Kind ins Auto gezerrt: Mutige Männer retten kleinen Jungen vor Entführung

Kind ins Auto gezerrt: Mutige Männer retten kleinen Jungen vor Entführung
Drei Bauarbeiter verhinderten in letzter Sekunde, dass ein Zehnjähriger von einem unbekannten Mann entführt wird. (Bild: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild)

Deutsche Presse-Agentur

Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein Zehnjähriger wurde in Böblingen von einem fremden Mann in ein Auto gezerrt. Bauarbeiter bemerkten das schreiende Kind und handelten sofort. Es gelang ihnen, den mutmaßlichen Täter aufzuhalten.

In Böblingen haben Bauarbeiter am Mittwochmorgen wahre Zivilcourage gezeigt und die mutmaßliche Entführung eines Kindes in letzter Sekunde verhindert. Ein 51-jähriger Mann soll in der Nähe einer Baustelle am Ortsrand zuerst zwei Kinder angesprochen und dann einen zehnjährigen Jungen in seinen VW-Bus gezogen haben.

Bauarbeiter hört Hilferufe

Zeki Yasik, einer der Bauarbeiter und Retter des Zehnjährigen, sagte dem SWR, dass er in der Baugrube gestanden habe, als er jemand rufen hörte „Bitte lassen Sie das Kind in Ruhe“. Wenige Sekunden später habe er die Hilferufe der beiden Kinder gehört.

Der SWR berichtet weiter, dass der Bauarbeiter sofort aus der Baugrube kletterte und sah, wie eines der Kinder wegrannte. An einem VW-Bus mit abgeklebten Fenstern sei gerade der Kofferraum geschlossen worden.

Rettung in letzter Sekunde

Zeki Yasik schilderte dem SWR, wie er zu dem VW gerannt, die Autotür aufgerissen und den Fahrer gefragt habe „Was machst du da mit dem Kind?“ Der kleine Junge habe ihn angeschaut und „Bitte hilf mir!“ gesagt. Daraufhin habe Yasik den mutmaßlichen Täter aus dem Auto gezerrt und den Zehnjährigen befreit.

Zusammen mit einem mutigen Kollegen hielt Yasik den 51-Jährigen anschließend fest und rief die Polizei. Ein weiterer Kollege stellte seinen Bagger so vor das mutmaßliche Entführungsauto, dass der Tatverdächtige nicht wegfahren konnte, bis wenige Minuten später die Polizei eintraf.

Mann in Psychiatrie gebracht

Der Tatverdächtige wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt und anschließend nach Anordnung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt nun zu den Hintergründen der Tat. Gegen den mutmaßlichen Täter laufen die Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Freiheitsberaubung.

Mögliche Verbindung zu einem anderen Vorfall

Die Polizei prüft außerdem einen Zusammenhang zu einem Vorfall in Donaueschingen. Dort soll am Montag ein Unbekannter ein acht Jahre altes Mädchen aus einem Kleintransporter heraus gefragt haben, ob es mitfahren wolle.

Das Kind lehnte ab und die Eltern verständigten die Polizei, nachdem die 8-Jährige ihnen von dem Vorfall erzählt hatte. Die Polizei prüfe nun, ob es sich in beiden Fällen um den gleichen Mann handeln könnte, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.

(Quelle: SWR)