Plätzler überraschen Aulendorfer mit Schnelleraktion

Plätzler überraschen Aulendorfer mit Schnelleraktion
Die Plätzler haben den Aulendorfern eine große Freude gemacht. (Bild/Screenshot: Narrenzunft Aulendorf/YouTube Video)

Freier Redakteur

Weingarten/Aulendorf (dpi) – „Ohjerum, dies Johr isch koi Fasnet“ – da blutet das Herz der Narren. Die Plätzler aus Weingarten zeigten: Solidarität geht auch während Corona. Der Aulendorfer Narrenzunft haben sie jedenfalls mit Ihrer Überraschung eine riesengroße Freude bereitet – nachdem dort das geplante Landschaftstreffen am vergangen Wochenende nicht stattfinden konnte.

Dass in Aulendorf am 30. und 31. Januar eigentlich das Lanschaftstreffen Oberschwaben/Allgäu stattfinden hätte sollen, waren einer 20 köpfigen Abordnung der Schneller der Weingartener Plätzlerzunft mehr als bewusst. Sogar ein Narr aus Zell am Hamersbach im Schwarzwald und noch drei Hästräger aus Singen am Hohentwiel waren an dem 31. Januar nach Aulendorf gekommen, um ab 12 Uhr das Landschaftstreffen einzuläuten oder wohl eher zu schnellen.

Närrischer Besuch in Aulendorf. Das Video dazu hier: https://www.youtube.com/watch?v=WcInnNqXWzA

Der Zunftmeister der Aulendorfer Narrenzunft drückte im Gespräch mit WOCHENBLATT seine Dankbarkeit an die Narren aus. „Die Überraschung ist gelungen. Es war gigantisch und berührend.“ sagt Rolf Reitzel.

Seine Frau war gerade zufällig in der Stadt unterwegs gewesen, als sie, wie Reitzel erzählt „so ein paar Plätzler in zivil mit ihren Kappen gesehen hat“. Verwundert und neugierig hatte Reitzels Frau ein paar Plätzler gefragt, was denn hier vor sich ginge. Die Freude war rießieg: schnell griff Sie zum Handy und forderte ihren Mann auf in die Stadt zu kommen. Dann wurde runtergezählt, parallel zu den Glockenschlägen der Kirche. Dann ging es los: Mit Mindestabstand, der ohnehin durch die Karbatschen eingehalten werden muss, wurde mehrere Minuten lang durchgeschnellt. Gänsehaut war vorprogrammiert und ein paar Tränen aus Dankbarkeit und Freude flossen bei einigen Aulendorfern ebenfalls.

„Gerechnet haben wir mit sowas nicht – einfach überwältigend“ sagte der Aulendorfer Zunftmeister Rolf Reitzel, der nach dieser Aktion umso dankbarer für die Freundschaft zu den Plätzern war. Lieber wäre es aber wohl allen, wenn man nächstes Jahr wieder in normaler Form den Brauchtum und die Gemeinschaft leben kann.