„Keine Angst vor Fehlern haben und mutig angreifen“: Konstanz-Keeper Moritz Ebert im Interview

„Keine Angst vor Fehlern haben und mutig angreifen“: Konstanz-Keeper Moritz Ebert im Interview
Echtes Konstanzer Eigengewächs: Torwart Moritz Ebert (Bild: Michael Elser)
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Redaktion

Moritz Ebert (21) spielt seit den Minis für die HSG Konstanz. Der gebürtige Konstanzer studiert an der mit der HSG Konstanz kooperierenden Exzellenzuniversität Wirtschaftswissenschaften und ist Beachhandball-Nationaltorwart der Deutschen Auswahl.

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht der 1,89 Meter große Torwart über einen „großen Job“ der Fans, den Wunsch nach einer brennenden Schänzle-Hölle und die etwas abhandengekommene jugendliche Unbekümmertheit sowie das schwere Heimspiel am Freitag, 20 Uhr, gegen Dresden.

Moritz, wie geht es Dir nach der deutlichen Niederlage beim Tabellendritten TV Großwallstadt? Wie sehr beschäftigt so etwas?

Am Tag nach dem Spiel war ich noch etwas platt. Der TVG hat eine sehr, sehr gute Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern, viel individueller Klasse. Wir gaben leider das Spiel schon nach 20, spätestens 30 Minuten aus der Hand. Danach versuchten wir unser Bestes und haben angedeutet, dass wir mehr draufhaben. Das bringt am Ende aber nichts, deshalb müssen wir versuchen, unser Können über 60 Minuten zu zeigen.

Wie hast Du in dieser aktuell schwierigen Phase für alle, die es mit der HSG halten, die Unterstützung des Fanclubs in Elsenfeld wahrgenommen?

Tatsächlich erst so richtig nach dem Spiel, davor war ich im Tunnel. Es war eine tolle Stimmung in der Halle und unsere Fans haben einen großen Job gemacht. Es ist schon krass, dass sie am Feiertag so zahlreich so weit fahren, um uns zu unterstützen. Wir versuchen ihnen den bestmöglichen Spaß zurückzugeben und hoffen, dass wir am Freitag den Bock umstoßen können.

Ist Euch nach der furiosen letzten Saison in den vergangenen Wochen etwas die „mentale Frische“ abhandengekommen?

Uns war allen klar, dass es in der 2. Bundesliga sehr schwer werden wird. Das heißt aber nicht, dass wir uns nach zehn Minuten so präsentieren dürfen. Wir müssen unsere jugendliche Unbekümmertheit und Frische forcieren, keine Angst vor Fehlern haben und weiter mutig das Tor angreifen und verteidigen. Dabei hilft es, schnell zu spielen und leichte Tore zu erzielen. So bringen wir den Gegner in die Bredouille und die Fans hinter uns, um die Schänzle-Hölle wieder richtig brennen zu lassen.

Ihr habt ein Jahr lang hart dafür gearbeitet, um wieder hier in der 2. Bundesliga zu stehen.

In diesem Haifischbecken dabei zu sein, macht uns allen riesigen Spaß. Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass wir auch bestehen können. Dafür trainieren wir acht bis neunmal pro Woche. Hört sich vielleicht nach einer Floskel an, aber: Wir müssen weitermachen! Es war klar, dass wir nicht oben stehen werden. Auf der anderen Seite werden wir unsere Defizite auch nicht unter den Teppich kehren, sondern diese akribisch aufarbeiten. Es kann in dieser Liga alles passieren. Wir geben unser Bestes – und ich bin davon überzeugt, dass unser Bestes auch zu Punkten führen wird.

Wie bekommst Du persönlich dabei den Kopf zwischendurch mal wieder frei?

Zunächst beginnt nun wieder die Uni und mein Master-Studium. Ich unternehme auch gerne mit meiner Familie etwas oder, obwohl ich mit meinen Pappenheimern schon genug in der Halle bin, schauen wir uns gemeinsam Bundesligaspiele an, spielen Karten zusammen oder ich koche sehr gerne.

Nur drei Tage bleiben zur Vorbereitung auf das Heimspiel am Freitag, 20 Uhr, gegen Dresden.

Wir stellen uns auf eine körperlich sehr starke Mannschaft ein, die in Sebastian Greß einen Top-Mittelmann hat. Zeigen, was wir bislang nur angedeutet haben, haben wir uns vorgenommen. Ich vertraue der Mannschaft – genauso wie viele Fans, sonst würden sie uns nicht so toll unterstützen. Wir haben Bock und Feuer drin.

Was kommt mit Dresden auf Euch zu?

Eine individuell starke Mannschaft, die mit Marino Mallwitz einen überragenden Torwart, den mit den meisten Paraden in der letzten Zweitliga-Saison, verpflichtet hat. Und eine Mannschaft, die super eingespielt ist. Der Kern spielt schon seit Jahren zusammen und es gab nur zwei Neuzugänge und Abgänge. Uns reizen die Challenges. Die nächste wartet am Freitag. Wir wollen es uns selbst zeigen, dass wir bestehen können. Dann sind unsere Fans wieder glücklicher und wir sind glücklicher.

(Vereinsmitteilung: HSG Konstanz/Andreas Joas)