Kahlschlag bei den SRH Kliniken Kreis Sigmaringen GmbH?

Kahlschlag bei den SRH Kliniken Kreis Sigmaringen GmbH?
Der Krankenhaus-Förderverein und besorgte Bürger zeigten vor der Mitarbeiterversammlung in Bad Saulgau, ihre Besorgnis und Unverständnis (Bild: Larissa Lott-Kessler)

Im Kreis Sigmaringen schrillen wegen der drei Klinikstandorte Bad Saulgau, Sigmaringen und Pfullendorf die Alarmglocken. Die „temporäre“ Schließung der Geburtsklinik in Bad Saulgau war wohl nur ein Vorgeplänkel für das, was jetzt folgt bzw. erfolgen soll.

Am Wochenende tagte der Kreistag in Klausur über die Zukunft der Kliniken. Dem Vernehmen nach soll es in Zukunft im Kreis nur noch eine Klinik geben. Dies ist wohl das Fazit, des mit Spannung erwarteten Medizinischen Konzepts, das bei den Diskussionen um die vorläufige Schließung der Saulgauer Geburtsklinik immer wieder in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Schon damals vermieden SRH-Geschäftsführer Werner Stalla und Dr. Jan-Ove Faust, Geschäftsführer der SRH Kliniken Kreis Sigmaringen GmbH, jedes Bekenntnis für den Erhalt der Klinik-Standorte. Wir berichteten am 15. Juni darüber (Viele Zahlen und ein ganz dickes Fragezeichen).

Heute wurden die Mitarbeitenden in Bad Saulgau zur aktuellen Lage informiert. Einige Aktivisten vom Förderverein Krankenhaus Bad Saulgau und besorgte Bürger, machten mit Spruchbändern deutlich, was sie von den jüngsten Ereignissen halten.

Ist SRH noch der richtige Partner?

Mittlerweile jagen sich Pressemitteilungen. Die FDP im Landkreis Sigmaringen nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Der SRH wird dabei u. a vorgeworfen, die beim Einstieg in die Kliniken 2014 gemachten Versprechen nicht einzuhalten. Auf der Unternehmenshomepage sei zu den Unternehmensgrundsätzen zu lesen: „Mutig und konsequent, fundiert und durchdacht, herzlich und einfühlsam“.

Bereits bei der Haltung zur Geburtenstation, so die FDP, und auch im Weiteren, sei die SRH von diesen Grundsätzen abgewichen. Auch zu dem vor Jahren gefassten Beschluss des Kreistages, die SRH in die Trägerschaft der Kliniken einzubinden, hat die Kreis FDP eine klare Meinung: „Die Entscheidung fiel damals auf die SRH, da sie proklamierte, alle drei Standorte zu erhalten. Zumindest in der Betriebsversammlung nach der Übernahme, wurde so auf die Sorge der Mitarbeiter reagiert.

Nun geht es in eine andere Richtung und die Frage muss erlaubt sein, ob die Heidelberger Stiftung wirklich noch der richtige Träger ist, um die Gesundheitsversorgung vor Ort zu erhalten.“ In der Stellungnahme plädiert die FDP im Kreis für den Erhalt der Klinikstandorte.

Bürgerinformation am Freitag, 24. September

Mittlerweile hat die Geschäftsführung der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen mit ihren Gesellschaftern (SRH Gesundheits GmbH, Landkreis Sigmaringen, Spitalfonds Pfullendorf) die Bürger*innen des Landkreises zu einer kurzfristig anberaumten Informationsveranstaltung eingeladen.

Am Freitag, 24. September, soll ab 19 Uhr (Einlass 18.15 Uhr) in der Göge-Halle Hohentengen, das Medizinische Zukunftskonzept für die SRH Kliniken im Landkreis vorgestellt werden, es werden auch Fragen dazu beantwortet. Zusätzlich gibt es einen Livestream auf www.kliniken-sigmaringen.de. Für die Veranstaltung gilt die 3-G-Regel. Testmöglichkeiten gibt es vor Ort.

Über die weiteren Entwicklungen werden wir zeitnah berichten.