Nachhaltigkeit bei der Wasserversorgung: Fotovoltaikanlage auf dem Sipplinger Berg geht in Betrieb

Nachhaltigkeit bei der Wasserversorgung: Fotovoltaikanlage auf dem Sipplinger Berg geht in Betrieb
Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Filterhalle des Wasserwerks Sipplinger Berg. (Bild: Bodensee-Wasserversorgung)
WOCHENBLATT
Redaktion

Sipplingen (wb/dab) – Die Bodensee-Wasserversorgung hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten Stromverbrauch der eigenen Anlagen ab 2022 komplett zu dekarbonisieren und den Strom rein aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Erreicht wird dieses Ziel laut Pressemitteilung durch eine Vielzahl an Maßnahmen: Neben klassischen Energieeinsparungen sollen demnach zukünftig verstärkt eigene Erzeugungsanlagen errichtet werden. Strommengen, welche nicht selbst erzeugt werden können, sollen zudem aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen bezogen werden.

In den vergangenen Jahren hat die Bodensee-Wasserversorgung bereits mehrere Fotovoltaikanlagen gebaut. Das größte Projekt in diesem Jahr war die Errichtung einer solchen Anlage auf dem rund 9.000 qm großen Dach der Filterhalle des Wasserwerks Sipplinger Berg – mit einem jährlichen Energieertrag von 1.400 MWh. Weitere Fotovoltaikanlagen befinden sich derzeit in Planung. Mittelfristig soll der jährliche Zubau an Kapazitäten aus solchen Anlagen von aktuell 1,4 MW auf bis zu 5 MW gesteigert werden.

Aufgrund der Topografie des großen Versorgungsgebietes benötigt die Bodensee-Wasserversorgung sehr viel elektrische Energie. Vor allem der Betrieb der Pumpen im Seepumpwerk, die jährlich über 130 Millionen Kubikmeter Wasser ins Wasserwerk auf den Sipplinger Berg fördern, ist mit hohem Energieaufwand und hohen Energiekosten verbunden.

Im vergangenen Jahr betrug der Gesamtenergieverbrauch der Bodensee-Wasserversorgung 174 Millionen Kilowattstunden. Rund 97 Prozent davon entfielen auf den elektrischen Energieverbrauch – was in etwa dem Stromverbrauch von 120.000 Menschen entspricht. Verbunden hiermit waren 2020 rund 65.000 Tonnen CO2-Emissionen.

Info:

Am 25. Oktober 1954 gründeten 13 Städte und Gemeinden den Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung, um den ständig steigenden Trinkwasserbedarf mit Zusatzwasser aus dem Bodensee zu decken. Heute versorgt die Bodensee-Wasserversorgung 181 Städte und Gemeinden mit etwa vier Millionen Einwohnern jederzeit mit Trinkwasser aus dem Bodensee. Das Wasser wird aus dem Überlinger See in rund 60 Meter Tiefe entnommen und mit sechs großen Pumpen bis in die 310 Meter höher gelegene Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg gefördert.