Jetzt ist Christbaumzeit – wie kaum ein anderes Symbol steht der Weihnachtsbaum in Deutschland für das Fest der Liebe

Jetzt ist Christbaumzeit – wie kaum ein anderes Symbol steht der Weihnachtsbaum in Deutschland für das Fest der Liebe
Christbäume haben bei uns eine jahrhundertlange Tradition (Bild: Pixabay)

Freier Redakteur
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In mehr als der Hälfte aller deutschen Wohnungen steht zur Weihnachtszeit ein Christbaum. Es handelt sich meistens um einen Nadelbaum, der in der Weihnachtszeit in Wohnungen und Häusern sowie an öffentlichen Gebäuden und Plätzen aufgestellt wird.

Er wird mit Weihnachtskugeln, Figuren, Lichterketten und manchmal auch noch mit Lametta geschmückt. Die Spitze des Baumes wird häufig mit einer Christbaumspitze, einem Strohstern oder einen Engel verziert. Durch Kerzen bzw. Lichterketten verströmt ein Weihnachtsbaum eine gemütliche Atmosphäre und lässt Besinnlichkeit und Rufe aufkommen.

Der Christbaum hat eine jahrhundertelange Tradition

Das Brauchtum, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, hat seinen Ursprung in Deutschland und verbreitete sich im 19. Jahrhundert über die ganze Welt. Die Ursprünge des Weihnachtsbaumes gehen auf heidnische Bräuche zurück. Immergrüne Pflanzen waren ein Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit.

Der erste geschmückte Weihnachtsbaum stand wahrscheinlich vor rund 600 Jahren 1419 in Freiburg in Breisgau. Überlieferungen zufolge haben Mitglieder der Bäckerschaft den Weihnachtsbaum mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen behängt. Die erste schriftliche Erwähnung eines Weihnachtsbaum datiert aus dem Jahr 1527. In einer Akte der Mainzer Herrscher wird ein “weiennacht baum” in Stockstadt am Main erwähnt.

Ein Christbaum mit Baumkerzen aus Wachs, mit weißen oder farbigen echten Kerzen strahlt besondere Festlichkeit aus.
Ein Christbaum mit Baumkerzen aus Wachs, mit weißen oder farbigen echten Kerzen strahlt besondere Festlichkeit aus. (Bild: Pixabay)

Den ersten Christbaum mit Kerzen schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahr 1611. Weitere Erwähnungen über den Weihnachtsbaum stammen aus der Zeit um 1642 in Straßburg.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Weihnachtsbaum zunächst bei reichen Bürgern und Beamten ein, da Tannenbäume zu dieser Zeit selten und teuer waren. In den 1830er Jahren verteilte sich der Brauch durch deutsche Auswanderer nach Amerika.

In mehr als der Hälfte in deutschen Haushalten steht ein Christbaum

Der Weihnachtsbaum-Brauch ist in Deutschland sehr stark verbreitet. Jährlich werden in etwa 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Damit steht in mehr als der Hälfte der 40 Millionen Haushalte in Deutschland ein Weihnachtsbaum. Besonders beliebt ist der Weihnachtsbaum bei Familien: 80% der Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zur Weihnachtszeit einen Tannenbaum auf.

Bunte, meistens rote Kugeln gehören traditionell zum Baumschmuck.
Bunte, meistens rote Kugeln gehören traditionell zum Baumschmuck. (Bild: Cottonbro von Pexels)

Die Mehrheit der Bäume (ca. 90%) stammt aus hiesigem Anbau, die fast ausschließlich aus Weihnachtsbaum-Plantagen stammen. Die gesamte Anbaufläche beträgt in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 50.000 Hektar. Mit 5% wird nur ein sehr kleiner Teil der Weihnachtsbäume direkt aus dem Wald entnommen.

Der Weihnachtsbaum ist somit nicht nur ein beliebtes Brauchtum zu Weihnachten. Darüberhinaus ist er auch ein wichtiger Wirtschaftszweig. Etwa 4.000 Produzenten und bis zu 100.000 Saisonarbeitsplätze sind mit dem Anbau, der Pflege und dem Schlagen von Weihnachtsbäumen beschäftigt.

Beim Kauf gilt es einiges zu beachten

Längst ist es bei vielen Familien Brauch, sich den passenden Baum schon lange vor Weihnachten in einer Plantage auszusuchen und mit einem Anhänger zu markieren. Dann wird der Baum erst kurz vor dem Aufstellen geschlagen. Ob der Mond beim Schlagen eine Rolle spielt, bzw. das rasche Nadeln vermeiden soll, darum ranken sich viele Mythen.

Andere warten mit dem Kauf bis zum letzten Moment, also am Heiligen Abend, bevor der Verkauf eingestellt wird. Da ist dann auch das eine oder andere Schnäppchen möglich.

Ob groß oder klein, ob Tanne oder Fichte: Ohne Weihnachtsbaum ist das Weihnachtsfest für die Meisten kaum vorstellbar.
Ob groß oder klein, ob Tanne oder Fichte: Ohne Weihnachtsbaum ist das Weihnachtsfest für die Meisten kaum vorstellbar. (Bild: Pixabay)

Fakt ist, dass der Baum nicht allzu lange vor dem Aufstellen gelagert werden sollte. Er wird sonst schnell trocken und nadelt demzufolge schneller. Das steigert auch die Brandgefahr, wenn man echte Kerzen verwendet.

Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass der Weihnachtsbaum vor dem Kauf frisch geschlagen wurde. Das kann man am besten an der Schnittstelle am Stammende erkennen. Wenn diese hell ist, wurde der Baum erst vor kurzem geschlagen und ist frisch.

