Jugendbudget: Drei musikalische Vorhaben bekommen insgesamt 20.000 Euro

Jugendbudget: Drei musikalische Vorhaben bekommen insgesamt 20.000 Euro
Das Lindauer Jugendbudget mit einer Gesamtsumme von 20.000 Euro wird erstmals an drei verschiedene Projekte vergeben. (Bild: Stadt Lindau)
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Redaktion

Lindau – Das Lindauer Jugendbudget mit einer Gesamtsumme von 20.000 Euro wird erstmals an drei verschiedene Projekte vergeben. Bei allen drei Projekten geht es um Musik, allerdings auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Eigentlich hätten Jugendliche bei der Jugendwerft abstimmen sollen, welche Projekte mit den 20.000 Euro gefördert werden. Wegen der anhaltend kritischen Pandemielage musste die Jugendwerft, die am 16. November im Club Vaudeville stattfinden sollte, jedoch kurzerhand abgesagt werden. Stattdessen tagte eine Jury virtuell, bestehend aus Vertretern von Kultur- und Jugendorganisationen, der Offenen Jugendarbeit sowie Jugendbeauftragten der lokalen Parteien.

“Es war angesichts der aktuellen Lage die beste Entscheidung, das digital zu machen”, sagte Theresa Berschl von der Offenen Jugendarbeit Lindau. Bis zum 11. Oktober hatten die Jugendlichen Zeit, Projekte einzureichen, die sie lokal umsetzen wollen und für die sie Geld brauchen.

1. U-16-Partys

LUV Junge Kirche Lindau beantragt 4.000 Euro, vor allem für Tontechnik, um Partys für unter 16-Jährige im Kiez zu veranstalten. Das Kiez, das Ende des Monats offiziell eröffnet werden soll, ist eine Mischung aus Pfarrzentrum, Gemeindesaal und Jugendraum, ein gemeinsames Projekt der Kirchengemeinden St.Stephan-Christuskirche, St. Verena-Versöhnerkirche, St. Johannes Wasserburg und der Jugendkirche luv.

Bei luv sind die Grenzen zwischen evangelischer und offener Jugendarbeit nach eigenen Angaben oft fließend. Ihr Programm richtet sich an junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren. “Bei dem Projekt geht es auch darum, den Jugendlichen einen Raum zu bieten, der zwar neben der Kirche ist, aber erst mal gar nichts mit Kirche zu tun hat”, sagte Dekanatsjugendreferentin Judith Amend-Knaub.

2. Projekt Tonstudio

Eddic (20 Jahre, Auszubildender) und Emma (17 Jahre, Schülerin) stellten das zweite Projekt vor: Beide machen gerne Musik. Sie wollen ein kleines Tonstudio in Lindau aufbauen. Dafür beantragen sie 5.000 Euro. Ein Raum dafür gebe es bereits im Jugendzentrum Xtra, der jedoch zunächst renoviert werden müsste. Zudem möchten sie qualitativ gutes Equipment (Soundanlage, Midi Instrumente, Akustik Instrumente, Computer und Software) anschaffen. Auf diese Art und Weise könnte man Jugendlichen einen Einblick in die Studiowelt geben, damit sie mit Musik experimentieren können, so Emma.

Bei den Musikinstrumenten hoffen sie auf Spenden oder günstige Instrumente. Die angesichts des Vorhabens eher bescheidene Summe begründen die Antragsteller damit, dass sie jedem die Chance geben wollen, ihr Projekt zu verwirklichen.

3. Unterstützung für lokale Bands

Ziel ist es bei “Support your local bands” (Unterstütze deine lokalen Bands), Konzertmöglichkeiten für junge regionale Nachwuchsbands im Jugendzentrum Xtra zu schaffen. Derzeit ist das nicht möglich, denn der bisherige Platz genüge nicht mehr den brandschutztechnischen Anforderungen. Deswegen braucht es TÜV-gerechte Standards für Licht, Bühne und Tontechnik. So könnten junge Bands erste Erfahrungen auf der Bühne machen.

Ziel ist es bei “Support your local bands” Konzertmöglichkeiten für junge regionale Nachwuchsbands im Jugendzentrum Xtra zu schaffen.
Ziel ist es bei “Support your local bands” Konzertmöglichkeiten für junge regionale Nachwuchsbands im Jugendzentrum Xtra zu schaffen. (Bild: Stadt Lindau)

Im Gegenzug würden die Projektverantwortlichen die Konzerte planen, Flyer und Plakate mit anderen Jugendlichen zusammen gestalten. Zudem würden sie beim Einlass und an der Theke und beim Aufbau der Technik mit Personal helfen. Insgesamt gehe es auch darum, regionale Bands untereinander zu vernetzen. Für die Bands sei eine Gage geplant, es würde ihnen in jedem Fall helfen, in der Region ein bisschen bekannter zu werden, so Gian Baumung, der das Projekt stellvertretend für den Initiator Maximilian Koller der Jury vorgestellt hat. Damit das Projekt Wirklichkeit werden kann, veranschlagen sie 15.000 Euro. Davon sind 4.500 Euro für Statik und Befestigungsmasse vorgesehen, 3.500 Euro für die Beleuchtung 3.500 und 3.000 Euro für Tontechnik.

„Sehr unterstützenswerte Projekte“

Da die Jury jedoch nicht mehr Geld vergeben kann als im Fördertopf liegt, entschied sie, die 20.000 Euro wie folgt aufzuteilen:

  • 4.000 Euro gehen an die U16 Partys
  • 5.000 Euro gehen an das Tonstudio für Jugendliche
  • 11.000 Euro gehen an Support your local Bands

“Alle drei Projekte sind unbedingt unterstützungswürdig”, so Bürgermeisterin und Jurymitglied Katrin Dorfmüller. “Beim dritten Projekt ist auch mit 11.000 Euro schon viel erreicht, damit Newcomer Auftrittsmöglichkeiten bekommen.” Sollte sich herausstellen, dass das Geld nicht ausreiche, werde sie sich persönlich bei anderen Stellen für weitere Förderung stark machen.

Räume für Musik

Die Jugendlichen haben jetzt ein Jahr Zeit, ihr Projekt umzusetzen. Dass alle drei Anträge mit Musik zu tun haben, sei nicht unbedingt Zufall, so Theresa Berschl von der Offenen Jugendarbeit Lindau. “Man sieht es ja bereits bei den Anträgen, sie sind alle unterschiedlich und haben doch alle mit Musik zu tun. Die eine Gruppe benötigt die Technik für Partys, die anderen für Konzerte und die Dritten wollen selbst Musik aufnehmen.

Sicherlich spielt es mit rein, dass es in Lindau aktuell wenig Raum für Musiker gibt. Das fängt bei den Proberäumen an und geht bis zum nicht vorhandenen Tonstudio. Ein großer Vorteil dieser drei Anträge ist auf jeden Fall, dass sie nun so auch untereinander Kontakt schließen und davon sicherlich profitieren können”, so Berschl.

(Pressemitteilung: Stadt Lindau)