Die Polizei warnt vor neuem Trickbetrug mit Guthabenkarten

Die Polizei warnt vor den neuesten Tricks der Gauner: Mit vorgegaukelter Geschichte an Gutscheincodes kommen.
Die Polizei warnt vor den neuesten Tricks der Gauner: Mit vorgegaukelter Geschichte an Gutscheincodes kommen. (Bild: picture alliance/dpa | Marijan Murat)

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Ein unbekannter Täter gab sich in einem Supermarkt in Kempten als Mitarbeiter einer frei erfundenen Firma aus, um somit an die Codes von Guthabenkarten zu kommen. Die Polizei warnt vor dieser neuen Betrugsmasche.

Bereits am Montagnachmittag gab ein bislang unbekannter Täter in einem Supermarkt in der Heiligkreuzer Straße vor, Mitarbeiter einer nicht existenten „Bundesweiten Prepaid-Sperre“ zu sein. Er gaukelte im weiteren Gespräch vor, „Sicherheitsüberprüfungen“ vornehmen zu wollen und ließ sich durch Angestellte des Marktes Guthabenkarten aktivieren.

Die Codes daraus löste der Unbekannte laut Polizeibericht gleich ein, wodurch die Guthabenkarten ihren Wert verloren. Hierbei entstand bislang ein Vermögensschaden in einem niedrigen vierstelligen Bereich.

Wie gehen die Täter vor?

Unter der Legende, dass es ein technisches Problem gebe, beispielsweise sei ein Drucker defekt oder ein Guthabenkarten-Lesegerät müsse getauscht werden, oder dem Vorwand, die Guthabenkarten seien abgelaufen und müssen entwertet werden, verwickeln sie Angestellte rhetorisch gewandt in ein Gespräch und nutzen den Umstand aus, dass die Kassierer oft unter Zeitdruck stehen.

So verlangen sie zur Behebung der vorgetäuschten Probleme dann telefonisch die Übermittlung der Codes auf den Guthabenkarten. Einmal durchgegeben, sind die Codes in Sekundenschnelle eingelöst und die Guthabenkarten damit wertlos. Pro erfolgreichem Fall registrierte das Polizeipräsidium einen Schaden von meist etwa 500 bis 1.500 Euro.

Die Täter rufen oft auch organisiert aus Callcentern – meist aus dem Ausland – an. Sie täuschen vor, ein Mitarbeiter eines Dienstleisters zu sein oder rufen unter der Nummer des Chefs des Geschäftes an, die sie vorher erlangt haben.

Die Polizei rät Gewerbetreibenden:

  • Weisen Sie Ihr Personal auf die Betrugsmasche hin
  • Schulen Sie das Personal im Umgang mit den Geräten
  • Hinterlegen Sie eine Liste mit den Telefonnummern der Dienstleister/Anbieter für Rückrufe
  • Erstatten Sie bei einem erfolgten Betrug Anzeige bei der Polizei

Die Polizei rät Mitarbeitern:

  • Seien Sie vorsichtig bei angeblichen Defekten von Geräten oder ungültigen Wertkarten
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen
  • Wird von Ihnen eine Übermittlung von Codes gefordert, legen Sie auf und wählen selbst die Nummer des Dienstleisters oder Anbieters. Dieser soll Ihnen die Richtigkeit des Anliegens bestätigen
  • Haben Sie Codes übermittelt: Kontaktieren Sie unverzüglich den Dienstleister oder Anbieter zur Stornierung der übermittelten Codes

(Quelle: Polizeipräsidium Schwaben Süd/West)