionale St. Galler Klosterplan wurde nahe der Insel Reichenau gezeichnet und ist weltberühmt – so zeigt er doch nicht weniger als den Idealplan eines Klosters.

Wer hautnah erleben möchte wie Holzbalken noch mit bloßen Äxten behauen werden oder glühendes Metall am Amboss in die richtige Form gebracht wird, der kommt auf dem Campus Galli voll auf seine Kosten. Denn hier muss, nach altertümlicher Tradition, noch alles von Hand gemacht werden. Diese Arbeitsweise ist deutlicher mühsamer, anstrengender, langsamer und kräftezehrender als heutzutage – vielleicht ist sie aber auch erfüllender, befriedigender und bietet somit einen idealen Ausgleich zu unserer schnelllebigen Zeit.
Von Honigmet über Alb-Leisa bis hin zur Bratwurst
Selbst die angebotene kulinarische Verköstigung wird strikt nach den Rezepten und Zutaten der Karolingerzeit zubereitet. So hoffen die Besucher beispielsweise vergebens auf einen leckeren Kaffee – dieser kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa und war in der karolingischen Zeit somit nicht bekannt. An kalten Tagen gibt es dafür Pfefferminztee, da Minze im Klosterplan bereits verzeichnet war. Ansonsten gibt es neben Bier, Wasser, Apfelschorle und Honigmet noch eine grobe Bratwurst mit Gewürzen des 9. Jahrhunderts, Dennetle, ein mit Schmand, Speck und Käse belegter Weizenfladen und einen Linseneintopf aus der „Alb-Leisa“, einer regionalen Linsensorte.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 13 € und für Kinder unter 16 Jahren 8 €. Kinder bis 6 Jahre erhalten kostenlosen Eintritt. Wer zusätzlich noch eine spannende Führung durch den Campus Galli möchte, muss nochmals 4 € pro Person bezahlen.
Start in die vielfältige Museumssaison Wangen – bis zum 30. Oktober
Seit dem 1. April haben die Museen in der Eselmühle in Wangen wieder regelmäßig an den Wochenenden geöffnet. An allen Samstagen bietet der Altstadt- und Museumsverein ein spezielles Programm an, wobei der erste Samstag im Monat stets für Kinder und Jugendliche reserviert ist.
Wangen im Allgäu hat das Glück, dass alle Museen in einer in sich geschlossenen und zusammenhängenden Museumslandschaft integriert sind – und zwar befinden sich alle Museen in der alten Stadtmauer. So können interessierte Besucher mit nur einer Eintrittskarte in das Stadtmuseum, das Museum für mechanische Musikinstrumente, das Käsereimuseum, das Eichendorff-Museum, das Freytag-Museum, die Fasnachtsausstellung und das Druckereimuseum besichtigen.
Besondere Eier und spannendes Mitmachprogramm
Die Dauerausstellung der Museen in Wangen wurde im letzten Jahr zusätzlich noch durch das OsterEierMuseum erweitert. Dieses zeigt besonders kunstvolle Eier aus der Sammlung, welche von den Ausstellern des jährlichen Ostereiermarkts an die Stadt Wangen abgegeben wurden.
Der erste Samstag im Monat gehört immer den jungen Besuchern. Bei abwechslungsreichen Mitmachprogrammen können die Kinder und Jugendlichen mit Federn schreiben, Papier schöpfen und mit einem Wachssiegel versehen oder ihr eigenes „Museum“ in Form eines Schuhkartons basteln. Währenddessen können sich die Eltern entspannt die Museumslandschaft ansehen und einen Kaffee trinken.

An jedem zweiten Samstag im Monat können die Besucher die Abteilung der mechanischen Musikinstrumente „live“ erleben. Unter anderem werden die Besucher dort auch erfahren, was es mit dem Sprichwort: „Der Groschen ist gefallen“, auf sich hat.
Das Druckereimuseum kann jeweils am dritten Samstag im Monat besichtigt werden. Auch hier wird es interaktiv – alle Besucher können sich auf einer Boston Tiegeldruckpresse von 1860 eine Andenkenkarte drucken. Zusätzlich gibt es im Druckereimuseum auch die Gutenbergdruckpresse von 1785 zu bestaunen.
Hustenbonbons nach einem Rezept Karl des Großen herstellen
Jeweils am letzten Samstag im Monat finden Badstubenführungen im Kostüm statt. Bei diesen besonderen Führungen können die Besucher selbst Hustenbonbons nach einem Rezept von Karl dem Großen herstellen und zusätzlich noch ihr eigenes Badgeld prägen.
Wen das Museumsfieber jetzt gepackt hat, der kann noch bis Ende Oktober freitags und sonntags von 14:00-17:00 Uhr und immer samstags von 11:00-17:00 Uhr, die Wangener Museumslandschaft in der Eselmühle besuchen. Für Erwachsene beträgt der Eintritt 4 €, Schüler, Studenten und Menschen mit Schwerbehinderung zahlen 2,50 € und Kinder bis 11 Jahre kommen kostenlos in die Museumslandschaft.