Versteckte Leiche im Hochbeet: Ravensburgerin verurteilt

Versteckte Leiche im Hochbeet: Ravensburgerin verurteilt
Die Angeklagte (r) sitzt beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Ravensburg (Baden-Württemberg) neben ihrem Verteidiger Samuel Fischer. (Bild: Aleksandra Bakmaz/dpa)

Deutsche Presse-Agentur

Ein Haus im Grünen, ein Hund, ein teurer Lebensstil – und eine männliche Leiche im Hochbeet: Eine 37-Jährige wurde nun zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Weil sie ihren Partner ermordet haben soll, muss eine 37 Jahre alte Frau lebenslang in Haft. Sie hat laut einem Urteil des Landgerichts Ravensburg vom Dienstag ihren Freund nach 16 Jahren Beziehung mit einem gezielten Stich in den Hals getötet. Angeklagte war die Deutsche wegen heimtückischen Mordes. Das Gericht ging von niedrigen Beweggründen und Heimtücke aus. Die Frau habe vermeiden wollen, dass ihr Partner mitbekommt, dass sie einen Autokredit auf seinen Namen und ohne sein Wissen aufgenommen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Laut Anklage spielte sich die Tat im gemeinsamen Wohnhaus des Paares in Ravensburg ab. Die gelernte Restaurantfachfrau im vergangenen Herbst soll ihrem Partner aus Frust über die Beziehung mit einem spitzen Gegenstand – vermutlich einem Messer – die Halsschlagader durchtrennt haben. Der 39-Jährige verblutete.

Laut der Staatsanwältin soll die Angeklagte für ihren tödlichen Angriff abgewartet haben, bis der Partner sich für einen Nachmittagsschlaf auf das Sofa gelegt hat. Später soll sie seine Leiche in einem Hochbeet auf dem Grundstück des Hauses versteckt haben. Im Anschluss meldete sie den Koch vermisst.

Der Polizei hatte sie laut Aussage der zuständigen Beamtin gesagt, dass ihr Lebensgefährte nach Stuttgart wollte, um bei einem Freund Geld zu besorgen, um einen Bankkredit zu begleichen. Seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. «Sie war ziemlich aufgelöst, sie hat die ganze Zeit geweint.» Die Frau habe ziemlich verzweifelt gewirkt. Sie habe sich angeblich Sorgen gemacht, weil der Freund in Stuttgart über Nagelstudios in mafiöse Strukturen verwickelt sei.

Weil sich die 37-Jährige bei dem vermeintlichen Vermisstenfall in Widersprüche verwickelt und auffällig verhalten hatte, waren im Oktober das Grundstück und das Haus des Paares durchsucht worden. Leichenspürhunde hatten den Toten in dem Hochbeet entdeckt.