Gemischte Stimmung im regionalen Handwerk zur Jahresmitte

Gemischte Stimmung im regionalen Handwerk zur Jahresmitte
Auftragslage zwischen Ostalb und Bodensee bereitet Sorgen. (Bild: www.amh-online.de)
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Die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ulm zeigt zur Jahresmitte eine gemischte Stimmungslage im regionalen Handwerk. Während einige Branchen positive Signale senden, bleibt die Situation in anderen Bereichen herausfordernd.

Nur noch 59 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut, verglichen mit 69 Prozent im Vorjahresquartal. Besonders das Bauhauptgewerbe und die Ausbauhandwerke stehen vor großen Herausforderungen, während das Kfz-Handwerk weiterhin positive Impulse verzeichnet. Der Anteil der Betriebe, die einen schlechten Geschäftsverlauf melden, ist von vier Prozent im Vorjahr auf elf Prozent gestiegen. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Die derzeitige Stimmung im regionalen Handwerk ist zur Jahresmitte nur noch durchwachsen. Sorgen machen uns besonders die gewerblichen Investitionen und das Bauhauptgewerbe. Die Industrie investiert zu wenig und kauft damit zu wenig unseres Handwerks ein. Insbesondere die Bauwirtschaft braucht dringend Impulse wie eine gesenkte Grunderwerbsteuer und verlässliche Förderprogramme. Dennoch geht es unserem Land besser als erwartet. Wir müssen jetzt darauf achten, die noch stabile Stimmung zu halten.“

Gedämpfte Erwartungen

Die Auftragslage hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Nur 27 Prozent der Betriebe berichten von einem gestiegenen Auftragseingang im zweiten Quartal, im Vergleich zu 34 Prozent im Vorjahr. Dagegen verzeichnen 29 Prozent der Betriebe Auftragsrückgänge (Vorjahr: 20 Prozent). Das Kfz-Gewerbe meldet einen gestiegenen Auftragseingang, während das Ausbaugewerbe und der Gewerbliche Bedarf mit Rückgängen zu kämpfen haben. Für das kommende Quartal erwarten 19 Prozent der Betriebe ein Auftragsplus, während 16 Prozent mit einem Rückgang rechnen. Die Erwartungen der Betriebe für das dritte Quartal sind gedämpft. Etwa 69 Prozent der Betriebe erwarten eine gleichbleibende Geschäftslage, während 18 Prozent mit einer Verbesserung rechnen. Auf der anderen Seite gehen 13 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung der Geschäftsaussichten aus. Mehlich weiter: „Die Politik muss die Signale verstehen und endlich einen Turbo zünden: Unsere Betriebe brauchen weniger Bürokratie und weniger Belastungen, dafür mehr Planungssicherheit. Nur so können wir die Stimmung und damit die Investitionsbereitschaft wieder ankurbeln.“

Auslastung variiert stark – Personalbestand bleibt stabil 

Die Betriebsauslastung ist im zweiten Quartal 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Rund 19 Prozent der Betriebe sind über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet, gut jeder Dritte ist nahezu voll ausgelastet. Rund 16 Prozent der Befragten haben hingegen noch ausreichend Kapazitätsfreiräume. Die Zahl der Beschäftigten ist im Frühjahr konstant geblieben. So haben neun Prozent der Handwerksbetriebe im zweiten Quartal Personal aufgebaut, während rund 14 Prozent Beschäftigte abgebaut haben. In der zweiten Jahreshälfte wird die Zahl der Beschäftigten im regionalen Handwerk in etwa gleich bleiben: Elf Prozent der Befragten wollen laut eigener Aussage die Zahl ihrer Mitarbeitenden erhöhen, neun Prozent der Betriebe rechnen hingegen damit, dass Personal abgebaut werden muss. „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im regionalen Handwerk bleibt groß. Unsere Betriebe suchen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewerkeübergreifend Personal. Doch es mangelt schlicht an Bewerbern“, so Mehlich.

Konjunktursituation im Alb-Donau-Kreis/Stadtkreis Ulm

Im Alb-Donau-Kreis beurteilen 49 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, im Stadtkreis Ulm sind es 35 Prozent. Eine schlechte Geschäftslage geben im Alb-Donau-Kreis 18 Prozent an, im Stadtkreis Ulm 22 Prozent. Rund 20 Prozent der Betriebe im Alb-Donau-Kreis und neun Prozent der Betriebe im Stadtkreis Ulm rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten Wochen, 14 Prozent im Alb-Donau-Kreis und 22 Prozent im Stadtkreis Ulm mit einer Verschlechterung. Im Alb-Donau-Kreis haben 48 Prozent der Betriebe eine aktuelle Auslastung von 80 Prozent oder höher, im Stadtkreis Ulm sind es 43 Prozent. Im Alb-Donau-Kreis wollen 82 Prozent der Betriebe ihre Beschäftigtenzahl halten, weitere 12 Prozent planen zusätzliches Personal einzustellen. Im Stadtkreis Ulm sind es drei von vier Betrieben (halten) bzw. neun Prozent (aufbauen).

(Pressemitteilung: Handwerkskammer Ulm)