Igel leiden in diesem heißen und trockenen Sommer unter Nahrungs- und Wassermangel. Mit einfachen Maßnahmen können Gartenbesitzer die Tiere unterstützen.
Noch bis in den September sind viele Igelweibchen mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. In dieser Zeit benötigen sie besonders viel Nahrung und ausreichend Wasser. Das Insektensterben, die anhaltende Trockenheit und monotone Gärten erschweren die Nahrungssuche zusätzlich.
Das Amt für Bauen und Naturschutz des Landkreises Biberach gab deshalb gemeinsam mit dem Projekt „Hallo Gartenigel“ Hinweise, wie die gefährdeten Kleinsäugetiere unterstützt werden können. Weil es aufgrund der Trockenheit nur wenige Insekten gibt, reicht das natürliche Nahrungsangebot derzeit nicht aus. Hochwertiges Katzen-Trocken- oder Nassfutter wird von Igeln gerne angenommen. Zusätzlich kann Wasser in kleinen Schalen bereitgestellt werden.
Igelkinder brauchen geschützte Rückzugsorte
Nach einer Tragzeit von 35 Tagen kommen Igelkinder blind und taub zur Welt. Insgesamt benötigen sie sechs Wochen, bis sie selbstständig ohne ihre Mutter leben können. Nach drei Wochen verlassen sie erstmals das gepolsterte Nest und erkunden gemeinsam mit der Mutter ihre Umgebung.
Hilfreich sind deshalb naturnahe, wilde Gärten mit vielen Sträuchern und unordentlichen Ecken. Sie bieten den Tieren Rückzugsmöglichkeiten und geschützte Bereiche, in denen die Jungtiere aufwachsen können.
Mähroboter können Igel schwer verletzen
Eine besondere Gefahr stellen Mähroboter dar. Sind die Geräte in der Dämmerung oder nachts unterwegs, können sie Igel verletzen oder sogar töten.
Auch durch Hunde kam es gelegentlich bereits zu Verletzungen von Igeln. Hundebesitzer sollten deshalb derzeit besonders auf ihre Tiere achten.
Kranke und verletzte Igel erkennen
Kranke oder verletzte Igel sollten gesichert und einer Igelstation gemeldet werden. Hinweise auf eine Erkrankung oder Verletzung können Humpeln oder Torkeln, ein längerer Aufenthalt in der Sonne oder an derselben Stelle sowie zielloses Umherlaufen sein.
In diesem trockenen und heißen Sommer sind die Bedingungen für Igel besonders schwierig. Weitere Informationen und Beratung gibt Dr. Bettina Fieber vom Projekt „Hallo Gartenigel“ unter der E-Mail-Adresse [email protected]. In Notfällen sollte eine Igelstation oder der Igelhilfeverein Weißenhorn e. V. kontaktiert werden.
(Quelle: Landratsamt Biberach)