Kraftakt des gesamten Teams sichert Sieg über Bad Nauheim

Kraftakt des gesamten Teams sichert Sieg über Bad Nauheim
Zweikampf des Ravensburger Stürmers Alexander Dosch (rechts) mit Leo Hafenrichter. (Bild: Kim Enderle)
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Redaktion

Die Ravensburg Towerstars haben sich im Kampf um die besten Plätze der Spitzengruppe drei wichtige Punkte gesichert. Das Team von Coach Peter Russell bezwang auf eigenem Eis den Tabellenvierten Bad Nauheim mit 5:3.

Vor dem Spiel gab es zunächst gute Nachrichten bezüglich der Aufstellung: Fabian Dietz und Josh MacDonald waren nach ihrer zehntägigen Corona-Pause wieder dabei. Martin Hlozek sowie Vincent Hessler pausierten hingegen, da Fördervertragsspieler Tim Sezemsky nach seiner Quarantäne noch das „Return to Play“ Protokoll abarbeitet und dadurch nur 20 Spieler in das Line-up durften.

Die ersten zwei Wechsel dieser Begegnung gehörten klar den Gästen aus der hessischen Kurstadt. Sie checkten früh und aggressiv vor, vielfach hatten die Towerstars da Probleme beim Spielaufbau. Mit dem allerersten kontrollierten Angriff der Gastgeber sollten die Towerstars aber deutlich besser in Schwung kommen. David Zucker spielte bei einem pfeilschnellen Konter den Pass an den linken Pfosten zu Vincenz Mayer, der lenkte die Scheibe in Richtung Tor.

Nachdem sich die anschließende Spielertraube im Kampf um den vermeintlichen Nachschuss gelichtet hatte, signalisierten die Unparteiischen die Konsultation des Videobeweises. Nach mehreren Minuten war die Szene dann geklärt. Bevor Gäste-Keeper Philipp Maurer den Puck mit der Fanghand blockieren konnte, war er bereits in vollem Umfang über der Torlinie. Die Towerstars führten nach nur 87 Sekunden mit 1:0.

Dieser Treffer verlieh viel Auftrieb, nur eine Minute später hämmerte Pawel Dronia das Spielgerät an die Querlatte. Auch danach waren die Oberschwaben die druckvollere Mannschaft, was fehlte war die letzte Konsequenz im Abschluss. Dass Bad Nauheim aber doch zu Möglichkeiten auf den Ausgleich kam, war ein paar zu durchsichtigen Pässen beim Spielaufbau geschuldet. In der 6. Minute war es aber ein Puckverlust an der gegnerischen blauen Linie, der die Gäste zu einem 2 gegen 1 Konter einlud. Towerstars Keeper Jonas Langmann konnte diese Möglichkeit des ECBN aber parieren, auch weil sich Tristan Keck gegen den Pass auf den völlig freien Mitspieler entschied. Ansonsten gehörte der erste Abschnitt trotz der mageren Ausbeute klar den Oberschwaben, das Schussverhältnis von 13:6 untermauerte die optischen Vorteile auch statistisch.

Im zweiten Spielabschnitt waren gerade einmal 88 Sekunden gespielt, da gab es aber einen Dämpfer für die Gastgeber. Tobias Wöhrle schlenzte kurz nach der blauen Linie auf das Ravensburger Tor und der Puck zischte sprichwörtlich durch „Freund und Feind“ hindurch zum 1:1 Ausgleich ins linke Eck. Die Towerstars hatten alsbald Gelegenheit, dieses Gegentor wieder auszumerzen. Fabian Hermann schlenzte einen Klärungsversuch über die Glasumrandung und kassierte zwei Minuten wegen Spielverzögerung. Während der zweiminütigen Überzahl gab es hochkarätige Möglichkeiten, Sam Herr schob beispielsweise nur hauchdünn am rechten Pfosten vorbei.

Der stetig noch höher werdende Druck wurde aber dann doch belohnt. In der 32. Minute nutzte die zweite Sturmreihe den Raum und den von David Zucker quer gelegten Pass donnerte Fabian Dietz aus halblinker Position entschlossen zum 2:1 in die Maschen. Knapp eineinhalb Minuten später ließ Pawel Dronia die 1314 Zuschauer in der CHG Arena zum dritten Mal jubeln. Wieder war es ein weit öffnender Pass, Philipp Maurer wurde beim 3:1 im kurzen Eck überwunden.

Das Spiel schien, auch entsprechend dem Chancenverhältnis, eindeutig auf Ravensburger Seite zu laufen. Doch in der Schlussphase des zweiten Spielabschnitts leisteten sich die Cracks von Towerstars Coach Peter Russell einen mentalen Durchhänger. Zweieinhalb Minuten vor der zweiten Pause wurden die Roten Teufel aus Bad Nauheim durch einen Puckverlust an der gegnerischen blauen Linie zu einem Konter eingeladen und Neuzugang Andrej Bires schloss im Nachschuss ab. Nur 28 Sekunden später mussten die Oberschwaben gar den 3:3 Ausgleich schlucken. Ein noch abgefälschten Handgelenkschuss rutschte unglücklich über die Linie, alles war wieder offen.

Der Schlussabschnitt zeigte dann ein Ravensburger Team, dass den Doppelschlag in der zweiten Drittelpause offensichtlich gut verdaut hatten. Mit hohem Tempo übernahmen die Towerstars klar das Kommando. Nach einer ganzen Reihe hochkarätige Chancen wussten sich die Gäste aus Hessen in der 45. Minute nur durch ein Foul dem Druck zu erwehren, die 2-Minuten-Strafzeit gegen Philipp Maurer sollte letztlich zur Schlüsselszene der gesamten Partie werden. Das Powerplay der Oberschwaben lief knapp eineinhalb Minuten, dann kam der Pass auf links zu Robbie Czarnik. Wieder einmal hämmerte der US-amerikanische Stürmer den Puck per Direktabnahme ins weit offene Tor.

Um den Bestand der 4:3 Führung mussten die Towerstars im weiteren Verlauf des Schlussabschnitts noch extrem hart kämpfen. Nur zwei Minuten nach dem vierten Treffer setzte es für die Hausherren zwei Strafzeiten kurz hintereinander, jetzt waren die Unterzahlformationen enorm gefragt. Noch höher wurde der Druck der Roten Teufel aus Bad Nauheim, als Florin Ketterer zweieinhalb Minuten vor Ende eine Strafzeit wegen hohen Stocks aufgebrummt bekam und Gäste-Coach Harry Lange bei vollem Risiko den Torhüter gleich draußen lies. Die Towerstars standen allerdings effektiv im eigenen Drittel – 30 Sekunden später gewann Sam Herr das Laufduell gegen seinen Gegenspieler und schob zum alles entscheidenden 5:3 ein.

„Die Jungs haben gegen einen gut spielenden Gegner hart gekämpft und wir sind natürlich glücklich über die Punkte“, sagte Towerstars Coach Peter Russell nach dem Spiel. „Das war wieder einmal eine geschlossene Teamleistung“, ergänzte er.

(Pressemitteilung: Ravensburg Towerstars)