Mögliche Öffnung des Einzelhandels zum 1. März?

Mögliche Öffnung des Einzelhandels zum 1. März?
Der Einzelhandel ist seit Mitte Dezember geschlossen. (Bild: pixabay)

Baden-Württemberg (dpi) – Hoffnung auf Öffnungen: Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) erwägt Öffnung des Einzelhandels, wenn Inzidenz unter 35 kommt. Der Handelsverband Baden-Württemberg zeigt sich erleichtert, hat aber auch Forderungen.

„Aber es darf nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben. Die Liquidität der Händler muss gesichert sein, Neustart darf nicht zum Rohrkrepierer werden“ heißt es in einer Mitteilung des Handelsverband Baden-Württemberg. Als existenzbedrohende Druststrecke bezeichnet der Verband die letzten Monate des Lockdowns. Diese wäre dann endlich zu Ende, wenn man wieder öffnen dürfe, meint Sabine Hagmann Geschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg. Eine gewisse Skepsis aber besteht trotzdem.

Kretschmann hatte sich laut Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) allerdings erst neulich darüber beschwert, dass jeder nur Öffnungen, aber keine Verschärfungen fordern würde. „Ich hör immer nur öffnen. Ich möchte mal einen erleben, der mal sagt, jetzt machen Sie mal ein bisschen was schärfer. Das hör ich nie!“ sagte Kretschmann in einer Diskussion mit dem baden-württembergischen Landesverband des Wirtschaftsrats der CDU am Donnerstag.

Für Lockerungen hat die Bund-Länder Konferenz den Inzidenzwert 35 festgelegt, daran wolle Kretschmann auch festhalten. Baden-Württemberg liegt Stand gestern (17.02.21 – 16 Uhr) bei einer 7-Tage Inzidenz von 41,6 pro 100.000 Einwohner.

Jüngst ist die Kritik auch an den Maßnahmen gewachsen, weil Drogerien und Lebensmittelgeschäfte auch Kleidung und weitere nicht unbedingt notwendige Produkte verkaufen können. Zugunsten dieser habe der Einzelhandel ein Sonderopfer erbracht, das mittlerweile dazu beitrage, dass „tausende Existenzen im Handel im Südwesten vernichtet werden“.

Es sei nun dringend notwendig, einen konkreten Zeitplan für die Wiederöffnung zu schaffen. „Diese konkreten Termine müssen belastbar sein. Wenn die durchschnittliche Inzidenz erreicht ist, müssen auch die Geschäfte in den Regionen öffnen dürfen, die darüber liegen, wenn nötig unter Beachtung von höheren Vorsichtsmaßnahmen“, betont Hagmann und weiter: „An der Öffnung geht aber kein Weg mehr vorbei, wenn wir nicht eine Großzahl von Händlern verlieren wollen. Aber es ist auch klar, dass wir alle Standards einhalten, die nötig sind und uns vorgegeben werden, um den Gesundheitsschutz der Menschen zu bewahren. Der wird und darf nicht gefährdet werden.“

Der Handelsverband zeigt sich trotz der Situation dankbar für die Landesregierung: „Wir danken der gesamten Landesregierung und allen, die unsere Existenznöte erkannt und unsere Forderungen unterstützt haben, sehr dafür, dass sie unsere verzweifelten Rufe gehört haben.“