Lindauer Jugendherberge setzt auf Regionalität und Bioqualität – trotz Corona ist die JuHe bestens aufgestellt

Lindauer Jugendherberge setzt auf Regionalität und Bioqualität – trotz Corona ist die JuHe bestens aufgestellt
Dirk Umann, Leiter der Jugendherberge Lindau hofft, dass er bald wieder voll durchstraten kann. Steigende Izidenzwerte in Lindau bereiten ihm aber Sorgen (Bild: Wilfried Vögel)

Lindau – Rund 250 Betten kann die Lindauer Jugendherberge bieten, aber als reinen Bettenanbieter sieht der Leiter, Dirk Umann, seine Jugendherberge nicht. Der ökologische Aspekt macht das Haus einzigartig und begehrt.

Umann will also nicht nur als Beherbergungsbetrieb gesehen werden. Das ausgefeilte pädagogisches Konzept für alle Besucher mit echtem Mehrwert steht genauso im Mittelpunkt seiner Unternehmensphilosophie wie die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Bioqualität.

Seit zehn Jahren ist Dirk Umann, Vater von drei Kindern, der Chef im Haus. 1997 hat er in der Lindauer Jugendherberge als stellvertretender Leiter angefangen, es folgten acht Jahre Leitungsfunktion in Oberstdorf. Dann zog es ihn zurück an den Bodensee.

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der traditionsreichen Jugendherberge in Lindau war nach dem Umbau 1997 das „Facelifting“ 2016. Beide haben dem Haus das unverwechselbare, einzigartige Flair gegeben. Denkmalschutz, Nostalgie aber auch moderne Elemente schaffen in einer einzigartigen Symbiose Raum für einen gemütlichen, unvergesslichen Aufenthalt.

Die Lindauer Jugendherberge besteht aus mehreren Gebäuden. Perfekt integriert wurde der denkmalgeschützte Altbau. Immer wieder bieten sich Ruhezonen zum Entspannen und Relaxen. (Bilder: Wilfried Vögel)

In Zusammenarbeit mit der Lindauer Tourismus und Kongress GmbH entstand die Marke „Jugendherberge Lindau“. Überall im Haus dominieren warme Pastelltöne, gelang das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu, werden Lindaus Attraktionen wie Leuchtturm und Löwe gespiegelt.

Nachhaltigkeit und Verpflegung mit Produkten in Bioqualität spielen in Umanns Vorstellung und natürlich auch deren erfolgreiche Umsetzung eine herausragend Rolle.

Dirk Umann: „Wir bieten z.B. ein Biofrühstück mit vielen regionalen Produkten an. Das kommt sehr gut an. Ziel ist es, Fleisch in einer hohen Qualität aber in geringerer Häufigkeit anzubieten. An der Empfangstheke steht immer ein Korb mit frischen Bioäpfeln aus Lindau. Frisches Wasser kann jeder an einem eigens aus Romanshorner Sandstein gestaltetet Brunnen selbst zapfen. Wir wollen darüber hinaus den CO2-Fußabdruck reduzieren. Unsere Gäste wissen das zu schätzen“.

Auch Doppelzimmer gibt es in der Lindauer Jugendzimmer, wahlweise auch mit Kinderbetten in einem weiteren Raum. (Bild: Wilfried Vögel)

Die Zimmer sind modern eingerichtet und für Schulklassen, Vereine, Einzelpersonen  aber auch Familien individuell gestaltet und eingerichtet. Zweckmäßig, sauber und modern. Das Design lehnt sich wiederum an Lindauer Besonderheiten an. Die Oberflächen erinnern an Obstkisten, das spiegelt den traditionellen Obstanbau in der Region wider.

