Mit Drohnen geht’s dem Maiszünsler an den Kragen

Mit Drohnen geht’s dem Maiszünsler an den Kragen
Mit Drohnen werden Schlupfwespen zur Bekämpfung des Maizünslers ausgebracht (Bild: BAYWA)

Wer derzeit einen Spaziergang macht, kann mit etwas Glück, scheinbar „führerlose“ Drohnen über Maisfelder fliegen sehen. Bei genauem Hinsehen fällt aus der Drohne immer wieder etwas heraus. Erblickt man den „Piloten“, dann kann dieser Auskunft darüber geben, dass die unentwegt über das Maisfeld fliegende Drohne, gezielt Schlupfwespen absetzt. Damit soll der Maiszünsler bekämpft werden, um mögliche Schäden an der Kultur so gering wie möglich zu halten.

In den letzten Jahrzehnten haben Maiskulturen nicht geringe Landwirtschaftsflächen erobert. Im Jahre 2019 rangierte Deutschland bei der Mais-Produktion auf Rang 29 in der Welt. Mit rund 3,7 Millionen Tonnen beträgt die deutsche Produktion aber nur etwa ein Prozent der Produktion in den USA (knapp 350 Millionen Tonnen). Die bis zu drei Meter hoch werden Pflanzen sind aber auch durch Krankheiten gefährdet.

Der Maisanbau hat in Deutschland stark zugenommen.
Der Maisanbau hat in Deutschland stark zugenommen. (Bild: Pixabay)

In den letzten Jahren hat sich mit dem Maiszünsler ein besonders hartnäckiger Schädling ausgebreitet. Als Folgen seines Befalls sind beim Mais neben Pilzerkrankungen u.a., auch ein Absterben der Maispflanze zu beobachten. Der Maiszünsler ist ein Falter, dessen Larven erhebliche Schäden im Maisanbau verursachen. Sie fressen sich durch die Stängel, was die betroffenen Pflanzen massiv schwächt. Die Pflanzen knicken um und der Nährstofftransport in die Kolben wird unterbrochen.

Zudem bilden die Bohrlöcher Eintrittspforten für Pilzbefall, was bei Weiterverarbeitung zu Tierfutter eine Schwächung der Tiere zur Folge haben kann. Beim Kampf gegen den Maiszünsler werden mittlerweile, statt chemischer Wirkstoffe, zusehends Trichogramma (Schlupfwespen) eingesetzt.

Starke Auswirkungen bei einem Befall

Interessant sind die Recherchen im Internet. Danach wurde das Auftreten des Maiszünslers anfangs nur in wärmere Regionen, wie in den Mittelmeerländern, oder bei uns im Rheingraben festgestellt. Mittlerweile hat der Falter auch klimatisch weniger begünstigten Gebiete erobert.

Seit dem ersten Befall vor rund 40 Jahren, hat sich der Schädling stark ausgebreitet. So ist er beispielsweise in Bayern seit 2005 auf nahezu allen Maisflächen zu finden. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO), werden durch die Zünslerraupen weltweit jährlich vier Prozent der Maisernte vernichtet. Dies entspricht dem Nahrungsbedarf von 60 Millionen Menschen, also der der Gesamtbevölkerungszahl von Italien.

Die Erntemenge und deren Qualität wären ohne Bekämpfung von Schädlingen deutlich geringer.
Die Erntemenge und deren Qualität wären ohne Bekämpfung von Schädlingen deutlich geringer. (Bild: Pixabay)

Derzeit sind die Bekämpfer der Maiszünslerkrankheit im Einsatz. Dazu werden Drohnen eingesetzt, die große Maisfelder überfliegen. Nach einer genauen Erfassung der Verhältnisse, setzen sie über dem Feld ganz gezielt Trichogramma ab, die sich als Inhalt in natürlich abbaubaren Materialien (Kapselform) befinden. Das Ziel des Einsatzes von Schlupfwespen ist es, den Ertrag und Qualität der Ernte zu sichern.

Die Weibchen legen ihre Eier in den Maiszünslereiern ab, aus denen sich Trichogrammen entwickeln. Diese schlüpfen aus, das Maiszünslerei ist zerstört. Die Trichogrammen vermehren sich auf dem Feld und suchen wieder neue Zünslereier.

Noch vor einigen Jahren haben die Landwirte diese natürlichen Helfer gegen den Schädlingsbefall zeitaufwendig und weniger effektiv von Hand ausgebracht.