Weiterer Dauerregen angekündigt Angespannte Hochwassersituation in der Region

Angespannte Hochwassersituation in der Region
Das Hochwasser des Flusses Schussen überschwemmte Teile von Meckenbeuren. (Bild: picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Dauerregen, Überflutungen, vollgelaufene Keller, evakuierte Häuser und Angst, was noch kommt. Der Dauerregen in Bawü und Bayern die letzten Tage hat seine schrecklichen Spuren hinterlassen. In unserer Region traf es einige Ortschaften ganz besonders. Wir haben eine Fotogalerie zusammengestellt.

Die Pegel in den gefährdeten Gebieten sind zwar leicht rückläufig, aber eine zweite Welle ist nicht ausgeschlossen. Bäche wurden zu reißenden Flüssen, Dämme sind gebrochen und man spricht von einem Jahrhunderthochwasser. In Teilen von Baden-Württemberg und Bayern fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Vermisster Feuerwehrmann noch nicht gefunden

Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten ist enorm und die ganzen Rettungskräfte sind unermüdlich im Dauereinsatz. Ein Feuerwehrmann kam ums Leben, einer wird noch immer vermisst. In Offingen (Landkreis Günzburg) war ein 22-Jähriger Feuerwehrmann in der Nacht zum Sonntag mit einem Boot der DLRG-Wasserrettung unterwegs und wird seitdem gesucht.

Ein Mann läuft in einem vom Hochwasser der Mindel überschwemmten Wohngebiet.
Ein Mann läuft in einem vom Hochwasser der Mindel überschwemmten Wohngebiet. (Bild: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand)

Städte wurden geflutet

Der Pegelstand der Schussen war am Samstagabend auf mehr als 4,86 Meter gestiegen. Damit führte der Fluss mehr Wasser als je zuvor. Besonders betroffen sind in Meckenbeuren (Bodenseekreis) die Ortsteile Kehlen und Brochenzell.

(Bilder: Sabrina Herr)

In Baienfurt stieg die Ach dramatisch an und bei den Sportanlagen wurde eine Unterführung für Radler und Fußgänger unterspült und das Wasser rauschte mit geballter Kraft durch.

(Bild: Daniela Leberer)

Bewohner eines Alten- und Pflegeheims wurden ausgelagert

Wegen des Hochwassers sind am Sonntag auch Kliniken, Pflegeheime und andere öffentliche Einrichtungen im Landkreis Neu-Ulm geräumt worden.  Rund 220 Menschen mussten eine Flüchtlingsunterkunft verlassen. Die Betroffenen wurden in einer Schulhalle untergebracht, schreibt die dpa.

(Bilder: Nikolas Schäfers)

In Lauingen an der Donau beschloss die Stadt am Sonntag, die Bewohner eines Alten- und Pflegeheims vorsorglich auszulagern. Sie kamen in ein Bildungszentrum.

Keine Entwarnung für den Bodenseekreis

Für den Bodenseekreis gibt es auch noch keine Entwarnung. Seit Freitag wurden die Feuerwehren im Landkreis zu mehr als 500 Einsatzstellen gerufen, vorwiegend wegen überfluteter Keller oder umgestürzter Bäume. Dabei waren bisher rund 900 Einsatzkräfte im Einsatz, teilte das Landratsamt Bodenseekreis mit.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt bis Montagabend, 3. Juni, weitere Niederschläge und Unwetter mit Starkregen in Teilen des Landkreises voraus. 

(Bilder: Sabrina Herr)

Im Notfall – die Feuerwehr rät

Sollten Sie in den betroffenen Gebieten entlang der Flüsse Ihr Haus oder Ihre Wohnung verlassen müssen, nehmen Sie Notfallgepäck mit Kleidung, Medikamenten, Wertsachen und wichtigen Unterlagen mit. Beachten Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte vor Ort. Betreten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit keine überfluteten Räume oder Gebiete, insbesondere Keller und Tiefgaragen. Halten Sie Abstand von Hochwasser führenden Gewässern.

Hochwasservorhersagezentrale ist hier abrufbar: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (baden-wuerttemberg.de)

(Quelle: dpa/Landratsamt Bodenseekreis)