OSK zeigt Schülern die fatalen Folgen des Rauchens

OSK zeigt Schülern die fatalen Folgen des Rauchens
Anti-Rauch-Veranstaltung im Ravensburg startet wieder nach Coronapause. (Bild: OSK)
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Redaktion

Ravensburg – Herzinfarkt, Raucherlunge, Beinamputation:  bei der Anti-Rauch-Veranstaltung der Oberschwabenklinik nehmen Ärzte und Patienten kein Blatt vor den Mund.

„Die üblichen Kampagnen lassen die meisten Jugendlichen kalt“, weiß Prof. Dr. Günther J. Wiedemann, langjähriger Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Dass mindestens vier der berühmten Marlboro-Männer an den Folgen des Rauchens starben, sei für viele zu weit weg, zu lange her und damit wenig abschreckend. Auch an die typischen Ekel-Bilder auf Zigarettenschachteln haben sich die meisten gewöhnt.

Deshalb kommen im Präventionsprogramm der OSK auch Patienten zu Wort, die im ganz realen Leben unter den Folgen ihres Tabakkonsums leiden. Sie veranschaulichen, wie es sich mit einem amputierten Bein lebt oder wie unerträglich sich Schmerzen bei einem Herzinfarkt anfühlen. „Die Reue kommt für mich selbst spät“, erzählt einer der Betroffenen, der im Rollstuhl sitzt. „Wenn ich damit aber auch nur einen jungen Menschen vom Rauchen abhalten kann, hat es sich für mich schon gelohnt.“

Nach zwei Jahren Coronapause dürfen 70 Siebtklässler des Albert-Einstein-Gymnasium die zweite Premiere der Veranstaltung miterleben. Sie seien gerade in dem Alter, in dem viele zum ersten Mal zur Zigarette greifen, sagt Prof. Dr. Florian Seeger, Chefarzt der Kardiologie am EK. Gemeinsam mit Dr. Dominik Jost, dem Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, macht er auf die gravierenden Folgen des Tabakkonsums für die Blutgefäße und damit auch für die Durchblutung des Herzens aufmerksam. „Wie bei einem verkalkten Wasserrohr können unsere Arterien sich durch Ablagerungen verengen“, erklärt der Mediziner. „Die Folge kann ein Herzinfarkt sein, der tödlich endet, wenn man nicht blitzschnell reagiert.“ Ein beträchtlicher Anteil der Herzinfarktpatienten versterbe noch heute innerhalb eines Jahres, wissen die Kardiologen bei der OSK. Und selbst wenn nicht, seien Patienten nach einem Herzinfarkt ein Leben lang eingeschränkt.

Dass der Zigarettenkonsum bei Jugendlichen sich in den letzten dreißig Jahren halbiert hat, ist für die OSK-Chefärzte noch kein Grund zur Entwarnung. Aromatisiertes „Dampfen“ wie mit Shishas oder E-Zigaretten, werde stattdessen immer beliebter. „Jeder dritte Schüler hat schon einmal Shisha geraucht“, bemerkt Prof. Wiedemann. Dabei seien Schadstoffbelastung und Suchtpotential nicht weniger hoch als bei Zigaretten. Hinzu kämen bei den elektrischen Varianten Gefahren durch Verschlucken des Liquids oder gar einer Explosion des Geräts im Mund.

„Für uns Mediziner macht es keinen Unterschied, ob ein junger Mensch raucht oder dampft, wir wollen Gesundheit“, so der Standpunkt Wiedemanns. Seit nunmehr 14 Jahren hat er sich dem Kampf gegen das Rauchen verschrieben und organisiert Präventionsveranstaltungen für Jugendliche. Für ihn gehört die Gesundheitsförderung unbedingt auch in die Lehrpläne. Jungen Menschen soll klarwerden, dass das vorübergehende Glücksgefühl des Nikotingenusses die langfristigen Schäden nicht wert ist.

Seinen Vortrag beginnt der Internist mit einem Bild, das ihn selbst in jungen Jahren beim Rauchen zeigt. Damals haben ihn seine Eltern mit dem üblen Geschmack von Zigarren abschrecken wollen. Auch einer der anwesenden Lehrer erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Rauchen. „Aber das geht nicht lange gut“, weiß er. Was er seinen Schülern wünscht: ein rauchfreies Leben.

(Pressemitteilung: OSK)