Michael Warm gibt den Druck an Gegner Frankfurt weiter

Michael Warm gibt den Druck an Gegner Frankfurt weiter
Noah Baxpöhler bleibt an Nehemiah Motes Block (graues Trikot, Nummer 4) hängen. (Bild: Günter Kram)
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Redaktion

Friedrichshafen – Der VfB Friedrichshafen hat sich dank eines 3:1-Erfolges bei der SVG in Lüneburg Platz eins nach der Normalrunde der Volleyball-Bundesliga gesichert und kann die letzten beiden Ligaspiele vor den Playoffs vermeintlich ruhig angehen.

Gegen den frisch gebackenen Pokalsieger United Volleys Frankfurt will das Team von Cheftrainer Michael Warm am Mittwoch, 3. März, ab 19.30 Uhr, allerdings – laut Vereinsmitteilung – trotzdem mit voller Konzentration ans Werk gehen. „Wir befinden uns in der Vorbereitung auf die Playoffs“, stellt Warm klar. „Die Punkte wollen wir trotzdem mit an den Bodensee nehmen.“

Wer gerade das Stimmungsbild in der Zeppelin-CAT-Halle A1 abfragt, bekommt den besten Eindruck, wenn er das Training der Mannschaft beobachtet. „Wir arbeiten konzentriert“, beschreibt Cheftrainer Warm die aktuelle Situation und sieht in diesem Moment das Flachsen seines Kapitäns Dejan Vincic mit Nicolas Marechal in einer kurzen Pause.

„Es ist schon lustiger, wenn du gewinnst. Wir haben aber vergangenen Samstag auch gesehen, dass ‚Lustig sein‘ nichts mit Überheblichkeit zu tun hat.“ Denn sein Team kam gerade erst aus einer zweiwöchigen Corona-Pause zurück. Mit Vincic, Marechal, Steuerwald, Fiel, Mote und Juhkami fehlte beim Auswärtsspiel in Lüneburg – so der VfB weiter – praktisch eine komplette Starting-Six von Leistungsträgern.

Ohne Routinier Marcus Böhme hatte das Team von Samstag ein Durchschnittsalter von 22,4 Jahren. Mit dem deutschen Nationalspieler immerhin noch von 24. „Das zeigt schon, welche Qualität diese Mannschaft hat“, zeigte sich auch Warm vom 3:1-Sieg seiner Rumpftruppe beeindruckt. „Wir wollen uns jetzt ganz auf die Playoffs konzentrieren. Dass dann auch noch solch ein Sieg herausspringt, macht mich sehr froh und zuversichtlich.“

Am Mittwoch geht es für die Häfler nun in Frankfurt weiter. Die United Volleys – gespickt mit fünf Spieler mit Häfler Vergangenheit – haben gerade den Pokal gewonnen und werden – laut Mitteilung – auf dieser Welle auch im Duell gegen den Rekordpokalsieger reiten. In der Bundesliga lief es bislang nämlich alles andere als reibungslos für die Hessen. Zu Beginn der Saison stieg Jörg Krick als Geschäftsführer aus, es folgten Verletzungen im eh schon schmal besetzten Kader und öffentliche Kritik eines Spielers am Management.

Mit zehn Siegen aus 18 Partien ist Frankfurt zwar schon für die Playoffs qualifiziert, allerdings müssen bis Ende der Normalrunde vier von sechs möglich Punkten her, um den Häflern, Düren und Berlin im Viertelfinale aus dem Weg zu gehen. „Der Druck in diesem Spiel am Mittwoch liegt ganz klar bei den Frankfurtern“, glaubt Warm. „Wir sind sicher auf Platz eins und können völlig entspannt an die Sache rangehen.“

Abschenken werden die Häfler trotzdem nichts. „Wir wollen sicher nicht in den Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen, nur weil es für uns vermeintlich um nichts mehr geht“, blickt Warm voraus. Er wird mit allen 14 Spielern in „Mainhattan“ anrücken und dort auch das 17. Bundesligaspiel in Folge gewinnen wollen. „Die Jungs haben noch ein wenig Trainingsrückstand, aber sie sind gut drauf“, sagt Warm. „Wir werden sehen, was in Frankfurt passiert und das Spiel nutzen, weiter an unserer Playoff-Härte zu arbeiten.“