Regen, Wind & milde Atlantikluft: Wintereinbruch in der ersten Februarhälfte? Fehlanzeige!

Regen, Wind & milde Atlantikluft: Wintereinbruch in der ersten Februarhälfte? Fehlanzeige!
Ist nachhaltiges Winterwetter bis Mitte Februar komplett chancenlos? (Bild: Pixabay)

Mit dem 31. Januar am Montag endet der Januar deutschlandweit viel zu mild. Auch der Start in den dritten und letzten meteorologischen Wintermonat, den Februar, beginnt mit Regen und Wind eher mild und häufig nass. Wir gehen der Frage nach:” Ist nachhaltiges Winterwetter bis zur Monatshälfte des Februars nahezu ausgeschlossen?”

Zu trocken, überdurchschnittlich sonnig und im Endeffekt deutlich zu warm: Der Januar brachte uns insgesamt wenig Kälte. Obwohl wir mit über 200 % viel Sonnenschein bekamen, hatten wir es auch mit viel Inversion zu tun. Inversion bedeutet, dass es in den Niederungen neblig-trüb und relativ kalt ist, während in den Hochlagen bestes und mildes Kaiserwetter herrscht. 

Deutlich mehr Sonnenschein als in einem Januar üblich brachte der Monat im Südwesten.
Deutlich mehr Sonnenschein als in einem Januar üblich brachte der Monat im Südwesten. (Grafik: Mtwetter.de)
Mit einem deutlichen „+“ der Temperaturen endet der Januar.
Mit einem deutlichen „+“ der Temperaturen endet der Januar. (Grafik: Mtwetter.de)

Im landesweiten Flächenmittel wurden etwa 90% des “normalen” Solls erreicht. In der Mitte Deutschlands gab es wenig Sonne, an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie in der Südwesthälfte sehr viel. 

Kalte Nordlagen mit andauerndem Winterwetter bis ins absolute Flachland hatten wir kaum – vor allem Westdeutschland bekam im gesamten bisherigen Winter regional nicht mal eine dünne Schneedecke ab. 

Die Abweichung der Mitteltemperaturen im Vergleich zum amtlichen Klimamittel (1961 bis 1990) lag am Ende im Durchschnitt bei +3,3 Grad, am Bodensee bei rund +2,0 Grad.

Wetterlage am Dienstagmittag 

Die Wetterlage zeigt uns am Dienstagmittag mit den Luftmassentemperaturen in 1.500 m Höhe (850 hPa) milde Luft über dem Südwesten und mäßig kühle Luft über Deutschland. Im Norden und Nordwesten der Karte lauert hochreichende Kaltluft mit unter -25 Grad in 1.500 m Höhe. 

Die milde Atlantikluft stemmt sich ab Dienstag gegen die kühleren Luftmassen dagegen.
Die milde Atlantikluft stemmt sich ab Dienstag gegen die kühleren Luftmassen dagegen. (Grafik: Wetterzentrale.de)

Aufgrund der aktuellen Wetterlage und der Verteilung der Druckgebilde (Hochs und Tiefs) schafft es die Kälte nicht nach Mitteleuropa. Die “Restkälte” befindet sich östlich von uns überm Kontinent, während sich anderweitig die milde Atlantikluft mächtig dagegen stemmt. 

Wettervorhersage, Dienstag (01.02.) – Freitag (04.02.)

Der Dienstag, der erste Tag im Februar startet mit einem Niederschlagsgebiet, welches an und in den Alpen für Schneefälle sorgt. Auch am Bodensee fallen die Niederschläge in den Morgenstunden meist als Schneeregen und nassen Schnee. 

Auf den Straßen und Wegen besteht also pünktlich zum Berufsverkehr Glättegefahr durch überfrierende Nässe, Schneematsch und Schnee. Bestenfalls plant man auf den Weg zur Arbeit ein bisschen mehr Fahrzeit und Geduld ein. 

Schneefälle samt Glättegefahr erwarten uns am Dienstagmorgen.
Schneefälle samt Glättegefahr erwarten uns am Dienstagmorgen. (Grafik: http://www2.wetter3.de/)

Tagsüber ziehen sich die Regen- und Schneefälle an den östlichen Alpenrand zurück und lassen in unseren Regionen nach. Übrig bleiben viele Wolken, die den Himmel häufig kompakt bedecken. 

Je nach örtlicher Wettersituation erreichen die Höchstwerte meistens -1 Grad auf höheren Lagen und 0 bis 3 Grad am Bodensee. 

Den Mittwoch, Donnerstag und Freitag können wir grobmaschig über einen Kamm scheren. Zahlreiche Wolken und einige Regenschauer erwarten uns um Wochenmitte. Besonders am Mittwoch bekommen wir es über mehrere Stunden mit einer größeren Regenfront zu tun. 

Viele Wolken regieren um Wochenmitte am Himmel.
Viele Wolken regieren um Wochenmitte am Himmel. (Bild: Arnold Schuler)

Der trockenste Tag mit etwas Sonnenschein wird mutmaßlich der Mittwoch. Der Wind weht spürbar, in exponierten Lagen teils lebhaft aus vorwiegend westlichen Richtungen. Die Temperaturverteilung liegt grob zwischen 3 und 6, am Hochrhein lokal bis zu 7 Grad. Bis auf höhere Lagen setzt aufgrund von milder Höhenluft und der sogenannten “Durchmischung” (Wind) Tauwetter ein. 

14-Tage-Trend: Winterwetter ohne Chancen?

Da wir ja noch einen ganzen Wintermonat aus meteorologischer und kalendarischer Sicht vor uns haben, stellen wir uns die Frage: Kommt da nochmal was an Winterwetter zu uns oder ist die Winterkälte hierzulande chancenlos?

Um uns einen Überblick zu verschaffen, blicken wir auf die sogenannte “Ensemble-Vorhersage.” In dieser Ensemble berechnen über 30 Einzelberechnungen des GFS-Modells die Entwicklung der Witterung in den nächsten 14 Tagen. 

Ein nachhaltiger Wintereinbruch ist nach wie vor nicht in Sicht.
Ein nachhaltiger Wintereinbruch ist nach wie vor nicht in Sicht. (Grafik: Wetterzentrale.de)

Im oberen Teil befinden sich die Temperaturen, im unteren Abschnitt die Niederschlagssignale (Regen/Schnee).

Auf den ersten Blick sehen wir: Die Temperaturen am Erdboden bleiben über den ganzen Vorhersagezeitraum bis nach den 12. Februar im Mittel aller Berechnungen über 0 Grad. Meist bewegen wir uns zwischen 0 und 5 Grad, um den 8. Februar sogar darüber. Erst zum Ende des Zeitraums nehmen die kälteren Einzelläufe, gleichzeitig aber auch die Unsicherheiten im Hintergrund deutlich zu. 

Die Niederschlagsaktivität ist durch sogenannte Tiefausläufer anfangs relativ hoch, ehe uns vermutlich eine trockenere Wetterphase – also mehr Hochdruck – beschäftigt. 

Es ist gut möglich, dass wir schon ab nächstem Wochenende oder ein paar Tage später mit Temperaturen von um und über 10 Grad rechnen müssen. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben und groß.