Nach 58 Jahren Planung: B31 zwischen Immenstaad und Waggershausen freigegeben

Nach 58 Jahren Planung: B31 zwischen Immenstaad und Waggershausen freigegeben
Dirk Brandenburger (Geschäftsführer Deges GmbH), Andreas Scheuer (Bundesverkehrsminister), Andreas Brand (OB Friedrichshafen) sowie Winfried Hermann (Verkehrsminister Baden-Württemberg; von links) beim feierlichen Eröffnungsakt. (Bild: David Balzer)

Friedrichshafen (dab) – Am Dienstag war es endlich soweit: Das neue Teilstück der Bundesstraße 31 zwischen Immenstaad und Friedrichshafen-Waggershausen wurde eröffnet. Sage und schreibe 58 Jahre nach der ersten Ankündigung des Baus einer Umgehungsstraße wurde der rund sieben Kilometer lange neue Abschnitt nun vollständig für den Verkehr freigegeben.

Neben einer Rede von Oberbürgermeister Andreas Brand gab es Grußworte von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Dirk Brandenburger (Geschäftsführer Deges GmbH) sowie Winfried Hermann, baden-württembergischer Verkehrsminister. Rund 25 000 Fahrzeuge pro Tag sollen künftig auf der neuen Strecke fahren.

Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand wünschte allen allzeit gute und sichere Fahrt. Andreas Scheuer (li.) und Winfried Hermann schlossen sich diesen Wünschen an.
Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand wünschte allen allzeit gute und sichere Fahrt. Andreas Scheuer (li.) und Winfried Hermann schlossen sich diesen Wünschen an. (Bild: David Balzer)

„Bis zum heutigen Tag waren die sprichwörtlich dicken Bretter zu bohren. Viele Jahrzehnte haben wir dafür gewirkt und auch gekämpft. Heute erhält die Geschichte der B31 ein neues Kapitel“, begrüßte OB Andreas Brand die zahlreichen Gäste.

Er blickte in seiner Rede auf den langen Weg bis zur jetzigen Freigabe des neuen Teilstücks inklusive des 700 Meter langen Tunnels zurück: 1963 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm verkündet, die gesamte Umgehungsstraße werde noch vor 1970 realisiert. Nach vielen Jahren der Uneinigkeit in der Region dauerte es schließlich bis November 2014, ehe der Spatenstich erfolgen konnte. Im August 2020 wurde bereits ein 5,8 Kilometer langes Teilstück der neuen Straße freigegeben, insgesamt kostet das Projekt rund 177 Millionen Euro.

Zur Verkehrsfreigabe des neuen Abschnitts waren am Dienstagmorgen zahlreiche Gäste gekommen.
Zur Verkehrsfreigabe des neuen Abschnitts waren am Dienstagmorgen zahlreiche Gäste gekommen. (Bild: David Balzer)

„Wenn ein Projekt über 50 Jahre dauert, ist das definitiv zu lange. Das ist inakzeptabel“, betonte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann und erhielt dafür viel Applaus. Projekte von solch großer Bedeutung müssten künftig schneller realisiert werden, beispielsweise auch, wenn die B31 noch weiter ausgebaut werden wird.

Nun erhoffen sich die Verkehrsteilnehmer in und um Friedrichshafen zunächst weniger Staus und damit weniger Stress, viele Häfler Anwohner hoffen auf weniger Lärm. Aber auch in Zukunft soll weiter an der B31 gebaut werden, zunächst im Westen: „Dem Vorschlag des Landes für einen weiteren Ausbau zwischen Immenstaad und Meersburg stimmt der Bund zu. Wir werden weiter große Summen in das Straßennetz von Baden-Württemberg investieren“, erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Der rund 700 Meter lange Tunnel gehört zum neu freigegebenen Teilstück der B31.
Der rund 700 Meter lange Tunnel gehört zum neu freigegebenen Teilstück der B31. (Bild: David Balzer)

Etwa 311 Millionen Euro würden demnach für einen dortigen vierspurigen Ausbau in die Hand genommen. Winfried Hermann plädierte hingegen für einen dreispurigen Ausbau, um nicht allzu viel Fläche zu verbrauchen.

„Sie kennen unseren Wunsch nach zeitnahen Planungen im weiteren Verlauf nach Osten sowie den Ausbau des Riedleparktunnels mit einer zweiten Röhre“, sagte Andreas Brand in Richtung Scheuer und Hermann. Anspruch sei es, die B31 Richtung Überlingen und Richtung Lindau so auszubauen, dass alle Verkehrsteilnehmer sicher und schnell an ihr Ziel kommen.

Auch wenn am Dienstag also ein neues Kapitel in der Historie der B31 hinzugekommen ist: Beendet ist die Geschichte zu dieser Straße, die einst als Bodenseeautobahn geplant war, noch lange nicht.