Großes Interesse am Vortrag von Werner Sobek im GZH

Großes Interesse am Vortrag von Werner Sobek im GZH
„Non nobis“ – „nicht wir“ – lautete der Titel des Vortrages von Professor Werner Sobek im Graf-Zeppelin-Haus. (Bild: Stadt Friedrichshafen)

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Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Alfred-Colsman-Saal beim Vortrag von Professor Werner Sobek, einem Experten unter den Bauingenieuren und Architekten, im Rahmen der Vortragsreihe „Standpunkte“. Erster Bürgermeister Fabian Müller begrüßte die Gäste.

Professor Werner Sobek ist Architekt und Ingenieur, Gründer des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart und Initiator des Sonderforschungsbereichs SFB 1244 über „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“.

Er ist darüber hinaus Gründer und Ehrenpräsident mehrerer gemeinnütziger Initiativen wie dem „aed e. V.“. 2022 wurde er von der Zeitschrift Cicero als einziger Architekt und Ingenieur in die Liste der 500 wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen aufgenommen.

„Non nobis“ – „nicht wir“ –  lautete der Titel des Vortrages von Professor Sobek. Er spannte einen weiten Bogen vom Bauwesen über die Versorgung mit Energie bis zur Verantwortung eines jeden Einzelnen, an der Nachhaltigkeit seines Schaffens und Verhaltens mitzuwirken.

Das Projekt „non nobis“ ist der Versuch, sehr komplexe Sachverhalte zu kommunizieren und eine umfassende Gegenwartsanalyse der Baubranche vorzulegen. „Um unserer gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden, benötigen wir sauber recherchierte Fakten und vor allem eine präzise Darstellung der zwischen diesen Fakten bestehenden Zusammenhänge“, so Professor Sobek.

Dass die Baubranche für einen sehr hohen Anteil des weltweiten Ausstoßes klimaschädlicher Gase verantwortlich ist, mag für den einen oder anderen nichts Neues sein. Aber auch beim Materialverbrauch und an der Entstehung von Abfall sei, so Sobek weiter, sei die Baubranche mit an erster Stelle zu nennen.

Darüber hinaus widmete sich Werner Sobek den Möglichkeiten, die Erderwärmung und deren folgenschwere Konsequenzen zumindest zu mildern. Werner Sobek erläuterte den Beginn seines Wirkens an einem seiner ersten Projekte, welches schlank in der Materialität entworfen wurde, um wenig Werkstoffe zu verbrauchen.

Jedoch was im Allgemeinen und früher völlig außer Acht gelassen wurde, sind die Materialien und die Energie, die für den Bau notwendig waren. Sie treten am finalen Bau jedoch gar nicht in Erscheinung. Sie werden bei den Berechnungen zum CO2-Ausstoß und zum Energie- und Materialverbrauch völlig außer Acht gelassen. „Das kann so nicht sein“, so Werner Sobek. Deshalb begann er, sich nicht nur mit der gesamten Lieferkette, sondern auch dem Energieverbrauch des Bauprozesses und dessen Randbedingungen zu befassen.

Dieses Projekt hat Professor Sobek auf den Weg gebracht, auf dem er sich heute befindet: Nicht nur möglichst schlanke, ästhetische Gebäude zu bauen, sondern sich Gedanken um die Nachhaltigkeit und die Möglichkeiten eines verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen einer ganzen Branche zu machen. Und stellt uns damit allen die Frage: „Wer, wenn nicht wir?“

(Pressemitteilung: Stadt Friedrichsahafen)