Mit Demo für die Wiedereröffnung der Geburtsklinik

Mit Demo für die Wiedereröffnung der Geburtsklinik
Der Förderverein Krankenhaus Bad Saulgau e.V. gibt den Kampf um die Geburtsklinik nicht auf! (Bild: Privat)

Am Samstag, 24. Juli, zündet der Förderverein Krankenhaus Bad Saulgau e.V. mit einer Demonstration die nächste Stufe seines Widerstandes gegen die Schließung der Geburtsklinik. Ziel, der ab 12 Uhr beginnenden Demo ist es, die schnellstmögliche Wiedereröffnung der Geburtsklinik zu erreichen.

Ab 12 Uhr startet am kommenden Samstag eine Demo gegen die von den Entscheidungsträgern beschlossene „temporäre“ Schließung der Geburtsklinik in Bad Saulgau.

Larissa Lott Kessler dazu: „Wir kämpfen entschlossen bis zum Ende, wir nehmen das nicht hin.“ Treffpunkt für die Teilnehmer ist der Festplatz. Von dort aus ziehen die Demonstranten durch die Stadt zum Krankenhaus. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit mit der Geburtsklinik und um die Forderung nach der Wiedereröffnung zu visualisieren, steigen dort Luftballons in den Himmel auf. Vom Krankenhaus aus führt der Weg durch die Stadt zum Ausgangspunkt am Festplatz zurück. „Damit schaffen wir die Möglichkeit, dass die Teilnehmer, vor allem Familien mit kleineren Kindern bedarfsgerecht aus der Demo ‚aussteigen‘ können,“ so Lott-Kessler.

Sie sind die Zukunft der Gesellschaft, doch die Klinikbetreiber sehen es ganz anders: Eine Geburt „lohnt“ sich anscheinend nicht. (Bild: Pixabay)

Aufruf zur Teilnahme

Der Förderverein bittet die Bevölkerung aus Bad Saulgau und dessen Einzugsgebiet, an der Teilnahme zur Demo, um ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit gegenüber der Geschäftsführung der Kliniken, der Landkreisverwaltung und den Kreisräten, zu setzen.

Das Orga-Team um Lott-Kessler (insbesondere Maria Telch und Helga Brey) hofft, dass besonders viele Familien zur Demo kommen. „Gerne mit Kinderwagen und vielen Plakaten, auf denen unser gemeinsamer Wunsch zum Erhalt und der Wiedereröffnung der Geburtsklinik hervorgeht,“ so Lott-Kessler.

Mit Luftballons wird in Saulgau die Wiedereröffnung der Geburtsklinik gefordert (Bild: Pixabay)

Widerstand von Anfang an

Gegen den unerwarteten Schließungsbeschluss der Geschäftsführung der SRH Kliniken Sigmaringen GmbH, hatte der Förderverein gleich nach Bekanntwerden Front gemacht. Fast 10.000 Unterschriften zum Erhalt der Geburtsklinik wurden vom Verein gesammelt und vor der Kreistagssitzung (14. Juli) in Bingen an die Entscheidungsträger übergeben.

Wohnortnah kaum alternative Entbindungsmöglichkeiten

Der Förderverein weist mit Nachdruck darauf hin, dass sich für die werdenden Eltern die Versorgung im Entbindungsfall deutlich verschlechtert. Mit dem derzeitigen Wegfall von Bad Saulgau, erhöhen sich die die Entfernungen zu einer Geburtsklinik deutlich. Diese alternativen Geburtskliniken arbeiten aber bereits an den Kapazitätsgrenzen. Nach der Schließung der Geburtskliniken in Riedlingen und Weingarten, ist das Angebot für Gebärende überschaubar, das Risiko bei Schwangerschafts-Komplikationen aber deutlich gestiegen.

Erste Abweisungen von Gebärenden bei den wenigen, übrig gebliebenen Geburtskliniken zeigen, dass sich durch die Schließungen die Risiken für Gebärende mehr als deutlich erhöhen. Ein großer Fehler war wohl, dass der staatliche Versorgungsauftrag für die Krankenversorgung aufgegeben wurde, die Kliniken zu schnell und oft leichtfertig an Konzerne abgeschoben wurden.

Aktuell und passend zur Problematik in Bad Saulgau sorgen Nachrichten aus Geißlingen für Aufsehen. Die Stadt Geislingen und viele Bürger wehren sich seit Wochen intensiv gegen das geplante Aus der örtlichen Helfensteinklinik. Am Mittwochabend hat der Gemeinderat einen einstimmigen Beschluss gefasst: Ein Bürgerentscheid soll kommen. Die Menschen sollen entscheiden, ob die Stadt Geislingen versuchen soll, den Landkreis Göppingen zu verlassen und sich stattdessen dem Alb-Donau-Kreis anzuschließen.

Mehr Infos zum Förderverein gibt es unter: www.foerderverein-kh-bad-saulgau.de