Aktuelle Einblicke über YouTube-Videos Hochwasserdamm im Wolfental: Der Bau schreitet voran

Hochwasserdamm im Wolfental: Der Bau schreitet voran
Erste Erdschichten bilden Ende Oktober bereits einen flachen Damm auf der Ostseite. Auch das Auslassbauwerk nimmt Form an. (Bild: Stadtverwaltung Biberach)
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Redaktion

Dreieinhalb Meter hoch, 360 Meter lang und fünf Meter breit – Die Arbeiten für den Hochwasserdamm im Wolfental sind in vollem Gange. Der Damm und das dazugehörige Rückhaltebecken sollen die Biberacher Kernstadt künftig besser vor Hochwasser schützen. Aktuelle Einblicke bieten die Videos auf dem städtischen YouTube-Kanal.

Die Hochwassergefahr in Biberachs Innenstadt hängt im Wesentlichen mit dem Rotbach-System zusammen. Der Einzugsbereich des Rotbachs, im Stadtgebiet Wolfentalbach genannt, reicht weit über Mittelbiberach bis nach Stafflangen. Dieser Bereich umfasste im Mittelalter zwölf Weiher mit einem Fassungsvermögen von circa 200 000 Kubikmetern. Diese früher vorhandenen Retentionsflächen wurden im Laufe der Jahrhunderte Schritt für Schritt trockengelegt. Aufgrund der Größe des Einzugsbereiches führen Starkregen nun regelmäßig zu Hochwasser, das sich sehr schnell aufbaut und in großen Mengen die Innenstadt und das Wolfental gefährdet.

Hochwasserdamm samt Rückhaltebecken

Die ehemaligen Retentionsflächen wieder zu aktivieren und dadurch die Stadt vor dem Hochwasser zu schützen, war aus wirtschaftlichen und eigentumsrechtlichen Gründen nicht möglich. Die Lösung: Ein Hochwasserdamm samt Rückhaltebecken. Durch das Dammbauwerk wird das Hochwasser des Rotbaches zurückgehalten und dann langsam abgelassen.

YouTube-Videos zeigen Baufortschritte

Seit dem Spatenstich im Juni hat sich bereits einiges getan. Dies wird unter anderem durch die Videos sichtbar, welche die Stadt Biberach regelmäßig auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht.

Herzstück des Dammbauwerks ist das sogenannte Auslassbauwerk mit einer Länge von circa 29 Metern, einer Breite von circa elf Metern und einer Höhe von fünf Metern. Über dieses soll das durch den Damm angestaute Wasser künftig abgelassen werden. Anfang August konnte man schon erahnen, an welcher Stelle das Auslassbauwerk platziert wird.

Einbau ist im Frühjahr

Im September und Oktober nahm das Ganze dann Gestalt an. Das Konstrukt wird vor Ort betoniert. 450 Kubikmeter Stahlbeton werden dafür benötigt. Nach den Außenwänden sind im nächsten Schritt die Zwischenwände und die Brückenplatte an der Reihe sowie der Einbau zwei elektrisch gesteuerter Drosselschieber. Über diese wird der Abfluss des Wassers geregelt, der Einbau soll im Frühjahr erfolgen. Für einen funktionierenden Abfluss, muss der Rotbach durch das Auslassbauwerk hindurchfließen. Dies ist momentan noch nicht der Fall, wie die Videos zeigen.

Anfang August konnte man erahnen, wo Damm und Auslassbauwerk einmal stehen werden.
Anfang August konnte man erahnen, wo Damm und Auslassbauwerk einmal stehen werden. (Bild: Stadtverwaltung Biberach)

Die Umlegung des Bachs erfolgt, sobald das Auslassbauwerk fertiggestellt ist.

Durch den Damm, die Tallage und die angrenzenden Hänge entsteht eine Art Becken, in welchem sich das Regenwasser sammelt und dann nach und nach über das Dammbauwerk abgelassen wird. Das Rückstauvolumen beträgt circa 279 000 Kubikmeter.

Für Fahrradfahrer und Spaziergänger

Das Wolfental ist ein Naherholungsgebiet. Der Damm soll sich daher möglichst gut in das Landschaftsbild integrieren. Flache Böschungen entlang des Damms sollen einen Teil dazu beitragen. Damit auch Fahrradfahrer und Spaziergänger die schöne Natur im Wolfental wieder ungestört genießen können, werden auf dem Dammbauwerk in einem letzten Schritt Gehwege angelegt. Unterhaltungswege dienen der Wartung durch den Bauhof.

„Die Arbeiten schreiten zügig voran“, freut sich Matthias Schühle, der zuständige Mitarbeiter aus dem Tiefbauamt der Stadt Biberach. „Ich bin guter Dinge, dass wir Ende Juni 2023 mit allem fertig sind.“

Info:
Aktuelle Videos zum Bau des Hochwasserdamms im Wolfental werden regelmäßig unter www.youtube.com/stadtbiberach veröffentlicht.

(Quelle: Stadt Biberach)