Promotionsstipendium für die Tumorimmunologie in Ulm

Promotionsstipendium für die Tumorimmunologie in Ulm
Bei ihrer Bewerbung um das Promotionsstipendium wurde Alaa Ghallab (r.) von Dr. Hend Abdelrasoul (l.) unterstützt. (Bild: Universitätsklinikum Ulm)

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Besonders qualifizierte wissenschaftliche Nachwuchskräfte können in Baden-Württemberg ein Promotionsstipendium nach dem Landesgraduierten-förderungsgesetz erhalten.

Diese Förderung kam nun kürzlich der Doktorandin Alaa Ghallab zuteil, die seit September 2023 in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Ulm (UKU) tätig ist. Das Stipendium wird von der Universität Ulm vergeben und läuft über dreieinhalb Jahre.

Alaa Ghallab stammt aus Alexandria (Ägypten) und hat als Dozentin für Pharmakologie und Toxikologie an der Deutschen Universität in Kairo gearbeitet. Seit Kurzem ist sie nun Teil des Teams Tumorimmunologie der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am UKU.

Dort arbeitet die 28-Jährige an der Identifizierung der molekularen Mechanismen, die die Rekrutierung von B-Zellen und Plasmazellen in die Tumormikroumgebung des Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs) regulieren.

Alaa Ghallab wurde im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit mit der Deutschen Universität Kairo-Ägypten ausgewählt, sich für das Promotionsstipendium nach dem Landesgraduiertenförderungsgesetz zu bewerben.

Die Kooperation der beiden Einrichtungen wurde 2019 von Dr. Hend Abdelrasoul, Leiterin des Tumorimmunologieteams in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, gegründet. Alaa Ghallab ist die zweite hochmotivierte Wissenschaftlerin, die innerhalb der Kooperation die Universität Ulm besucht.

Bei ihrer Bewerbung wurde Alaa Ghallab ebenfalls von Dr. Hend Abdelrasoul unterstützt, die bereits seit 2015 am UKU tätig ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Immunregulation verschiedener bösartiger Erkrankungen zu untersuchen. Ihr aktuelles Projekt konzentriert sich darauf, die Gründe für die ineffektive Immunreaktion auf diesen gefährlichen Krebs zu erforschen. 

Als Unterstützung erhielt Dr. Abdelrasoul im März 2022 dafür den „Building Block“-Fonds der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm. Der Fonds hat eine Laufzeit von zwei Jahren und ist mit 100.000 € ausgestattet.

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft spät erkannt und breitet sich aggressiv aus, was die Behandlung erschwert. Ein Hauptproblem bei dieser Krebsart ist die sogenannte „immune cold“-Umgebung, die das Tumorwachstum begünstigt. Dr. Abdelrasoul und ihr Team arbeiten daran, zu verstehen, warum Immunzellen wie B-Lymphozyten ihre wirksame Antitumorfunktion bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht ausüben können.

Selbst wenn diese die Tumorstelle infiltrieren können, ist Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Lage, sie zu manipulieren und in regulatorische Zellen umzuwandeln, die andere Immunzellen hemmen und das Tumorwachstum und die Metastasierung unterstützen. In ihrem aktuellen Projekt entschlüsselte Dr. Abdelrasoul einen neuartigen Immun-Escape-Mechanismus, der von Bauchspeicheldrüsenkrebs genutzt wird, um die „guten“ Effektor-B-Zellen in immunsuppressive „böse“ Zellen umzuwandeln.

Die neuen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Reaktion von betroffenen Patient*innen auf die Immun-Checkpoint-Blockaden zu verbessern und wirksamere Therapien im Kampf gegen diesen oft noch unheilbaren Krebs auf den Weg zu bringen.

„Je mehr wir darüber wissen, wie Bauchspeicheldrüsenkrebs seine immunologische Kälteumgebung initiiert und aufrechterhält, desto mehr können wir über Wirkstoffziele nachdenken, die uns dabei helfen, die Umwandlung der kalten Umgebung in eine immunogen aktive Umgebung in den Griff zu bekommen“, sagt Dr. Abdelrasoul. „Die Förderung durch das Land Baden-Württemberg ist dabei eine sehr große Hilfe.“

(Pressemitteilung: Universitätsklinikum Ulm)