Land geht von 280 Millionen Euro für Unternehmenshilfen aus

Land geht von 280 Millionen Euro für Unternehmenshilfen aus
Ein Wechselstromzähler zeigt den aktuellen Zählerstand in einem Haushalt an. (Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild)

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Redaktion

Seit dieser Woche können kleine und mittelgroße Firmen Landesgelder beantragen, um durch den Krisen-Winter zu kommen. Im Vergleich zu den Corona-Hilfen zeichnet sich jedoch eine überschaubare Nachfrage ab.

Stuttgart (dpa/lsw) – Trotz Energiepreisbremsen und Dezemberhilfen könnten Hunderte Unternehmen im Südwesten nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums noch kurzfristig Geld benötigen. Für die im Dezember gestarteten Liquiditätshilfen des Landes geht das Ministerium von 800 bis 1000 Unternehmen aus, die dafür einen Antrag stellen. Insgesamt belaufe sich das angenommene Kreditvolumen auf 280 Millionen Euro. Dies beruhe auf Erfahrungen der Vergangenheit und Prognosen der landeseigenen L-Bank, teilte das Ministerium mit.

Seit Donnerstag können kleine und mittelständische Unternehmen, die besonders von den Energiepreisen betroffen sind, Kredite in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro beantragen. Unternehmen mit besonders hohen Energiekosten können darüber hinaus einen vergünstigten Zinssatz und einen Tilgungszuschuss erhalten. Die Darlehen sollen über die Hausbanken beantragt werden und laut Ministerium schnell und unkompliziert fließen. Das Programm ist bis März 2023 befristet.

Zum Vergleich: Für die Corona-Soforthilfen waren in den ersten Monaten der Pandemie 2,1 Milliarden Euro an Unternehmen im Land ausgezahlt worden. Insgesamt waren mehr als 245.000 Anträge gestellt worden – die Zahl der Firmen war aber laut Wirtschaftsministerium schwer zu beziffern, weil manche in dem Zeitraum auch mehrere Anträge gestellt haben. Die Corona-Soforthilfen waren im Vergleich zu den jetzigen Krediten ursprünglich so angelegt gewesen, dass sie nicht zurückgezahlt werden sollten. Rund ein Drittel der Hilfen muss nun dennoch zurückfließen, weil manche Unternehmen besser durch den Lockdown kamen, als erwartet.

Zum neuen Hilfspaket sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU): «Die Margen sinken, die Kosten steigen – nicht nur die Energiekosten, sondern auch die der Vorprodukte und Rohstoffe. Die Unternehmen haben dadurch immer weniger Spielraum, zu investieren.» Mit dem Kredit und dem parallel gestarteten Beratungsprogramm sollten Unternehmen nun kurzfristig unterstützt werden, damit sie bestmöglich durch die Krise kommen.

Da das Antragsverfahren über die L-Bank als bewährt gilt, geht der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) von einer schnellen Bearbeitung der Anträge aus. Das Verfahren sei bekannt und erprobt, sowohl für die Unternehmen, als auch für die Banken, sagte BWIHK-Präsident Christian Erbe. Auch das parallel gestartete Beratungsprogramm orientiere sich an der Krisenberatung Corona, die sich bewährt habe. «Beide Maßnahmen ergänzen, wie von der IHK-Organisation gefordert, die Bundeshilfe sinnvoll und bauen Brücken für die Zeit, bis die Bundeshilfen rückwirkend fließen.»