Kommentar: Der HSV greift zum letzten Strohhalm – mal wieder!

Kommentar: Der HSV greift zum letzten Strohhalm – mal wieder!
Ist beim HSV schon wieder Geschichte: Daniel Thioune. (Bild: picture alliance/dpa | Georg Wendt)

Hamburg (tmy) – Der Hamburger SV hat mal wieder die sogenannte Reißleine gezogen und abermals den amtierenden Cheftrainer beurlaubt. Dieses Mal hat es Daniel Thioune getroffen, der mit dem Traditionsverein aus dem Norden eigentlich in die Bundesliga aufsteigen sollte. Dieses Ziel soll nun – nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Serie – Horst Hrubesch realisieren.

Die HSV-Legende übernimmt beim kriselnden Zweitligisten zumindest bis zum Saisonende. Kommen Sie sich gerade auch so vor, als hätten Sie diese Sätze schon gefühlt 100 Mal in den vergangenen zehn Jahren über den ehemaligen Bundesliga-Dino gelesen. Richtig, nur dass es sich immer wieder im neue Namen handelt, übe die man schreiben muss, weil das Team – traditionell im Saisonendspurt – kalte Füße bekommt.

Ob das immer „nur“ am Chefcoach liegt, wage ich entschieden zu bezweifeln. Meiner Meinung nach ist es das ständig unruhige Umfeld, das unnötigen Druck auf Mannschaft und das Team hinter dem Team erzeugt, weil man nach guten Spielen viel zu schnell das Träumen anfängt, anstatt in Ruhe weiterzuarbeiten. Auch diese Zeilen kommen Ihnen bekannt vor? Ja, richtig – auf Schalke herrscht bekanntlich seit Jahren eine ganz ähnliche Gemengelage.

Nun darf und soll also das Kopfballungeheuer ran, das mit dem DFB-Junioren und der Frauen-Nationalmannschaft zuletzt für Furore gesorgt hat. Ein Mann, der nicht für sehenswerte Kabinettstückchen, sondern eben für harte Arbeit auf und neben dem Platz bekannt gewesen ist.  „Manni Flanke, ich Kopf – Tor“, lautete die Hrubesch’e Erfolgsformel. Genau das haben die Kicker aus Hamburger jetzt nötig – einfachen, aber effektiven Fußball.

So kann es etwas werden mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga, an dem man zuletzt in schönster Regelmäßigkeit scheiterte – und das zumeist in den letzten Saisonspielen. Einfach mal „nicht zu viel nachdenken und machen“ könnte den Nordlichtern helfen. Beim Duo Hrubesch und Kaltz hat das ja auch geklappt. Wenn also einer die kriselnden Kicker mental wieder in die Spur bringt, dann ist das „Hotte“. Der Tabellendritte hat es selbst in der Hand.

Was sagen Sie zur aktuellen Entwicklung beim Hamburger SV? Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung per E-Mail an t.schlichte@wochenblatt-news.de und diskutieren Sie mit.