IM MÄRZEN DER B(R)AUER…

IM MÄRZEN DER B(R)AUER…
Märzen: Im Getränkemarkt ist die Bierspezialität ab Mitte/Ende Februar kistenweise und im handlichen 6er Träger erhältlich. (Bild: Berg Brauerei)
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Redaktion

Ehingen-Berg – Bis zur Erfindung der Kühlmaschine waren Bierbrauer auf die natürliche Kühlung der kalten Jahreszeit angewiesen. Das letzte untergärige Bier vor dem warmen Sommer, welches noch unter Ausnutzung der natürlichen Kälte gebraut werden konnte, war das „Märzen“.

Dieses Bier war besonders kräftig – mit höherem Stammwürzegehalt – damit es möglichst weit in die warme Jahreszeit hinein haltbar war. Bis 1953 wurde in Berg aus Weihern im Winter Eis herausgebrochen. Dieses wurde in Kellern eingelagert, um später das Bier während seiner Reifung zu kühlen. Mit Sägen, Stangen, Haken und großen Zangen, die man heute im BrauereiGewölbe in Berg besichtigen kann, waren die Männer am Werk. Mit der Erfindung der Kühlmaschine durch Carl von Linde (1871) war es möglich das Bier dauerhaft und bei wärmeren Außentemperaturen zu kühlen.

Seit einigen Jahren braut die Berg Brauerei für ein paar Wochen ein Märzen, wie man es wohl kaum noch kennt. Viele Bierkenner schätzen und lieben dieses charaktervolle Bier als saisonale Abwechslung. Bereits im Dezember wird aus einer Komposition aus hellem Albkorn-Malz, helles und dunkles Caramalz und den zwei Hopfensorten Tettnanger Tradition und Tettnanger Aromahopfen, ein Bier mit einem Stammwürzegehalt von 14,5% gemaischt. Die Bottich-Gärung macht das Bier edler, feiner und leckerer. Sein Charakter rundet sich in der 2. Gärung, der Zweifach-Reifung, mit frischer Würze und Hefe weiter ab, da sich die Kohlensäure ganz fein ans Bier bindet.

Das saisonale Märzen wird ausschließlich aus Albkorn-Gerstenmalz eingemaischt. Die Erzeugergemeinschaft Albkorn wurde vor über 25 Jahren gegründet, um Verbrauchern Transparenz vom Acker bis in die Ladentheke zu bieten. Heute besteht sie aus 23 landwirtschaftlichen Betrieben auf der Alb, 11 Handwerks-Bäckereien, der Getreidemühle Luz und der Berg Brauerei. „Der Zusammenschluss war vor vielen Jahren ein logischer Schritt für uns.“, so Brauereiinhaber Uli Zimmermann. „Das gemeinsame Fundament des Bäcker- und des Brauerhandwerks aus Getreide und Hefe verbindet uns! In der Backstube lässt der Bäcker den Teig mit viel Zeit und Ruhe gehen; im Sudhaus maischen unsere Brauer langsam und lassen die Würze und später das Jungbier ebenso mit viel Zeit gären und reifen. Der Geschmack entsteht durch die Zeit, die man dem Lebensmittel lässt.  Viel Zeit gibt viel Geschmack!“

Im Getränkemarkt ist die Bierspezialität ab Mitte/Ende Februar kistenweise und im handlichen 6er Träger erhältlich.

Zu vielen Kiste Märzen gibt es dieses Jahr wieder ein Samentütchen mit Braugerste und Alb-Leisa gratis dazu. Was auf dem Acker Jahr für Jahr wunderbar gedeiht, kann der Käufer auch im Kleinen bei sich zuhause anpflanzen und wachsen sehen. Die Braugerste dient der Alb-Leisa als Stützfrucht und Rankhilfe.