Literarische Spurensuche mit Arnold Stadler

Literarische Spurensuche mit Arnold Stadler
Das Bild zeigt Arnold Stadler. (Bild: LiO-Netzwerk/ Brender)
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Redaktion

Meßkircher Lesereise im Literatursommer Baden-Württemberg startet

Meßkirch – Der diesjährige Literatursommer Baden-Württemberg steht unter dem Leitsatz „Literatur made im Ländle – 70 Jahre Baden-Württemberg“. Einen Großteil dieser siebzig Jahre deckt Arnold Stadler mit literarischem Schaffen ab.

Die Stadt Meßkirch stellt ihren Ehrenbürger auf einer Sommertour durch Oberschwaben Einheimischen und Gästen, Literaturkennern und Neugierigen an sechs besonderen Orten in Oberschwaben vor. Am 10. Juli startet die ungewöhnliche Lesereise mit einer gemeinsamen Fahrt in der Biberbahn nach Menningen.

„Es wäre für mich ein Traum, gäbe es die alte Strecke wieder. Dann könnte ich vom Sauldorfer Bahnhof aus wie mein Großonkel nach Bremerhaven und Amerika fahren. Wie das vor 100 und 150 Jahren noch möglich war,“ so schrieb Arnold Stadler im Jahr 2018, als noch nicht bekannt war, dass die Bahn jemals überhaupt wieder auf dieser Strecke verkehren würde.

Folgerichtig also, dass am Sonntag, 10. Juli die sechsteilige Veranstaltungsreihe um 12.15 Uhr am Bahnhof in Sauldorf beginnt. Um 12.39 Uhr geht es mit der Biberbahn nach Menningen und von dort aus zum ersten Lese-Ort (bei guter Witterung beim Kiosk am Wasserschlössle). Fahrkarten können im Zug erworben werden. Um 15.17 Uhr Abfahrt in Menningen mit Rückkehr nach Sauldorf fahrplanmäßig um 15.37 Uhr.

Am Montag, 18. Juli trifft Arnold Stadler mit Walle Sayer einen Lyriker aus Horb am Neckar, der wie ein Uhrmachermeister im Gehäuse der Zeit forscht und das Wesentliche in Gedichte und Miniaturen fasst. Das Gespräch moderiert die Journalistin Annette Maria Rieger (11 Uhr, Treffpunkt Kloster Beuron)

Am Dienstag, 19. Juli, tauscht sich Arnold Stadler an seinem Heimatort Rast im Gasthof Löwen mit dem vielfach ausgezeichneten Fotografen Florian Schwarz aus. Florian Schwarz, 1979 in Konstanz geboren, studierte Fotografie an der Königlichen Kunstakademie Antwerpen. In seiner gegenwärtigen Ausstellung „Imagine“ widmet er sich in Bild und Wort der Staatenlosigkeit.

Der Verlust von Heimat und wie Kommunikation neue Beziehungen ermöglicht, sind Themen des Austauschs über Kunst und Menschen, den die Kuratorin dieses künstlerischen Projektes Helena Vayhinger aus Singen und die SWR-Journalistin Thea Thomiczek im Gespräch begleiten. (11 Uhr, Treffpunkt Gasthof Löwen in Rast)

Mit der Künstlerin Regina Frank trifft sich Arnold Stadler am Mittwoch, 20. Juli, in der Meßkircher Kreisgalerie, wo die Ausstellung „Der Kunsterzieher und seine Schülerinnen und Schüler“ zum 70. Geburtstag von Eddy Michelberger zu sehen ist. Seine Gesprächspartnerin Regina Frank, 1965 in Meßkirch geboren, gilt als eine Pionierin von Performance, die auch das weltweite Internet in ihre Arbeiten integriert.

