Berufliche Schule Riedlingen Neue Heizzentrale liefert fast ausschließlich regenerative Energie

Neue Heizzentrale liefert fast ausschließlich regenerative Energie
Schulleiter Matthias Kniese, Dezernent Holger Adler, Landrat Mario Glaser, Christian Bippus, Leiter Energieeffizienz Süd der Firma ENGIE Deutschland GmbH und Projektleiter Tobias App (v. l. n .r) freuen sich über die neue Heizzentrale an der Beruflichen Schule Riedlingen. (Bild: Landratsamt)

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Redaktion

Einsparungen von mehr als 200 Tonnen CO2 pro Jahr

Bis zu 92 Prozent des Jahreswärmebedarfs der Beruflichen Schule werden künftig regenerativ erzeugt: Möglich wird dies durch die neue Heizzentrale, die neben der Beruflichen Schule auch das benachbarte Wohn- und Ärztehaus und das neu errichtete Pflegeheim der St.-Elisabeth-Stiftung mit Wärme versorgt. Durch die neue Heiztechnik können künftig pro Jahr rund 212 Tonnen CO2 eingespart werden. Rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit wurde die neue Heizzentrale fertiggestellt und nun ihrer Bestimmung übergeben.

Landrat Mario Glaser betonte bei der Besichtigung in Riedlingen: „Es freut mich, dass die Heizzentrale nun rechtzeitig zur Heizperiode in Betrieb gegangen ist, und ich bin sehr dankbar für das gute Miteinander mit der Firma ENGIE bei der Umsetzung dieses Projekts. Damit investieren wir als Kreis sowohl bei der Berufsschule als auch beim Ärztehaus in die Zukunft des Standorts Riedlingen.“

Bislang wurde die Berufliche Schule über einen veralteten Gaskessel beheizt. Das Wohn- und Ärztehaus wurde über die alte Heizzentrale des benachbarten ehemaligen Krankenhauses mit Wärme versorgt. Beide Heizanlagen waren nicht mehr effizient und sanierungsbedürftig. Der geplante Erweiterungsbau der Beruflichen Schule soll ebenfalls an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Der Fokus des Projekts lag auf einer Senkung des Energiebedarfs durch Effizienzmaßnahmen in den Gebäuden des Landkreises sowie auf einer energieeffizienten, CO2-sparenden und wirtschaftlichen Wärmeerzeugung in Verbindung mit einem neuen Nahwärmenetz.

Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wurde ein Energieliefercontracting mit Effizienzmaßnahmen für das Areal ausgeschrieben. Das Ausschreibungsverfahren wurde von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) begleitet. Vorgabe seitens des Landkreises war unter anderem, dass ein Mindestanteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien erreicht werden sein muss. Den Zuschlag erhielt die Firma ENGIE Deutschland GmbH.

Die Firma ENGIE hat diese Vorgaben umgesetzt. Seit Oktober wird die Wärme in der neuen Heizzentrale in der Grundlast über einen Pelletkessel, mit 330 KW Leistung, erzeugt. Damit wird künftig 92 Prozent des Jahreswärmebedarfs regenerativ abgedeckt. Für die Spitzenlast und Redundanz steht ein neuer Gaskessel mit Brennwerttechnik in Form einer Doppelkesselanlage (zweimal 430 KW) bereit. Dieser wird zu 100 Prozent mit Biomethangas betrieben.

Die neue 350 Meter lange Nahwärmeleitung versorgt die drei Gebäude der Beruflichen Schule, das Wohn- und Ärztehaus und das Pflegeheim der St. Elisabeth-Stiftung.

Außerdem wurden in der Beruflichen Schule und dem Wohn- und Ärztehaus Effizienzmaßnahmen an den Wärmeverteilungsanlagen vorgenommen. Dort wurden die alten Heizungsverteiler und Heizkreisregelungen erneuert und die Warmwasserbereitung im Wohn- und Ärztehaus ausgetauscht.

Die Umsetzung erfolgte in Rekordzeit. Begonnen wurde mit den baulichen Maßnahmen Ende April 2022. Insgesamt hat die Firma ENGIE knapp 1,1 Millionen Euro in die Baumaßnahmen investiert. Der Betrieb der Heizungsanlage erfolgt ebenfalls über die Firma ENGIE, bei einer Vertragslaufzeit von 15 Jahren.

So funktioniert das Wärmeliefer-Contracting

Beim Wärmeliefer-Contracting sichert der Contractor Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb, Wartung und Instandhaltung einer neuen Heizzentrale sowie die Umsetzung von gemeinsam mit dem Landkreis vereinbarten Einspar- und Sanierungsmaßnahmen zu. Die Aufwendungen werden über einen Grundpreis für die Wärmeerzeugung, einen Grundpreis für das Nahwärmenetz, einen Grundpreis für die Effizienzmaßnahmen (alle in Euro/a), einen Arbeitspreis (Euro/ MWh) sowie einen Servicepreis (Euro/a) für festgelegte Qualitätssicherungsmaßnahmen auf der Bedarfsseite durch den Wärmeabnehmer abgegolten. Der Arbeitspreis wird über einen Wärmemengenzähler verbrauchsbezogen abgerechnet.

(Pressemitteilung: Landratsamt Biberach)