Hygiene-Skandal in Uniklinikum: Prozessauftakt in Mannheim

Hygiene-Skandal in Uniklinikum: Prozessauftakt in Mannheim
Justitia mit Sonne und Taube. (Arne Dedert/dpa/Symbolbild)
WOCHENBLATT
Redaktion

Mannheim (dpa/lsw) – Der Skandal um verunreinigtes Operationsbesteck im Uniklinikum Mannheim beschäftigt von heute an das Landgericht. Die Anklage wirft dem früheren Geschäftsführer gravierende Versäumnisse vor.

Er habe es zwischen 2007 und 2014 «vorsätzlich unterlassen», dafür zu sorgen, dass ausreichend sterilisiertes Operationsbesteck im Klinikbereich für den Einsatz bereitstand. Dadurch sei die Gesundheit «einer Vielzahl von Patienten» gefährdet worden, heißt es vom Landgericht. Die Mängel bei der Reinigung von OP-Besteck waren im Herbst 2014 aufgedeckt worden.

Allerdings könne ein Zusammenhang zwischen Infektionen, die bei Patienten aufgetreten waren, und der Verwendung von möglicherweise nicht ordnungsgemäß aufbereiteten Instrumenten «nicht mit der im Strafrecht erforderlichen Wahrscheinlichkeit belegt werden», hatte die Staatsanwaltschaft im Vorfeld des Prozesses betont. Dies sei auch nicht mit einem rechtsmedizinischen Gutachten belegt worden. In dem Prozess geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz.