Martin Vidaurre landet auf Platz 16 – Max Brandl belegt für Deutschland Position 21

Martin Vidaurre landet auf Platz 16 – Max Brandl belegt für Deutschland Position 21
Haben das Abenteuer Olympia gemeistert: Martin Vidaurre und Maximilian Brandl (von links). (Grafik: Lexware)
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Redaktion

Tokio – Beim olympischen Mountainbike-Rennen in Izu haben die beiden Lexware-Athleten Martin Vidaurre und Martin Brandl zwar nichts mit der Medaillenvergabe zu tun gehabt, aber ordentliche Leistungen abgeliefert.

Es war – laut Pressemitteilung von Lexware – heiß, sehr staubig und der Kurs forderte volle Konzentration von den Athleten: Das olympische Mountainbike-Rennen sei dem Status als das wichtigste Rennen im Kalender absolut gerecht geworden. Auf dem Kurs mit vielen kurzen, steilen Segmenten und Steinen verkauften sich Max Brandl und Martin Vidaurre bei ihrer olympischen Premiere gut.

Vom Start an fuhr Brandl, der aus der zweiten Startreihe ins Rennen ging, auf Rang 13 und positionierte sich – so Lexware weiter – in der zunächst noch großen Spitzengruppe. Auch Vidaurre fand gut ins Rennen. Obwohl er als U23-Fahrer aus der vierten Reihe startete, reihte er sich nach der Startrunde auf Rang 18 ein.

An der Spitze formierten sich die Favoriten um Nino Schurter, Mathieu van der Poel und Mathias Flückiger. Auch Anton Cooper und Henrique Avancini taktierten und versuchten, zu Beginn des Rennens kleine Spitzen zu setzen. Doch in der ersten von sieben Runden stürzte van der Poel an einem großen Sprung kapital, überschlug sich und blieb zunächst liegen.

Im Nachhinein erklärte er, dass wohl eine Holzrampe am Sprung entfernt worden war, worüber er nicht informiert war. Der Sturz nahm ihm alle Chancen auf eine Medaille und der Niederländer verlor eine gute Minute auf das Feld. Durch die vielen kurzen Anstiege blieben die Fahrer recht dicht zusammen, auch Brandl reihte sich zunächst in die große Spitzengruppe ein.

Doch in der dritten Runde touchierte er in einem Anstieg das Vorderrad eines vor ihm fahrenden Konkurrenten. Er musste absteigen und gute zehn Meter laufen, wobei vier Fahrer an ihm vorbeizogen, auch van der Poel. Dieser hatte trotz des Sturzes noch gut Druck nach vorne und sprengte die vor ihm fahrende Gruppe, sodass Brandl für den Rest des Rennens allein unterwegs war.

Mit dem Südtiroler Gerhard Kerschbaumer spielte er die letzten beiden Runden „ein Katz-und-Maus-Spiel“. „Ich habe zu spät gesehen, dass Kerschi langsam fährt, vielleicht hatte er noch einen Platten. Deshalb habe ich ihn nicht mehr übersprinten können für den 20. Platz“, beschrieb Brandl seinen Zielsprint, der auch in der Übertragung zu sehen war.

Insgesamt zeigte sich der Freiburger aber ganz zufrieden mit seiner olympischen Premiere. „Klar, die Position hätte auch etwas besser sein können“, sagte er in Hinblick auf seinen 21. Platz (+4:35 Minuten). „Aber die Spannung war da, ich habe meine Linien in den Abfahrten gut getroffen und konnte in den roten Bereich fahren.“

Das sei bei der hohen Luftfeuchtigkeit die Herausforderung gewesen, denn „geht man zu früh drüber, kann es sein, dass dir hinten raus die Power fehlt“. Jetzt freue sich der 24-Jährige auf den Rest der Saison. „Ich bin sehr froh über meine erste Olympiateilnahme und freue mich jetzt umso mehr auf mein Langzeitziel Paris 2024.“ 

Brandls Teamkollege Martin Vidaurre belegte Rang 16. Der erst 21-jährige Chilene, der während der Mountainbike-Saison in Freiburg lebt, startete beim Olympischen Rennen erstmals mit der großen Elite-Konkurrenz. Deshalb war es schwer einzuschätzen, wo Vidaurre sich im Feld einordnen wird. Von Startplatz 30 aus fuhr der 21-Jährige direkt auf Rang 18 in der Startrunde nach vorne, was ihn die ersten beiden Runden heftig leiden ließ.

„Ich musste aufpassen, dass ich den Kopf nicht hängen lasse,“ erklärte er im Ziel. Doch ab der dritten Runde erlangte er die Kontrolle zurück und fand eine Gruppe, die bis auf Position 13 reichte. In der vorletzten Runde setzte er sich sogar an deren Spitze und sah vor sich schon den Brasilianer und Mitfavoriten Henrique Avancini fahren. Doch dann stürzte Vidaurre. Er musste sein Rad kurz schieben und den Lenker wieder geradebiegen – was ihm nicht so gut gelang – und fuhr mit schrägem Lenker auf Rang 16 ins Ziel (+3:19).

„Ich bin sehr froh. Es war wirklich geil, mit den großen Jungs mitfahren zu können“, bilanzierte er. „Der Sturz ist unnötig gewesen, aber 16. ist auch nicht so schlecht.“ Das Rennen entschied der ebenfalls 21-jährige Shootingstar Thomas Pidcock aus Großbritannien für sich, der erst im vergangenen Jahr – neben dem Straßenradsport – auch auf dem Mountainbike in die Weltspitze vorstieß in 1:25:14 Stunden.

Er setzte sich in der fünften Runde ab und baute durch clevere Attacken seinen Vorsprung aus, sodass weder Nino Schurter noch Mathias Flückiger ihn einholen konnten. Flückiger gewann die Silbermedaille (+0:20 Sekunden). Bronze ging – nach einer erstaunlichen Aufholjagd – überraschend an den Spanier David Valero Serrano (+0:34 Sekunden), der Nino Schurter auf Rang vier verwies. Der zweite Deutsche im Rennen, Manuel Fumic, belegte Platz 28 (+7:14 Minuten).