Pastelltöne überwiegen nach dem „Facelift“, das 2016 erfolgt ist. Insgesamt präsentiert sich die Lindauer Jugendherberge mit frischen Farben und einem tollen, pädagogischen Konzept. Auch größere Gruppen sind stets willkommen (Bild: Wilfried Vögel)

Großzügig dimensionierte Räume machen das Haus auch für größere Gruppen attraktiv. Musikvereine bis zu 160 Mitglieder können z.B. im Haus ungestört proben. Umann sieht dieses Angebot durchaus als saisonverlängernd an. „Wir sprechen insbesondere das Frühjahr und den Herbst an. Wir sind zertifiziert und werden ständig kontrolliert“. Dieses Konzept wird übrigens von allen Jugendherbergen in Bayern verfolgt. Die Lindauer JuHe ist nach Nürnberg und München immerhin die drittgrößte in Bayern und erfreut sich größter Beliebtheit.

„Wir bieten unseren Gästen, egal ob für Familien oder Gruppen, auch ein pädagogisches Konzept in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Unterricht und Kultus an. Das schafft einen echten Mehrwert“.

Das moderne und farbenfrohe Design lehnt sich wiederum an Lindauer Besonderheiten an. Die Oberflächen erinnern an Obstkisten, das spiegelt den traditionellen Obstanbau in der Region wider. (Bild: Wilfried Vögel)

Mit einer gewissen Sorge sieht Umann die Entwicklung im Umfeld der Jugendherberge. Wenn das benachbarte Hallenbad Limare und der Bauhof bald verschwinden werden, steht da jeweils ein großes Fragezeichen, wie es da mit einer neuen Nachbarschaft weitergehen wird.

Umann hofft auf eine gute Zusammenarbeit mit der neuen Therme im Eichwald. Die Gartenschau in Lindau sieht er absolut positiv. Besucher in seinem Haus hätten sich absolut lobend geäußert.

In Zusammenarbeit mit der Lindauer Tourismus und Kongress GmbH entstand die Marke „Jugendherberge Lindau“. Überall im Haus dominieren warme Pastelltöne, gelang das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu, werden Lindaus Attraktionen wie Leuchtturm und Löwe gespiegelt. (Bilder: Wilfried Vögel)

Corona hat das Haus natürlich mit brachialer Gewalt getroffen. Dirk Umann: „Das war schon absolut existenzgefährdend. Das kam fast einem Berufsverbot gleich.  Ab November 2020 mussten wir sieben lange Monate komplett schließen. Als gemeinnütziger Verein dürfen wir über keine nennenswerten Rücklagen verfügen. Nur die staatlichen Beihilfen haben uns einigermaßen über Wasser gehalten. Wir haben alle der fast 30 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, aber niemand entlassen müssen. Das zahlt sich jetzt aus: Alle sind wieder an Bord und brennen auf den Neustart, was für unsere tolle Teamarbeit spricht“.

Pastelltöne überwiegen nach dem „Facelift“, das 2016 erfolgt ist. Insgesamt präsentiert sich die Lindauer Jugendherberge mit frischen Farben und einem tollen, pädagogischen Konzept. Auch größere Gruppen sind stets willkommen (Bilder: Wilfried Vögel)

Stolz ist Umann auch auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit sozialen und caritativen Einrichtungen wie z.B. der Lebenshilfe. Umann: Wir bilden in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule in Ravensburg selbst aus. Drei „Bufdis“ ergänzen unser Team“.

Dieser Neustart verläuft allerdings auch nicht ganz reibungslos. Derzeit hat das Haus nur an den Wochenenden geöffnet. Aber Umann hofft auf einen guten Sommer. Das hängt allerdings von den Inzidenzwerten ab. Viele Schulklassen, die Klassenfahrten geplant haben, warten noch die Entwicklung der Inzidenzwerte ab, die in Lindau leider wieder gestiegen sind. Das schafft eine Unsicherheit und Ungewissheit.

Dirk Umann ist trotzdem optimistisch: „Wir haben ein sehr gutes Hygienekonzept und können natürlich alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen“. Sorgen und Nöte bleiben trotzdem bestehen.

Die Lindauer Jugendherberge ist jedenfalls bestens gerüstet und freut sich, wenn es endlich wieder richtig losgehen kann.

Teamgegeist wird in der Lindauer Jugendherberge groß geschrieben. Das gesamte Team freut sich auf den hoffentlich bald erfolgenden Neustart (Bild: Wilfried Vögel)