„Frauen“ als Thema des Kulturschwerpunkts 2024 Mitgliederversammlung des Kreiskulturforums in Pfullendorf

Mitgliederversammlung des Kreiskulturforums in Pfullendorf
Die neu gewählte Schatzmeisterin Christiana Laufs inmitten der Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des Kreiskulturforums in der Stadtbücherei Pfullendorf (Bild: Vincent Laun)
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Redaktion

Der Inhalt des Kulturschwerpunktes 2024 im Landkreis Sigmaringen steht fest. Er soll das Thema „Frauen“ im Landkreis behandeln. Dies wurde in der Mitgliederversammlung des Kreiskulturforums am 11. Oktober in der Stadtbücherei Pfullendorf beschlossen.

Doris Muth, Mitarbeiterin im Kreiskulturamt Sigmaringen, präsentierte den Mitgliedern ihre Überlegungen. Der Alltag von Frauen, ihr gesellschaftliches Engagement, ihre Kreativität, ihre Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie ihr historisches Dasein – alles Aspekte, die den Menschen zu vermitteln seien. Nicht nur prominente Frauen sollen dabei zu Wort kommen, sondern auch öffentlich weniger bekannte Frauen, etwa in Form von im Internet oder in einer Pressereihe publizierten Portraits. Weitere mögliche Veranstaltungsformate könnten Kunstausstellungen und Literaturprojekte sowie Vorträge sein. Auch ein „Frauen-Festival“ fand Eingang in die Überlegungen. Stadtführungen und Lesungen könnten die historische Rolle von Frauen im Landkreis beleuchten.

Muths Überlegungen stießen unter den Mitgliedern eine rege Diskussion an. Diskutiert wurden dabei u.a. moderne Gender-Debatten wie auch eine männliche Perspektive auf die Thematik. Doris Muth betonte, dass es ihr nicht um die „großen feministischen Debatten“ ginge, sondern um eine Bestandsaufnahme über Frauen im Landkreis. Ähnlich sah es auch Landrätin Stefanie Bürkle, die Vorsitzende des Kreiskulturforums.

Als Nachfolgerin von Anita Seeger, die sich beruflich verändert hat, wurde die Marketingleiterin der Landesbank Kreissparkasse Christiana Laufs zur neuen Schatzmeisterin des Kreiskulturforums gewählt. Sie stellte auch den Kassenbericht für das Jahr 2021 vor, in dessen Zahlen sich auch die besonderen Belastungen der Pandemie mit dem über zwei Jahre verlängerten Kulturschwerpunkt zum Thema „Erinnern“ sowie einer vom Kulturforum organisierten Online-Reihe „Kulturelle Seelsorge in Corona-Zeiten“ niederschlugen. Nachdem Gerhard Fetscher und Monika Hapke der scheidenden Schatzmeisterin eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt hatten, wurde auf Antrag des Pfullendorfer Bürgermeisters Thomas Kugler der gesamte Vorstand einstimmig entlastet. Zuvor hatte die Versammlung zweier in diesem Jahr verstorbener Mitglieder gedacht: Des früheren Rulfinger Ortsvorstehers und Kreisrats Julius Neher, der sich über viele Jahr im Kulturzentrum Alte Kirche Rulfingen engagiert hatte, und des langjährigen Bad Saulgauer Kulturreferenten, Leiters der Städtischen Galerie „Fähre“ und um die Kunstförderung in Oberschwaben hochverdienten „Kunstpapstes“ Bruno Effinger.

In einem bebilderten Rückblick ließ Geschäftsführer Dr. Edwin Ernst Weber die Aktivitäten des Kreiskulturforums 2022 Revue passieren. Noch aus dem Kulturschwerpunkt „Erinnern“ wurden im Herbst 2021 und im Frühjahr 2022 mehrere pandemiebedingt ausgefallene Veranstaltungen nachgeholt, so etwa der Erinnerungsabend des Martin-Heidegger-Gymnasiums an die Todesmärsche von KZ-Häftlingen durch Meßkirch vor 75 Jahren oder auch eine Filmreihe „NS-Erinnern im Film“ in Verbindung mit dem Kino Mengen. Nach den schwierigen Corona-Jahren 2020 und 2021 mit der Absage und teilweise mehrfachen Verschiebung von Veranstaltungen freute sich Weber darüber, dass von den 32 Veranstaltungen des aktuellen Kulturschwerpunkts „Archive und Bibliotheken“ keine einzige Veranstaltung ausgefallen ist und das Programm eine positive Resonanz beim Publikum fand.

Das Landkreisjubiläum 2023 begleitet das Kreiskulturforum mit einem Kulturschwerpunkt „50 Jahre Landkreis Sigmaringen“, zu dem Weber erste Ideen vorstellte: Angedacht sind u.a. eine Exkursion zu den früheren Ober- und Landratsämtern in Bad Saulgau, Gammertingen, Meßkirch, Pfullendorf und Sigmaringen (Karlstraße), „Grenzgänge“ entlang der Kreisgrenzen zusammen mit dem Schwäbischen Albverein, die Uraufführung von Filmportraits zum Landkreis, eine jurierte Kreiskunstausstellung sowie Wettbewerbe von Kulturschaffenden aus den Bereichen Lyrik, Kleinkunst, Bildende Kunst und Musik. Ziel sei ein „kulturelles Feuerwerk“ zum Kreisjubiläum. Die Kreisreform von 1973 soll mit den damit einhergehenden Auseinandersetzungen ebenso in das Programm eingebracht werden wie die Entwicklung des Landkreises in den mittlerweile 50 Jahren seines Bestehens.

Die Stadtbücherei Pfullendorf war im Vorprogramm der Versammlung von ihrer Leiterin Martina Feldt mit ihren umfangreichen Angeboten und Aktivitäten und insbesondere den digitalen Nutzungsmöglichkeiten sowie der Leseförderung für Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Migrationshintergrund vorgestellt worden. Beeindruckt waren die Forumsmitglieder von der historischen Steinscheuer aus dem Jahr 1515, wo die Stadtbücherei seit 20 Jahren ihre Heimat hat.

(Pressemitteilung: Landkreis Sigmaringen)