Letzter Gottesdienst in der Kapelle der ehemaligen Klinik Ochsenhausen

Letzter Gottesdienst in der Kapelle der ehemaligen Klinik Ochsenhausen
v.l. Pfarrer Sigmund Schänzle mit der Weiheplatte aus dem Altar mit Landrat Dr. Heiko Schmid und Pfarrer Jörg Schwarz. (Bild: Landratsamt)
WOCHENBLATT
Redaktion

Ochsenhausen – Pfarrer Sigmund Schänzle hat zusammen mit Pfarrer Jörg Schwarz im Beisein von Landrat Dr. Heiko Schmid und Bürgermeister Andreas Denzel eine Andacht in kleinem Kreis zur Profanierung der Kapelle im ehemaligen Klinikum in Ochsenhausen gefeiert.

Schänzle hatte von Bischof Dr. Gebhard Fürst den Auftrag erhalten, dort einen letzten Gottesdienst zu feiern und die Kapelle zu entsakralisieren. Dabei hat er am Ende auch die Weiheplatte mit Reliquiengrab aus dem Altar entfernt.

Pfarrer Sigmund Schänzle und Pfarrer Jörg Schwarz schilderten in ihren Ansprachen einige persönliche Erlebnisse, die sie als Seelsorger von Ochsenhausen im Klinikum in und mit der Kapelle erlebt haben. „In dieser Kapelle haben viele tausend Menschen Gebete gesprochen oder die Stille gesucht“, erzählte Pfarrer Schänzle. Pfarrer Jörg Schwarz ergänzte, dass er mit diesem Ort viele Erinnerungen verbinde: „Hier waren viele Menschen, die das Lichte der Welt erblickt haben, Menschen, denen mit Heilkunst und Pflege geholfen wurde, Menschen, die ihren Weg zurück in Gottes Hände angetreten sind – begleitet durch uns Seelsorger.“ Dabei erinnerte er auch an die Schwestern von Reute Sr. Lidwigis und Sr. Sylvana.

„Fast exakt vor einhundert Jahren am 2. Mai wurde hier im Krankenhaus die erste Klinikkapelle eingeweiht“, wusste Landrat Dr. Heiko Schmid beim Blick auf die Geschichte. Die jetzige Kapelle entstand dann 1958 im Zuge eines weiteren Ausbaus des Krankenhauses. Schmunzelnd erzählte Landrat Dr. Heiko Schmid, dass die damaligen Ordensschwestern sich eindringlich eine neue Orgel wünschten, aber diese manchen Kreisräten mit 18.000,- DM doch zu teuer erschien. „Aber die Ordensschwestern waren wohl sehr Überzeugungsfähig“, so Landrat Dr. Heiko Schmid und zitierte dann aus dem damaligen Protokoll: „Im Übrigen neigen die Kreisräte dazu, den Wünschen der Ordensschwestern bezüglich der Beschaffung einer Orgel nachzukommen, weil man die Mentalität einer Ordensfrau und eines Klosters nicht übersehen dürfe.“

„Fast 100 Jahre nach der Einweihung der ersten Kapelle war das heute ein kleiner, aber feierlicher Schlussakt für dieses Gotteshaus. Ich bin froh, dass einige Gegenstände aus der Kapelle auch weiterhin Verwendung finden.“, so Landrat Dr. Schmid, der Kreistag habe der Weitergabe der liturgischen Geräte an die Kirchengemeinde Ochsenhausen gerne zugestimmt. Die Glasfenster aus dem Jahr 1986 vom Künstler Pater Ivo Schaible aus Baustetten werden ins Archiv des Landratsamtes gebracht. Der Altar wird vom Diözesandepot der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Obermarchtal übernommen.

Zum Ende der Andacht haben die beiden Pfarrer Weiheplatte, Lektionar und Altarkerne aus der Kapelle getragen und diese symbolisch abgeschlossen.

(Pressemitteilung: Landratsamt Biberach)