Holz statt Plastik – Alternative Wuchshüllen für die Aufforstung

Holz statt Plastik – Alternative Wuchshüllen für die Aufforstung
Alternative Wuchshüllen aus Fichtenfurnier und Baumwollvlies im Stadtwald Meßkirch. (Bild: Landkreis Sigmaringen)
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Redaktion

In den 1980er-Jahren waren sie eine Sensation und große Erleichterung für viele Waldbesitzende: Wuchshüllen für kleine Forstpflanzen. Aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt, schützen sie die kleinen Pflänzchen vor hungrigen Rehen und dienen gleichzeitig als Mini-Gewächshaus.

So erleichtern sie den jungen Pflanzen den Start ins Leben und erleichtern den Förstern ihre Arbeit. Aufwändiges Aufbauen und Kontrollieren von Zäunen wird erspart. Für die Pflanzung von Eiche, die für den Waldumbau im Klimawandel eine wichtige Baumart ist, wird der Einsatz von Wuchshüllen sogar vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert.

Die lange Haltbarkeit dieser herkömmlichen Wuchshüllen, die auch Frost und brennender Sonne auf den Kulturflächen standhalten müssen, hat allerdings einen Nachteil. Da die verwendeten Kunststoffe nicht oder nur sehr langsam verrotten, müssen die bisher eingesetzten Wuchshüllen am Ende der Kulturphase mit großem Aufwand abgebaut und aus dem Wald transportiert werden.

Herkömmliche Wuchshüllen aus Kunststoff in einer Eichenkultur. (Bild: Landkreis Sigmaringen)
Herkömmliche Wuchshüllen aus Kunststoff in einer Eichenkultur. (Bild: Landkreis Sigmaringen)

Vergessene Wuchshüllen zerfallen im Laufe der Jahre zu Mikro- und Nanoplastik und belasten die Umwelt. Diese Nachteile der konventionellen Wuchshüllen hat auch die Landesregierung im Blick und ab dem 1. Januar 2024 kann nur noch für kunststofffreie Wuchshüllen eine Förderung beantragt werden.

Seit einiger Zeit steigt nun die Zahl der Entwicklungen von alternativen Wuchshüllen. Verschiedenste Materialien wie Zellulose, Jute, Baumwolle oder Holz in verschiedenen Varianten wurden getestet und zu Wuchshüllen geformt.

Im Stadtwald Meßkirch wird nun eine Variante aus Fichtenfurnier mit einem Baumwollvlies getestet. Dieser soll die Pflanze vor Frost schützen und ein seitliches Herauswachsen aus den Hüllen vermeiden. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die kleinen Eichen erfolgreich ihre Jugend in den nachhaltigen Wuchshüllen überstehen.

(Pressemitteilung: Landkreis Sigmaringen)