Oberschwabenklinik: Weniger Notfälle beim Rutenfest, mehr Patienten insgesamt

Oberschwabenklinik: Weniger Notfälle beim Rutenfest, mehr Patienten insgesamt
Im Vergleich zu 2019 mussten in diesem Jahr weniger rein festbezogene Notfälle in der Zentralen Notaufnahme am St. Elisabethen-Klinikum behandelt werden. (Bild: Ramona Pohlner)
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Redaktion

In der Notaufnahme des EK herrscht weiterhin Andrang, immerhin: Das Rutenfest trug weniger dazu bei als 2019.

Ravensburg – Am Rutenfest hat es in der Zentralen Notaufnahme am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg deutlich weniger rein festbezogene Notfälle gegeben als bei der letzten Auflage 2019. Am Ende der fünf Festtage waren es verglichen mit den Zahlen vor drei Jahren 23 Patienten weniger, die das EK aufsuchen mussten. Diesmal wurden 62 Patienten gezählt, damals 85. Am Freitag waren es neun, am Samstag 16, am Sonntag 17, am Montag 15 und am Dienstag 5 Menschen, die nach Verletzungen am Rutenfest ärztliche Hilfe suchten. Vor drei Jahren waren es allein am Rutensamstag 30 Fälle gewesen.

Die Mehrheit, nämlich 16 Menschen, kam aufgrund von Sturzverletzungen in die Notaufnahme, zwölf Patienten hatten Schnittverletzungen erlitten. Zehn Patienten wurden wegen der Folgen einer Schlägerei behandelt. Zudem gab es zehn Alkoholvergiftungen, sieben Menschen waren Opfer der Hitze, sieben zogen sich andere Verletzungen zu.

Dr. Kerstin Kunz, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme am EK, war insgesamt zufrieden mit dem Rutenfestwochenende. „Es gab glücklicherweise keine dramatischen Verletzungen, und wir sind natürlich froh und dankbar dafür, dass das Rote Kreuze etliche Notfälle direkt vor Ort durch seine Sanitäter behandeln konnte und dadurch ganz viel abgefangen hat. Das hat uns sehr geholfen.“ Das Team des DRK hatte laut Pressemitteilung mehr als 200 Menschen in Behandlung.

Dr. Kunz dankte aber auch ihrem eigenen Team, denn: Insgesamt hatte die Zentrale Notaufnahme weit mehr Patienten zu behandeln als noch vor drei Jahren. Die durchschnittliche Anzahl von Menschen, die die Ravensburger Notaufnahme pro Tag aufsuchen, ist von im Schnitt 96 pro Tag im Jahr 2019 auf etwa 150 pro Tag in den letzten Wochen angestiegen. Diesmal waren es an den Rutenfesttagen 172, 135, 134, 159 und 163 Fälle insgesamt. „Wir sind auch ohne Rutenfest gefordert derzeit. Wie das gesamte Team interprofessionell hier in der Notaufnahme mit den großen Herausforderungen derzeit umgeht, ist wirklich vorbildlich. Großen Respekt und herzlichen Dank hierfür“, sagte Chefärztin Dr. Kunz. „Der Andrang ist groß geworden in den letzten Monaten, und das führt immer öfter zu langen Wartezeiten. Der Grund dafür ist unter anderem auch die reduzierte Bettenknappheit derzeit. Nahezu alle Kliniken haben derzeit Personalprobleme, wie überall zu lesen ist. Auch uns macht diese Herausforderung enorm zu schaffen. Einige Gründe für die gestiegenen Patientenzahlen liegen auf der Hand für Dr. Kunz: „Wenn die Patienten Schwierigkeiten haben, zeitnahe Termine bei Hausärzten oder Fachärzten zu bekommen, landen sie irgendwann fast zwangsläufig bei uns, auch wenn sie nicht unbedingt akute Notfälle sind, denn: Irgendwo müssen sie ja hin.“

Bei den 62 Patienten und der Vergleichszahl von 85 Patienten 2019 ist die Kindernotaufnahme noch nicht enthalten. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die Rutenfest-bedingt ins Krankenhaus mussten, werden wir nachliefern. Zur Halbzeit am Sonntagmittag waren vier Fälle gezählt worden.

Probleme bereiteten wieder einige Patienten, die unter dem Einfluss von Alkohol Pflegekräfte und Ärzte beleidigten oder bedrohten. In vier Fällen musste der OSK-interne Sicherheitsdienst eingreifen.

(Pressemitteilung: OSK)