Hospiz der Stiftung Liebenau: Finale Tage voller Licht und lebenswerter Momente

Hospiz der Stiftung Liebenau: Finale Tage voller Licht und lebenswerter Momente
Ohne ehrenamtliches Engagement wäre die Arbeit im Hospiz im Franziskuszentrum nicht machbar. Deshalb können sich Interessierte immer wieder über das Ehrenamt informieren, wie hier am Infostand beim Welthospiztag. (Bild: Stiftung Liebenau)
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Redaktion

Friedrichshafen (wb/dab) – Sich mit der Endlichkeit des Seins zu beschäftigen, es zu akzeptieren und vor allem, die finale Phase eines Lebens so lebenswert und mit so vielen schönen Momenten wie möglich zu bereichern, diesen Aufgaben widmen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hospiz der Stiftung Liebenau im Franziskuszentrum mit viel Feingefühl und Fachlichkeit.

21 Fachkräfte, die Ehrenamtlichen von der Hospizbewegung St. Josef sowie Sozialdienst und Seelsorger sorgen gemeinsam dafür, dass die finalen Meter eines Lebens kein Sprint oder ein quälender Mittelstreckenlauf werden. Sie sollen, wenn möglich, eher einem entspannten Spaziergang am See mit viel Licht und Lachen gleichen.

Während am benachbarten Bahnhof Friedrichshafen das Leben hektisch pulsiert oder an dem in Sichtweite liegenden See der schöne Schein oftmals wichtiger ist als das Sein, haben Gäste, Angehörige und Mitarbeitende im Hospiz ihre Mitte oftmals schon gefunden und ruhen fest in ihr. Dabei hat die Arbeit der Pflegefachkräfte, aber auch der ehrenamtlichen Helfer, in den vergangenen eineinhalb Jahren laut Pressemitteilung durch Corona immer wieder enorm schwierige Momente mit sich gebracht. Nicht so sehr wegen eines Ausbruchs der Krankheit – „wir hatten hier im gesamten Zeitraum nur einen positiven Fall ohne schweren Verlauf unter unseren Gästen“, berichtet Alexandra Geromiller vom Hospiz-Team – sondern eher durch die verschärften Test-Bedingungen und durch den Wegfall einiger langjähriger und erfahrener ehrenamtlicher Helfer.

Alle Schwierigkeiten konnten dennoch gemeistert werden, vor allem dank des unermüdlichen Einsatzes der Hospizleiterin Silke Uhl und der Koordinatorin des Hospizvereins Brigitta Radau. Zusammen schafften sie es, eine hohe Motivationsebene zu etablieren. Diese Leistung des Duos wird umso bemerkenswerter, wenn man weiß, dass das Franziskuszentrum seit gut eineinhalb Jahren im laufenden Betrieb saniert wird und auch das Hospiz, mit seinen Gästen, Mitarbeitern und Helfern, bald umziehen muss. „Auf der einen Seite freuen wir uns auf die neuen Räumlichkeiten, die uns nach dem Umbau erwarten. Die Zimmer sind größer, heller, haben größere Fenster und einen warmen Holzboden, der viel Atmosphäre gibt. Aber die gewohnte Umgebung, in der wir alle so viel erlebt haben, zu verlassen, das fällt einem dann doch nicht so leicht“, erzählt Alexandra Geromiller weiter.

So wichtig der äußere Rahmen des Hospizes für alle Beteiligten auch ist, so wichtig zählt viel mehr die Menschlichkeit und das Gefühl, dass in diesem äußeren Rahmen gelebt wird. Es ist kein Sterbehaus, das hier von Silke Uhl geleitet wird. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen bewusst auf die letzte Etappe ihres Lebens machen, um diese mit viel Würde zu gehen. Dank all der Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich um die Gäste und ihre Angehörigen kümmern, hat der Abschied in der Stiftung Liebenau einen ehrenvollen Platz bekommen.