Wie lange eine Christbaum stehen bleibt, ist Ansichts-, manchmal auch Glaubenssache. Während viele der Ansicht sind, dass an Dreikönig Schluss sein muss, bleiben in manchen Wohnungen der Baum bis Lichtmess (2. Februar) stehen.

Nadelbäume, insbesondere die Nordmanntanne sind beliebt

Der typische Weihnachtsbaum ist ein Nadelbaum. Er soll robust genug sein, um einige Tage oder gar Wochen in der warmen Wohnung zu überstehen ohne seine grünen Nadeln zu verlieren. Traditionell wird der Weihnachtsbaum erst am Morgen des 24. Dezember aufgestellt und geschmückt. Für viele gehört der Weihnachtsbaum jedoch schon zur gemütlichen Stimmung der Vorweihnachtszeit dazu, so dass der Christbaum nicht selten bereits zum 1. Advent in den Wohnungen und Häusern aufgestellt wird.

Die Nordmanntanne ist heute die meistgenutzte Baumart als Weihnachtsbaum.
Die Nordmanntanne ist heute die meistgenutzte Baumart als Weihnachtsbaum. (Bild: Irina Iriser von Pexels)

Die Nordmanntanne gehört in Deutschland zu den beliebtesten Christbäumen. Sie ist gleichmäßig und sehr dicht und bauschig gewachsen. Die Nadeln sind von einem kräftigen Grün, sie sind recht weich und stechen kaum. Auch Kinder können dadurch beim Schmücken des Baums helfen.

Die Nordmanntanne hält sich lange, auch wenn sie mehrere Wochen bei Zimmertemperatur aufgestellt wird, verliert sie kaum Nadeln. Sie hat also eine Reihe von Eigenschaften, die sie zum perfekten Baum machen. Deshalb ist sie im Vergleich auch recht teuer. Trotzdem entscheiden sich über 70 Prozent der Haushalte für die Nordmanntanne, wenn es darum geht, den Weihnachtsbaum auszusuchen.

Beim Aufstellen sollte man bestimmte Grundregeln beachten

In erster Linie sollte ein Weihnachtsbaum leicht aufzustellen sein und sicher stehen. Demzufolge darf er keinen Fall umkippen. Daher kommt der Standfestigkeit des Ständers größte Bedeutung zu. Je größer der Baum, desto größer, schwerer und robuster sollte auch der Ständer sein.

Neben der Standfestigkeit ist die Nutzerfreundlichkeit ausschlaggebend. Überragt der Baum keine zwei Meter, so reicht ein Christbaumständer mit Einseil-Fußhebel-Technik bereits eine Person um den Weihnachtsbaum aufzustellen und auszurichten. Ferner sollte auch auf einen integrierten Wassertank geachtet werden. Ein Weihnachtsbaum mit zwei Meter Höhe nimmt pro Tag etwa zwei Liter Wasser auf.

Es empfiehlt sich, zusätzlich auf Qualitäts- und Prüfsiegel zu achten. Damit sind sowohl die verlässliche Handhabung als auch eine geringe Schadstoffbelastung sichergestellt. Häufig erfüllen Billigprodukte aus Fernost diese Kriterien gar nicht oder nur mangelhaft.

Echte Wachskerzen oder elektrische Kerzen?

Die Kerze aus Wachs ist natürlicher der absolute Klassiker unter den Beleuchtungen. Sie verströmen ein sehr warmes, angenehm flackerndes Licht, das auch von der schönsten LED-Lichterkette nicht ersetzt werden kann. Zur Auswahl stehen kleine und große Kerzen in allen Farben.

Leider sind echte Kerzen aber auch recht gefährlich. Denn die Brandgefahr ist nicht zu unterschätzen. Außerdem ist es recht zeitaufwändig, bis alle Kerzen angezündet  wieder ausgelöscht sind. Wenn keine Kinder im Haus sind und bei einem kleinen Baum sind sie trotzdem eine Alternative, die man gerne ausprobieren darf. Schließlich ist für viele ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen bis heute der Inbegriff von Weihnachten.

 Vom LED Lichterbogen über LED Lichterketten bis hin zu LED Kerzen ist die Auswahl an Weihnachtsbeleuchtung umfangreich.
Vom LED Lichterbogen über LED Lichterketten bis hin zu LED Kerzen ist die Auswahl an Weihnachtsbeleuchtung umfangreich. (Bild: Jeswin Thomas von Pexels)

In der heutigen Zeit finden sich aber auch immer häufiger digitale Lösungen. Damit lässt sich die Beleuchtung per Fernbedienung individuell steuern. Echte Kerzen kann man damit aber natürlich nie ersetzen.

Der bekannteste Christbaum steht in New York

Er gilt wohl als der bekannteste Christbaum der Welt: der Baum am New Yorker Times Square. Jahr für Jahr in der Vorweihnachtszeit zieht es die Besucher nach New York, um beim Anschalten des Baums dabei zu sein oder um ihn wenigstens einmal aus der Nähe zu sehen.

Das erste Anschalten (das sogenannte „Christmas Tree Lighting“) ist eine Veranstaltung von nationaler Bedeutung, erst wenn der Baum auf dem Times Square leuchtet, beginnt für die US-Amerikaner die Vorweihnachtszeit. In jedem Jahr treten berühmte Musiker auf.

Seit einigen Jahren steht Dortmund in der Liste der Städte mit den größten Bäumen an erster Stelle. Das Aufstellen des Baumes mit dem Bau der Fundamente dauert mehrere Wochen, das erste Anschalten ist ein Großereignis, mit dem der Startschuss zur Vorweihnachtszeit fällt.

Das Wochenblatt wünscht allen eine friedvolle, entspannte Advents- und Weihnachtszeit im Kreise ihrer Lieben!