whatever you grow, will save a Bro Movember – Ein Bart für die Gesundheit

Movember – Ein Bart für die Gesundheit
Der NOvember wird zum MOvember: Eine Aktion für mehr Bewusstsein in Sachen Männergesundheit. (Bild: iStock / Getty Images)
Julian Leberer
Freier Redakteur

Was zunächst einmal nach einem lustigen Schreibfehler in der Überschrift dieses Textes aussieht, verbirgt doch eine sehr ernste Botschaft: denn es geht bei Movember um nicht weniger als die Gesundheit von uns Männern.

Durch den Movember, eine Kombination der Worte moustache (Kurzform mo; deutsch: Schnurrbart) und November, soll weltweit auf das Thema Männergesundheit aufmerksam gemacht werden. Wer sich mit der Aktion identifizieren möchte und dies auch offen zeigen will, der sollte sich im November also einen schicken Schnauzbart wachsen lassen.

Der Bart dienst diesen Monat auch als Erkennungszeichen für Solidarität.
Der Bart dienst diesen Monat auch als Erkennungszeichen für Solidarität.

Männersterblichkeit und Früherkennung von Hodenkrebs

Es ist jedem von uns bekannt und auch statistisch seit Jahrzehnten bewiesen, dass Männer durchschnittlich 4,5 Jahre früher sterben als Frauen. Auch wenn diese Tatsache unterschiedliche Gründe hat, ist es dennoch eine Tatsache, dass Männer insgesamt von schlimmeren langfristigen Gesundheitsproblemen betroffen sind.

Besonders im Fokus stehen hierbei Prostata- und Hodenkrebs. Alleine 2020 erkrankten in Deutschland über 2.000 Männer an Hodenkrebs. Und 1 von 6 Männern wird im Laufe seines Lebens die Diagnose Prostatakrebs in Deutschland erhalten. Gerade in den letzten Monaten ist dieses Thema vor allem durch die Fußballprofis Sébastien Haller (Borussia Dortmund), Marco Richter (Hertha BSC Berlin) und Timo Baumgartl (Union Berlin) in den Medien sehr präsent. Und das es auch diese jungen und körperlich sehr fitten Männer trifft, zeigt recht deutlich, wie willkürlich einen diese Diagnose aus dem Leben reißen kann. Kaum ein Mann zwischen 20 und 40 tastet regelmäßig seinen Hoden ab oder geht zur Vorsorgeuntersuchung zum Urologen.

Pflaster drauf und gut? Männer gehen seltener zum Arzt als Frauen.
Pflaster drauf und gut? Männer gehen seltener zum Arzt als Frauen.

Dabei ist gerade diese Zielgruppe von einem besonders hohen Risiko zu erkranken betroffen. Und laut den führenden Experten auf diesem Gebiet könnte eine bessere medizinische Aufklärung dazu beitragen, das Hodenkrebsrisiko bei jungen Männern deutlich zu reduzieren. Denn die große Chance beim Hodenkrebs liegt darin, dass er relativ leicht entdeckt werden kann. Ca. 80% der Hodentumore werden im Frühstadium durch die Patienten selbst entdeckt. Und je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden. Die wichtigsten Frühsymptome bei Hodenkrebs sind tastbare, schmerzlose, harte Schwellungen des Hodens oder Knoten im oder am Hoden.

Seite an Seite mit der DEL1

Während in den USA vor allem die Footballgemeinschaft bei der Prävention von Hodenkrebs eine Vorreiter- und Vorbildfunktion eingenommen hat und den Movember tatkräftig mit diversen Aktionen auf und neben dem Platz aktiv unterstützt, hat sich in Deutschland speziell die Deutsche Eishockeyliga diesem wichtigen Thema verschrieben und findet sowohl bei den Vereinen als auch den Spielern großen Zuspruch. Alle 15 Clubs unterstützen die Movember-Bewegung mit unterschiedlichen Aktionen und wollen damit sowohl bei den Spielern als auch den Fans für eine Sensibilisierung in Bezug auf die Krebsvorsorge und die Selbstmordprävention sorgen. Denn gerade junge Männer gehen oftmals viel zu leichtfertig mit ihrer Gesundheit um und empfinden diese als zu selbstverständlich. 

Die Seiten ein bisschen stutzen, ist okay aber im Movember hat der Barbier nichts am Schnauzbart verloren.
Die Seiten ein bisschen stutzen, ist okay aber im Movember hat der Barbier nichts am Schnauzbart verloren.

RUPERT: Neues Online-Angebot zur psychischen Gesundheit von Rettungskräften gestartet

Neben den körperlichen Leiden setzt sich die Bewegung Movember vor allem auch für psychische Gesundheit und Suizidprävention ein. Mit RUPERT (FoRUm für Psychische GEsundheit im deutschen RetTungsdienst) ist eine Plattform entstanden, welche haupt- und ehrenamtlichen Beschäftigten im Rettungsdienst die Möglichkeit zum Austausch in einem Forum und hilfreiche Werkzeuge bietet, um die eigene psychische Gesundheit zu schützen. Denn laut einer Befragung des RKI im Jahr 2021, berichten gut 14% der Befragten des medizinischen Rettungsdienstes davon, in den vergangenen zwölf Monaten von einer depressiven Erkrankung betroffen gewesen zu sein. Dieser Wert ist in etwa doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung. Und gerade bei Männern ist dieser Unterschied noch viel gravierender. Hier berichten bis zu dreimal so viele Männer von Depressionen betroffen zu sein. RUPERT unterstützt die Rettungskräfte durch ein Online-Diskussionsforum, Expertenchats und eine umfangreiche Informationsplattform. So sollen psychische Probleme frühzeitig erkannt werden und auch die Familienmitglieder betroffener Personen frühzeitig sensibilisiert werden.

Über Movember

Movember ist die führende Wohltätigkeitsorganisation, wenn es um Männergesundheit geht und konzentriert sich dabei vor allem auf die Themenbereiche psychische Gesundheit und Suizidprävention, Prostatakrebs und Hodenkrebs. Mit Spendengeldern finanziert Movember die medizinische Forschung, innovative Krebstests und weitere Projekte im Bereich der psychischen Gesundheit.

Seit dem Start 2003 in Australien, haben sich bereits mehr als sechs Millionen Menschen der Bewegung angeschlossen. Neben der Auseinandersetzung mit den wichtigsten Gesundheitsproblemen besteht die Hauptaufgabe von Movember darin, Männer zu motivieren in allen Lebensbereichen gesund zu bleiben und sowohl häufiger als auch offener über ihre Gesundheit zu sprechen und bei Bedarf auch Hilfe anzunehmen.

Wenn auch du die Movember-Bewegung unterstützen möchtest, dann lass dir im November einen schicken Schnauzbart wachsen und zeige deinen Mitmenschen damit, dass dir deine Gesundheit nicht egal ist. Denn whatever you grow, will save a Bro!