Martin Vidaurre schrammt am ersten U23-Weltcup-Sieg vorbei

Martin Vidaurre schrammt am ersten U23-Weltcup-Sieg vorbei
Kann auch Rang zwei hochzufrieden sein: Martin Vidaurre. (Bild: Lynn Sigel)
WOCHENBLATT
Redaktion

Les Gets – Im Rennen der U23 sind mit David List und Martin Vidaurre gleich zwei Lexware-Fahrer in der ersten Reihe gestanden und beide fuhren in diesem Jahr schon auf den zweiten Platz. In der ersten Runde setzten sich List und Vidaurre an die Spitze des Feldes, doch List konnte das Tempo an der Spitze nicht ganz halten und fiel in die Verfolger-Gruppe zurück. Gang anders erging es Vidaurre, der Zweiter wurde und den Sieg nur knapp verpasste.

Rein ins Rennen: Vorne bildete sich eine Vierergruppe, in der Martin Vidaurre eine dominante Rolle spielte. Er fuhr stets an erster oder zweiter Stelle – darauf bedacht, die Lücke nach hinten offen zu lassen. In der vierten von sechs Runden verringerte sich die Spitzengruppe auf drei Fahrer, etwa zeitgleich mit einsetzendem Starkregen.

Zu dritt fuhren Vidaurre und die beiden Italiener Juri Zanotti und Simone Avondetto – laut Pressemitteilung – über die Ziellinie der letzten Runde. Avondetto attackierte direkt danach am ersten Berg, doch er konnte sich nicht absetzen. „Ein paar Sekunden später habe ich meine Kontra-Attacke gesetzt“, erklärte Vidaurre – und diese war erfolgreich.

Hinter ihm tat sich eine Lücke auf, die er nach der Abfahrt auf gut acht Sekunden ausbauen konnte. Doch am letzten Anstieg, Vidaurre fuhr konstant sein Tempo, attackierte Avondetto erneut. „Ich konnte nicht an ihm dranbleiben, keine Chance“, sagte der 21-jährige Chilene, der sein Land auch bei den Olympischen Spielen vertreten darf.

„Ich komme gerade aus dem Höhentrainingslager und gehe dort auch nochmal hin – das ist die Vorbereitung für Tokio, aber für den Weltcup nicht optimal“, sagte Vidaurre. „Deshalb bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich gerne gewonnen hätte.“  Der Deutsche Meister David List konnte das Tempo ab der vierten Runde nicht mehr halten und verlor zwei Positionen: Er wurde Neunter.

„Der Start lief echt gut, ich hatte stets Kontakt zu den Top Fünf. Aber dann hat es mir den Stecker gezogen“, bilanzierte er im Ziel. „Die Verhältnisse waren extrem, damit hatte ich zu kämpfen.“ Jetzt will List – so Lexware weiter – die Rennpause nutzen, um sich auf die zweite Saisonhälfte zu konzentrieren.

Teamkollege Lennart Krayer belegte im jüngsten Jahrgang den 23. Platz. „Ich habe immer viel Zeit am Berg gut machen können. Die Form geht in die richtige Richtung“, ist er überzeugt. In den letzten beiden Runden stürzte er allerdings gleich zwei Mal. Das habe ihm womöglich ein Top-20-Resultat gekostet.  

Für die beiden Lexware-Olympioniken Martin Vidaurre und Max Brandl beginne nun die finale Vorbereitung. Vidaurre verbringt diese nochmals im Höhentrainingslager in Livigno, Brandl bleibt in Freiburg. In zehn Tagen reisen die beiden nach Japan und beziehen ihre Lager im Olympischen Dorf der Radsportler auf der Halbinsel Izu. Das olympische Rennen der Herren findet am 26. Juli um 8 Uhr deutscher Zeit statt.