Das Gespräch führt Luzia Braun, bekannt aus der Kultursendung „aspekte“. Alle Akteure des Abends stammen aus dem Raum Meßkirch, so dass die Bedeutung des „Dableibens“, „Wegmüssens“ oder „Heimkommens“ für künstlerisches Schaffen thematisiert wird. (19 Uhr, Treffpunkt Kreisgalerie Schloss Meßkirch).

In Bad Schussenried teilt Arnold Stadler am Donnerstag, 21. Juli mit Reinhold Aßfalg und Hannelore Nussbaum oberschwäbische Erinnerungen, die auch die Kehrseite des Idylls ausleuchten. Reinhold Aßfalg, Jahrgang 1940, präsentiert dabei sein Buch „Das alte Dorf“, das dieser Tage erscheint.

Die Schriftstellerin Hannelore Nussbaum aus Bad Schussenried, der modernen Designerwelt ebenso verbunden wie der oberschwäbischen Dichterin Maria Menz, kann auf Begegnungen mit Persönlichkeiten in Oberschwaben zurückblicken, die bis heute nachwirken. Die Moderation übernimmt Oswald Burger. (17 Uhr, Treffpunkt Eingang Ost)

Bei der Abschlussveranstaltung am Samstag, 23. Juli, ist die Schriftstellerin und Malerin Alissa Walser die Gesprächspartnerin von Arnold Stadler. Die beiden sprechen über Herkunfts- und Sehnsuchtslandschaften und gehen der Frage nach, wie sich die Orte, von denen man kommt, auf das spätere Arbeiten in der Welt auswirken.

Alissa Walser, aufgewachsen am Bodensee, lebt in Frankfurt und hat zuletzt „Am Anfang war die Nacht“ publiziert. Das Gespräch moderiert Siegmund Kopitzki, lange Jahre Leiter des Kulturressorts im Südkurier. (11 Uhr, Treffpunkt Einlass Freilichtmuseum Heuneburg)

„Stadler & Friends“ wird im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg gefördert von der Baden-Württembergstiftung. Projektträger ist die Stadt Meßkirch. Die Veranstaltungen finden möglichst draußen statt und können bei freiem Eintritt besucht werden.

Die Platzzahl ist beschränkt; Anmeldung erforderlich unter www.lio-netzwerk.org oder bei der Tourist-Info Meßkirch telefonisch unter der Rufnummer 07575 206-1422, tourismus@messkirch.de. Auch eine Buchung der gesamten Reihe mit touristischem Begleitprogramm ist möglich. Übernachtungsangebote unter www.messkirch.de

Die Termine im Überblick

Sonntag, 10. Juli

Gemeinsame Fahrt mit der Biberbahn nach Menningen zum Wasserschloss.

12.15 Uhr Teffpunkt Bahnhof Sauldorf

12.39 Uhr Abfahrt Sauldorf

13.15 Uhr Ankunft Menningen

13.30 Uhr Garten am Wasserschlössle: Eröffnungslesung

Anschließend gemeinsame Rückfahrt (15.17 Uhr ab Menningen)

Montag, 18. Juli, 11 Uhr: Kloster Beuron

Mit Walle Sayer (Lyriker), Annette Maria Rieger (Moderation)

Dienstag, 19. Juli, 11 Uhr: Rast, Gasthof Löwen

Mit Florian Schwarz (Fotograf), Helena Vayhinger und Thea Thomiczek (Moderation)

Mittwoch, 20. Juli, 19 Uhr: Meßkirch, Kreisgalerie im Schloss

Mit Regina Frank (Künstlerin), Luzia Braun

Donnerstag, 21. Juli, 17 Uhr: Kloster Bad Schussenried

Mit Hannelore Nussbaum (Autorin), Reinhild Aßfalg (Autor), Oswald Burger (Moderation)

Samstag, 23. Juli, 11 Uhr: Heuneburg – Stadt Pyrene

Mit Alissa Walser (Malerin und Schriftstellerin), Siegmund Kopitzki (Moderation)

(Pressemitteilung: Stadt Meßkirch)