Tipps für Autofahrer Kfz-Versicherung: Hagelschäden nehmen zu und werden teurer

Kfz-Versicherung: Hagelschäden nehmen zu und werden teurer
Sturm und Hagel haben nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2021 rund 400.000 Schäden an Kraftfahrzeugen in Deutschland verursacht. (Bild: Pixabay)
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Redaktion

Klimawandel und Erderwärmung verändern auch das Wetter und verlässliche Wetterprognosen werden zunehmend schwieriger. Kommt es zu Hagelstürmen, entstehen in kurzer Zeit enorme Schäden am Auto, da die Hagelkörner immer größer werden. Zurück bleiben Dellen im Blech oder kaputte Scheiben. Der ADAC gibt Tipps für den Schadensfall.

Glasschäden können teuer werden

Besonders die Sommermonate Juni, Juli und August sind Hagelmonate. Die Hagelstürme treten oft lokal auf und die Schäden sind immens. Vor allem Autofahrer kennen die Gefahr. Besonders teuer können Glasschäden werden. Durch eine zersplitterte Front- oder Heckscheibe kann Regen ins Auto eindringen und erheblichen Schaden verursachen. Auch kleine Risse im Glas vergrößern sich rasch und sollten daher schnell repariert werden.

Kosten von mehr als 5000 Euro sind keine Seltenheit

Autofahrer können sich mit einer Kaskoversicherung vor den finanziellen Folgen von Unwetterschäden am Fahrzeug versichern. Die Voll- bzw. Teilkaskoversicherung übernimmt unter anderem die Kosten für Schäden durch Sturm, Hagel, Blitz und Überschwemmungen. Ohne diesen Versicherungsschutz kann es für Autofahrer teuer werden. Etwa 3000 Euro zahlte die ADAC Autoversicherung im letzten Jahr durchschnittlich für Hagelschäden an Kraftfahrzeugen. Auch Kosten von mehr als 5000 Euro waren keine Seltenheit.

Hagelschäden nehmen auch in Zukunft zu

„Die Schäden durch Unwetter waren 2021 besonders hoch. Aber auch der langfristige Trend ist eindeutig: Die Schäden durch Hagelstürme nehmen zu, die Reparaturen der Fahrzeuge werden teurer“, erklärt Robert Heil, Schadenvorstand der ADAC Autoversicherung. „Zum einen werden Extremwettereignisse häufiger und Hagelkörner größer. Zum anderen führen dünnere Karosseriebleche zu schwereren Schäden und steigenden Reparaturkosten“, so Heil.

Rund 400.000 Schäden an Kraftfahrzeugen

Insgesamt haben Sturm und Hagel nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2021 rund 400.000 Schäden an Kraftfahrzeugen in Deutschland verursacht. Die Kosten lagen bei etwa 1,3 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf einen einzigen Monat. Im Juni letzten Jahres trafen starke Unwetter die Autofahrer besonders hart.

Tipps für Autofahrer:

  • Dokumentieren Sie den Hagelschaden. Fotografieren Sie das beschädigte Fahrzeug von allen Seiten und fertigen Sie Nahaufnahmen aller Stellen mit besonders großen Hagelschäden an. Notieren Sie den Zeitpunkt des Hagelsturms und den exakten Ort, an dem sich das Fahrzeug während des Unwetters befand.

  • Melden Sie den Hagelschaden zeitnah Ihrer Versicherung. Das ist in der Regel schnell und einfach online möglich. Handelt es sich um ein Leasingfahrzeug, melden Sie den Schaden zusätzlich Ihrem Leasinggeber.

  • Ihre Versicherung stimmt mit Ihnen einen Besichtigungstermin ab. Nach großen Unwettern können die Versicherer auch Sammelbesichtigungen einrichten, bei denen alle hagelbeschädigten Fahrzeuge an einem zentralen Ort besichtigt werden.

  • Bereiten Sie die Begutachtung des Fahrzeugs vor. Fahren Sie mit Ihrem Auto durch die Waschstraße, damit gesprungene Autoscheiben, Dellen oder abgeplatzte Stellen im Lack besser sichtbar sind. Halten Sie Ihre Fahrzeugpapiere bereit. Der Gutachter benötigt detaillierte Fahrzeugdaten, um Reparaturkosten, Wertminderung oder Restwert des Pkw korrekt einzuschätzen.